Rems-Murr-Kreis

Die Bürger lernen ihre neuen Züge kennen

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Bei einem Bürgerfest in Gmünd sind die neuen Go-Ahead-Züge vorgestellt worden, die von Pfingsten an auf der Remsbahn unterwegs sind © Martin Winterling
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Bei einem Bürgerfest in Gmünd sind die neuen Go-Ahead-Züge vorgestellt worden, die von Pfingsten an auf der Remsbahn unterwegs sind © Martin Winterling
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Bei einem Bürgerfest in Gmünd sind die neuen Go-Ahead-Züge vorgestellt worden, die von Pfingsten an auf der Remsbahn unterwegs sind © Martin Winterling

Schwäbisch Gmünd.
Verkehrsminister Winfried Hermann atmet auf: Problemlos schafft der Gmünder Rollstuhlfahrer Erkan Gezen den Weg vom Bahnsteig in den neuen Zug von Go-Ahead. Eines der Versprechen ist damit eingelöst. Entspannt wirft der Minister einen Blick in den Niederflurzug mit dem Namen „Flirt“, an diesem Samstag präsentieren Politik und Unternehmen die Schienenzukunft zwischen Stuttgart und Aalen mit einem Bürgerfest vor dem Gmünder Bahnhof.
Auf der Veranstaltungsbühne nennt Winfried Hermann weitere Vorteile für die Fahrgäste durch den Wechsel von der DB zum Go-Ahead ab Pfingstsonntag, 9. Juni. Bequeme Sitze mit größerer Beinfreiheit, großzügige Mitnahmemöglichkeit für Fahrräder, Rollstühle oder Kinderwagen, Wagen ohne Stufen, Klimaanlage und Wlan.
Am wichtigsten sind ihm aber die von Go-Ahead versprochene Pünktlichkeit und die neue Taktung. Die Züge fahren werktags alle 30 Minuten. „Schwäbisch Gmünd hat in der Region mit Abstand die beste Verbindung“, sagt Hermann. Hier entstehe die S-Bahn der Region mit ganz kurzen Fahrzeiten.
„Ich rechne mit einem deutlichen Zuwachs an Fahrgästen“, betont er im Gespräch mit dieser Zeitung. Die Erfahrung mit privaten Anbietern auf anderen Strecken sei positiv. „Wir haben bis zu 30 Prozent Zuwachs in einem Jahr.“ Möglich sei das bei richtiger Taktung, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit. Dann seien die Menschen bereit, auf den Öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen. „Damit kommen Sie deutlich schneller nach Stuttgart als über die B29“, so Hermann.
Weiterer Vorteil, über den nicht viele der von privaten Unternehmen bedienten Strecken verfügen: Das Reisezentrum am Bahnhof bleibt. Fahrkarten, vor allem für den Fernverkehr, können dort gekauft werden. Erster Bürgermeister Dr. Joachim Bläse ist darauf besonders stolz. „Erst vor wenigen Tagen konnten wir den Vertrag unterzeichnen“, sagt er, der im Vorfeld Vermittler zwischen Bahn und GoAhead war. Landrat Klaus Pavel nennt die Neuerung „einen riesigen Sprung für den Nahverkehr. Er schätzt es ganz besonders, dass GoAhead in Essingen das Betriebszentrum geschaffen habe. Dort werden Züge direkt vom Hersteller Stadler gewartet, darauf weist Stadtler-Geschäftsführer Jure Mikolcic hin. Er, sowie Joachim Bläse, Stefan Krispin, Geschäftsführer von Go-Ahead Deutschland sowie Dr. Hans-Peter Sienknecht, Geschäftsleiter Go-Ahead Baden-Württemberg, stellen sich auf der Bühne Fragen von Moderator Dominic Gebauer, der auch das Publikum in die Diskussionsrunde einbindet.
Ein Bürger möchte wissen, ob der neue bw-Tarif – ein Fahrschein für alle Züge in Baden-Württemberg – auch für Dauerkarten möglich ist. „Kommt 2020“, sagt Winfried Hermann. Dafür sei das Land mit 22 Verbunden im Land im Gespräch. Die 28 neuen Züge von Stadler, lässt Hermann weiter wissen, gehören dem Land und werden an GoAhead vermietet. Dass dabei unterm Strich noch günstigeres Fahren möglich wird, schätze er sehr. Die Fahrpreise seien etwa 25 Prozent billiger. Auch Gmünder Nachtschwärmer profitieren vom neuen Betreiber. An Wochenenden kommen Züge um 1.02 Uhr, 2.33 Uhr und 4.34 Uhr aus Stuttgart in die Stauferstadt.
Bis in den Nachmittag feierte Schwäbisch Gmünd die neuen Züge. Interessierte wurden im Info-Zelt des Zug-Herstellers Stadler fündig, können sich bei Go-Ahead umsehen und nutzen das Angebot, die neuen Sitzplätze im bis zu 160 km/h schnellen Zug zu testen.
Wer die Premiere hautnah erleben will, muss etwas ausharren. Der letzte Zug der DB passiert Schwäbisch Gmünd am Pfingstsonntag um 0.16 Uhr. Der erste GoAhead-Zug hält hier um 1.01 Uhr.