Rems-Murr-Kreis

Der Bahnübergang in Haubersbronn gilt als sicher trotz des schweren Unfalls

Schorndorf-Haubersbronn: 15-jaehriger uebersieht Zug und wird erfasst - Rettungshubschrauber im Einsatz
Bei einem Bahnunfall in Haubersbronn am 9. November hat ein 15-Jähriger schwere Verletzungen erlitten. © SDMG / Boehmler

Schwer verletzt hat ein 15-Jähriger einen Bahnunfall in Haubersbronn am 9. November überlebt. Er hatte an der Straße „An der Wieslauf“ die Gleise an einem unbeschrankten Bahnübergang überqueren wollen und war von einer Wieslauftalbahn erfasst worden. Laut Polizei gibt es Hinweise, dass der Jugendliche Kopfhörer getragen und deshalb den Zug nicht gehört hatte.

Dessen ungeachtet berichtet eine Anwohnerin von brenzligen Situationen, die sie an jenem Bahnübergang schon öfter beobachtet habe: „Fahrer der Wieslauftalbahn müssen hupen oder sogar bremsen, weil Fußgänger noch schnell die Gleise überqueren. Das darf im Interesse aller Beteiligten so nicht länger bleiben.“ Die Anwohnerin fragt sich, weshalb an jenem Bahnübergang keine Schranken angebracht sind, obwohl dort jeden Tag viele Schüler die Gleise queren. In einem Industriegebiet sei dagegen vor einiger Zeit ein Fußgängerüberweg mit Schranken versehen worden.

Keine Beanstandungen bei der jüngsten Schau

Laut einer Sprecherin des Eisenbahn-Bundesamtes sind regelmäßige Bahnübergangsschauen Pflicht. Fachleute von der Bahn, der Straßenverkehrsbehörde, der entsprechenden Gemeinde und der Polizei checken, ob Mängel vorliegen oder an gefährlichen Stellen Änderungen vorzunehmen sind. Eine solche Schau gab es an jenem Übergang in Haubersbronn im September. Es gab keine Beanstandungen.

Ob Schranke oder nicht, hängt von einer Vielzahl von Kriterien ab

Auf welche Art und Weise ein Bahnübergang gesichert wird, hängt von einer Vielzahl von Kriterien ab, erläutert ein Sprecher des baden-württembergischen Verkehrsministeriums. Beurteilt wird, ob an dem Übergang schwacher, mäßiger oder starker Straßenverkehr herrscht. Die erlaubten Höchstgeschwindigkeiten der Bahn und anderer Fahrzeuge spielen ferner eine Rolle. Die Sichtverhältnisse am Bahnübergang fließen in die Bewertung mit ein, und es spielt eine Rolle, ob sich der Übergang inner- oder außerorts befindet. Weiter ist in § 11 der Eisenbahn-Bau- und Betriebsordnung (EBO) auf die Unterscheidung verwiesen, „ob der Überweg nur als Privatweg für Berechtigte oder für den allgemeinen Straßenverkehr, nur als Fuß- und Radweg oder auch für andere Fahrzeuge freigegeben ist und ob es sich bei der Eisenbahn um eine Haupt- oder Nebenbahn handelt“, wie es in der Antwort des Ministeriumssprechers weiter heißt.

Wer Kopfhörer trägt, setzt sich hoher Gefahr aus

Ein Bahnübergang wird nur dann verändert, „wenn und soweit es die Sicherheit oder die Abwicklung des Verkehrs unter Berücksichtigung der übersehbaren Verkehrsentwicklung erfordert“. Eine entsprechende Einschätzung nehmen die Beteiligten an Bahnübergangsschauen in regelmäßigen Abständen vor. Sie hatten im Falle des Übergangs in Haubersbronn im September keinen Bedarf gesehen, dort etwas verändern zu müssen.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen technisch gesicherten und nichttechnisch gesicherten Bahnübergängen. Technisch gesicherte Bahnübergänge können entweder Lichtzeichen, Lichtzeichen mit Halbschranken, Lichtzeichen mit Vollschranken oder nur Vollschranken vorsehen. An einem nichttechnisch gesicherten Bahnübergang setzt man darauf, dass Passanten eine gute Übersicht haben und schlicht aufpassen. Hinzu kommt bei Bedarf, dass die Lokführer Signale ertönen lassen oder an der besagten Stelle Geschwindigkeitsbeschränkungen gelten.

Den Zug selbst und auch die Signale überhört leicht, wer Kopfhörer trägt. Laut dem Ministeriumssprecher geht davon eine „hohe Gefahr“ aus.

Schwer verletzt hat ein 15-Jähriger einen Bahnunfall in Haubersbronn am 9. November überlebt. Er hatte an der Straße „An der Wieslauf“ die Gleise an einem unbeschrankten Bahnübergang überqueren wollen und war von einer Wieslauftalbahn erfasst worden. Laut Polizei gibt es Hinweise, dass der Jugendliche Kopfhörer getragen und deshalb den Zug nicht gehört hatte.

Dessen ungeachtet berichtet eine Anwohnerin von brenzligen Situationen, die sie an jenem Bahnübergang schon öfter beobachtet

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