Dringend gesucht: Der perfekte Spender – DRK-Notfallsanitäter hat Leukämie
Rems-Murr-Kreis/Backnang. Eigentlich ist Dominik Kunzmann der Retter. Seit fast 20 Jahren arbeitet er beim Deutschen Roten Kreuz als Notfallsanitäter, kommt immer dann zu Hilfe, wenn Menschen ihre schwersten Momente erleben. Jetzt braucht der 44-Jährige selber Hilfe. Er ist an Leukämie erkrankt. Nur eine Stammzellenspende kann sein Leben retten. Wer mitmachen will: Die Typisierungsaktion findet am Samstag, 18. April, von 12 bis 17 Uhr in der DRK-Rettungswache in Backnang, Manfred-von-Ardenne-Allee 7, statt.
Die weltweite Suche nach dem Spender
Dominik Kunzmann ist an Blutkrebs erkrankt. Genauer: an akuter lymphatischer Leukämie. Nur mit einer passenden Stammzellenspende hat er eine Chance auf Heilung. Und der perfekte Stammzellenspender muss so schnell wie nur möglich gefunden werden. Damit das möglich ist, braucht Dominik Kunzmann Hilfe. Hilfe von so vielen Menschen wie möglich. Denn den perfekten Spender muss man oft auf der ganzen Welt suchen. Deshalb: Wer gesund und zwischen 17 und 55 Jahren alt ist, kann sich als Stammzellspender registrieren. Gelegenheit dazu gibt es am Samstag, 18. April, zwischen 12 und 17 Uhr in der DRK-Rettungswache in Backnang, Manfred-von-Ardenne-Allee 7.
Und es gibt noch eine zweite Möglichkeit – für alle, denen dieser Termin einfach nicht in die Wochenendplanung passt: Unter dkms.de/dominik kann ein Registrierungsset bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei DKMS bestellt werden.
Damit der Papa zweier Kinder wieder gesund werden kann. Denn mit seinen zwei Töchtern und mit seiner Frau Jennifer will Dominik Kunzmann noch viel Zeit verbringen, gemeinsame Urlaube und Ausflüge machen, Kanufahren, Raften und Inlineskaten, Spiele des VfB Stuttgart besuchen. Und – natürlich – will er weiterhin als Notfallsanitäter Menschen helfen.
Die Krankheit: Wie alles begann
„Es begann mit Atembeschwerden, Kopfschmerzen und einem unerklärlichen Krankheitsgefühl“, erzählt Jochen Kehle, der mit Dominik Kunzmann auf der Rettungswache in Backnang arbeitet. Dominik Kunzmann fühlte sich schlichtweg ganz furchtbar. So furchtbar, dass es dann sogar zu einer Notfallbehandlung kam. Nach dieser war klar: Der 44-jährige Notfallsanitäter leidet an akuter lymphatischer Leukämie. „Die Diagnose war ein gigantischer Schock, prägt seit Januar sein Leben und bestimmt seinen Alltag maßgeblich. Nichts ist, wie es einmal war. Alles hat sich verändert“, sagt Jochen Kehle. Er hat seinen Arbeitskollegen und Freund oft in der Klinik besucht. „Dominik hat einen eisernen Durchhaltewillen.“ Das und die Unterstützung durch Familie und Freunde habe ihm sehr geholfen. Nach fast zwei Monaten Chemo- und Bestrahlungstherapie befinde er sich auf einem guten und vielversprechenden Genesungsweg. Daher konnte er die Klinik verlassen. Doch auf längere Sicht kommt Dominik nicht um eine Stammzellenspende herum.
Die Behandlung der Leukämie ist hart
Nach der harten Prozedur kann er zu Hause neue Kraft tanken. Dann steht eine weitere Chemotherapie in der Klinik an. Seine größte Hoffnung: ein passender Stammzellspender, der ihm das Leben retten kann. Bisher wurde über die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) jedoch noch kein geeigneter Spender gefunden. „Das war für uns als DRK-Familie Anlass, aktiv zu werden.“ Alle Hoffnung liegt auf der Typisierungsaktion. Denn je mehr Menschen sich registrieren, desto größer ist die Chance, einen passenden Spender für Dominik zu finden. Und: Wer einmal registriert ist, dessen Daten stehen weltweit dauerhaft zur Verfügung. Damit wo auch immer andere Betroffene eine Chance zu leben erhalten.
Um Menschen mit Blutkrebs eine zweite Chance auf Leben zu ermöglichen, sucht die DKMS weltweit nach geeigneten Stammzellspendern. Entscheidend für die erfolgreiche Übertragung ist die Übereinstimmung der Gewebemerkmale (HLA-Merkmale) zwischen Spender und Patient. Die Registrierung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Es ist wirklich ganz einfach: Nach dem Ausfüllen einer Einwilligungserklärung wird ein Wangenschleimhautabstrich mittels Wattestäbchen durchgeführt, damit die Gewebemerkmale im Labor bestimmt werden können.
Die Registrierung: Chance auf Leben
„Unser Kreisverband mit 850 Mitarbeitern und vor allem unsere 200 Beschäftigten der Notfallrettung stehen hinter Dominik“, sagt DRK-Kreisgeschäftsführer Sven Knödler. „Jeden Tag helfen wir den 440.00 Menschen im Rems-Murr-Kreis. Nun brauchen wir Hilfe.“ „Lasst uns den 18. April zu einem legendären Datum für Dominik machen“, sagt Jochen Kehle. „Wir können für Dominik oder einen anderen Menschen den Unterschied machen.“



