Rems-Murr-Kreis

Deponien und Recyclinghöfe im Rems-Murr-Kreis werden länger öffnen

Recyclinghof
Auf der Deponie Winnenden soll eine neue Wertstoffstation gebaut werden sowie eine Freiflächenanlage, um Energie aus Sonne zu gewinnen. © Gabriel Habermann

Ob abgefahrene Winterreifen, der ausgemusterte Kühlschrank, Batterien oder Glasflaschen. Auf den Deponien und Recyclinghöfen im Rems-Murr-Kreis werden die Bewohner den Müll los, der nicht einfach in die Tonne darf. Das soll künftig noch schneller und nachhaltiger funktionieren. Bei einer zweitägigen Klausurtagung haben Vorstand und Verwaltungsrat der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) darüber diskutiert, wie die Kreislaufwirtschaft in Zukunft aussehen soll.

Dabei wurden die Ergebnisse einer Umfrage unter den Nutzerinnen und Nutzern der AWRM-Entsorgungseinrichtungen berücksichtigt. Insgesamt 3779 Menschen hatten zwischen 12. und 31. Mai an der Online-Umfrage teilgenommen. „Abfallwirtschaft betrifft jeden einzelnen Haushalt im Rems-Murr-Kreis. Deshalb war uns die Meinung der Bürgerinnen und Bürger wichtig“, sagt Landrat Richard Sigel.

Schwerpunkt der Beratungen war die Modernisierung der Annahmestellen für Abfälle und Wertstoffe im Kreis. Die Bürgerinnen und Bürger wünschen sich vor allem längere Öffnungszeiten, eine schnelle Abwicklung und die Möglichkeit, sehr unterschiedliche Wertstoffe abgeben zu können.

Längere Öffnungszeiten abends und samstags

Die Öffnungszeiten der Deponien könnten um rund 35 Prozent und die Öffnungszeiten der Recyclinghöfe sogar um 75 Prozent erhöht werden. „Auf den Recyclinghöfen soll die Möglichkeit geschaffen werden, auch nach Feierabend unter der Woche Wertstoffe abzugeben. Zudem soll die Öffnungszeit auf den Deponien und Recyclinghöfen am Samstag, die bisher in der Regel um 12 oder 12.30 Uhr endet, in den Nachmittag hinein erweitert werden“, sagt Lutz Bühle, Abteilungsleiter der Abteilung Technik. Die beschließenden Gremien müssen noch über die neuen Öffnungszeiten beraten, die dann ab dem Jahr 2022 schrittweise umgesetzt werden sollen.

Nicht nur längere Öffnungszeiten, sondern auch bauliche Veränderungen sollen die Wartezeiten verkürzen. Für die Deponien Winnenden und Backnang-Steinbach wurde ein Vorschlag erarbeitet, jeweils eine überdachte Wertstoffstation komplett neu zu bauen, allerdings frühestens 2024. Zusätzlich soll im Bereich der Deponie Eichholz bei Winnenden eine große Freiflächenanlage errichtet werden, um Energie aus Sonne zu gewinnen. Auf der Deponie Backnang-Steinbach soll die Anlage für die Verwertung des Deponiegases neu gebaut werden.

Gebrauchtwarenkaufhäuser in Winnenden und Backnang

„Im Bereich der Recyclinghöfe wird es Neubauten in Welzheim und Winterbach geben“, sagt Bühle. Geplant ist außerdem, kleinere Recyclinghöfe mit nahe gelegenen Höfen zusammenzulegen. Welche Standorte davon betroffen sind, steht laut Bühle noch nicht fest. Ziel der Zusammenlegungen sei, moderne Annahmestellen zu bieten und die Gebühren stabil zu halten.

Nicht nur entsorgen, sondern auch wiederverwerten: Für die Wiederverwendung von noch gebrauchsfähigen Gegenständen sind Kooperationen mit sozialen Einrichtungen geplant. So sollen auf den Wertstoffstationen der Deponien Winnenden und Backnang Abgabe- und Verkaufsmöglichkeiten für gut erhaltene Möbel, Elektrogeräte und Fahrräder geschaffen werden. Ein Ergebnis der Umfrage ist, dass die Bürgerinnen und Bürger Gebrauchtwarenkaufhäuser nutzen würden: 92 Prozent der Teilnehmer würden demnach dort Waren abgeben, 56 Prozent können sich auch vorstellen, dort etwas zu kaufen.

Chips für die Bio- und Restmülltonnen

Auch das Gebührensystem war Thema der Klausurtagung. Die Biomüll- und die Restmülltonnen sollen mit Chips ausgestattet werden. Das erleichtere das Behälter-Management und senke Kosten, erklärt Marcus Siegel, im AWRM-Vorstand für Finanzen zuständig. „Der Chip in der Tonne führt keine personenbezogenen Daten, sondern lediglich eine eindeutige Identitätsnummer. Diese Nummer wird dann mit dem entsprechenden Haushalt im EDV-System der AWRM ,verheiratet’. Dadurch entfällt für die Bürgerinnen und Bürger der Aufwand in Zusammenhang mit dem Gebührenmarkenkauf.“ An den Leerungs- und Jahresgebühren werde sich durch dieses Behälteridentifikationssystem nichts ändern.

Alle Maßnahmen werden in den kommenden Monaten weiter ausgearbeitet. Das neue Abfallwirtschaftskonzept soll bis Ende des Jahres dem Kreistag zur Beratung und zum Beschluss vorgelegt werden.

Ob abgefahrene Winterreifen, der ausgemusterte Kühlschrank, Batterien oder Glasflaschen. Auf den Deponien und Recyclinghöfen im Rems-Murr-Kreis werden die Bewohner den Müll los, der nicht einfach in die Tonne darf. Das soll künftig noch schneller und nachhaltiger funktionieren. Bei einer zweitägigen Klausurtagung haben Vorstand und Verwaltungsrat der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) darüber diskutiert, wie die Kreislaufwirtschaft in Zukunft aussehen soll.

Dabei wurden die Ergebnisse

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