Rems-Murr-Kreis

DRK Rems-Murr bittet: Keine Sachspenden in die Hochwassergebiete schicken!

DRKKleiderspende
Schuhe über Schuhe - und keiner kann mit den Spenden etwas anfangen? Das Rote Kreuz bittet sehr darum, dass keine Care-Pakete gepackt werden. © Gaby Schneider

„Die Umweltkatastrophen in den letzten Tagen in Deutschland sind furchtbar“, schreibt eine Leserin aus Rudersberg an das Landratsamt und die Redaktion. Sie lobt die Hilfsangebote der Bürgerinnen und Bürger und fragt: Wohin können diejenigen sich wenden, die Sachspenden auf den Weg bringen wollen? Sie vermisse eine Sammelstelle im Kreis: „Auch ich habe bereits einige Pakete mit Haushaltsutensilien, Büromaterial und so weiter zusammengepackt und möchte es den Menschen zukommen lassen, die es dringend benötigen.“

Landrat Richard Sigel ist das Thema so wichtig, dass er sogar den Sonntag zum Arbeitstag macht: Er bedankt sich per Mail bei der Rudersbergerin für die Hilfsbereitschaft, die Nachrichten seien wirklich bedrückend. Er verweist darauf, dass die, die retten, helfen und die Arbeit in Katastrophengebieten professionell und mit guter Ausrüstung leisten können, sich auch schon längst aus vielen Kommunen aus dem Rems-Murr-Kreis auf den Weg in die Hochwassergebiete gemacht hatten. „Mit Feuerwehr und Rettungsdienst haben wir daher bereits im Krisengebiet unterstützt.“

Sachspenden sind nicht vonnöten

Aber: Richard Sigel bittet dringlichst darum, die Empfehlung ernst zu nehmen, die ihm von Sven Knödler, dem Kreisgeschäftsführer des DRK Rems-Murr, weitergegeben wurde. Der hatte selbige vom DRK-Landesverband Nordrhein-Westfalen zugeschickt bekommen. Aktuell nämlich würden das DRK „unzählige Hilfsangebote aus der Bevölkerung“ erreichen. Eine Unterstützung in Form von Sachspenden sei jedoch aktuell nicht erforderlich.

Der DRK-Landesverband Nordrhein-Westfalen erklärt: ,,Wir werden aktuell mit Sachspendenangeboten bombardiert.“ Doch üblicherweise würden bei Krisen in Deutschland 98 Prozent der Menschen durch die nahe Familie versorgt. Die anderen zwei Prozent bekommen von den Hilfsorganisationen vor Ort Hilfe. Es gebe Kleiderkammern oder es würden gezielt vor Ort Sammlungen organisiert.

Man möge daher „dringend davon absehen“, eigene Sachspendenaufrufe zu veröffentlichen oder an das Rote Kreuz weiterzuleiten. „Unsere Telefone stehen nicht still.“ Großspenden-Angebote sollen dem DRK-Kreisverband Rems-Murr gemacht werden. Von dort werden diese dann an das Führungs- und Lagezentrum der betroffenen DRK-Landesverbände weitergeleitet.

Sie wollen helfen? Spenden Sie

Vordringlich bittet das DRK jedoch um Geldspenden. Wer also helfen möchte, kann dem Geldspendenaufruf des DRK-Generalsekretariats folgen.

Das DRK rät außerdem dringend davon ab, dass sich freiwillige Helfer aufmachen und ins Katastrophengebiet fahren. Benedikt Paulowitsch, Bürgermeister von Kernen und Vorsitzender des dortigen DRK- Ortsvereins, schreibt auf Facebook: „Die Koordinierung von Rettungs- und Aufräumarbeiten ist hochkomplex. Sie würden den Kräften vor Ort durch das gut gemeinte Engagement mehr Arbeit bereiten als helfen. Sollte es zusätzliche Hilfe brauchen, wird dies von offizieller Seite entsprechend bekanntgegeben und erbeten.“

„Die Umweltkatastrophen in den letzten Tagen in Deutschland sind furchtbar“, schreibt eine Leserin aus Rudersberg an das Landratsamt und die Redaktion. Sie lobt die Hilfsangebote der Bürgerinnen und Bürger und fragt: Wohin können diejenigen sich wenden, die Sachspenden auf den Weg bringen wollen? Sie vermisse eine Sammelstelle im Kreis: „Auch ich habe bereits einige Pakete mit Haushaltsutensilien, Büromaterial und so weiter zusammengepackt und möchte es den Menschen zukommen lassen, die es

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