Rems-Murr-Kreis

Durchsuchung in Waiblingen: Gruppe plante Anschläge und Lauterbach-Entführung

Polizei
Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Buettner

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und das LKA Rheinland-Pfalz ermitteln gegen eine Gruppe, die Sprengstoffanschläge und eine Entführung geplant haben soll. Laut einer aktuellen Pressemitteilung seien die Mitglieder "der Corona-Protestszene und Reichsbürgerbewegung zuzuordnen". Einige von ihnen seien der Polizei bereits bekannt gewesen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen habe es auch eine Durchsuchung in Waiblingen gegeben, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft auf Nachfrage mitteilte.

Hinweis der Redaktion: Einen aktuelleren Artikel zur Durchsuchung in Waiblingen lesen Sie hier.

Ziel: Bürgerkriegsähnliche Zustände herbeiführen

Das Ermittlungsverfahren laufe bereits seit Oktober 2021, heißt es in der Pressemitteilung. Ziel der Gruppe sei es gewesen, "Einrichtungen der Stromversorgung zu zerstören, um einen länger andauernden bundesweiten Stromausfall herbeizuführen". Damit habe man "bürgerkriegsähnliche Zustände" verursachen wollen, um schließlich das demokratische System in Deutschland zu stürzen. Die Beschuldigten sollen sich darüber auch per Telegram in einem Kanal namens "Vereinte Patrioten" ausgetauscht haben.

Bei der Person, die im Zuge dieses Plans entführt werden sollte, handelt es sich um den Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), wie der Sprecher auf Nachfrage bestätigte. Zuerst hatte "Report Mainz" darüber berichtet. Lauterbach gilt seit längerem als Feindbild der Querdenker- und Reichsbürger-Szene. Sein Name findet sich auf Feindeslisten und Online-Prangern, vor seiner Privatwohnungen fanden bereits Demonstrationen statt.

In Waiblingen seien am Mittwoch (13.04.) die Räumlichkeiten eines Menschen durchsucht worden, der nach Erkenntnissen der Ermittler in Kontakt mit einer beschuldigten Person stand. Der Waiblinger selbst werde aktuell "weder beschuldigt, noch verdächtigt", so der Sprecher. Das könne sich im Laufe der Ermittlungen ändern, man stehe aber noch am Anfang. So sei beispielsweise noch unklar, ob etwas bei der Durchsuchung sichergestellt wurde. Die Generalstaatsanwaltschaft warte hier "auf Meldung der Polizei vor Ort".

Mehrere Waffen und hunderte Schuss Munition

Bei Durchsuchungen in Rheinland-Pfalz, Brandenburg, Bayern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen wurden laut Pressemitteilung Waffen, hunderte Schuss Munition, Geld, Gold und Silber sichergestellt. Unter den Waffen war auch eine Kalaschnikow, die als Kriegswaffe zählt. Außerdem wurden gefunden: Mobiltelefone, Datenträger, Notebooks, schriftliche Umsturzpläne, gefälschte Impfpässe und Testzertifikate. Die beschlagnahmten Gegenstände würden nun untersucht werden.

Die Beschuldigten, allesamt Deutsche, seien zwischen 41 und 55 Jahren alt. Ihnen wird die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Verstöße gegen das Waffen- und Kriegswaffenkontrollgesetz vorgeworfen. Haftbefehle gegen die Beschuldigten seien bereits beantragt, noch am Donnerstag (14.04.) sollen sie einem Haftrichter vorgeführt werden.

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz und das LKA Rheinland-Pfalz ermitteln gegen eine Gruppe, die Sprengstoffanschläge und eine Entführung geplant haben soll. Laut einer aktuellen Pressemitteilung seien die Mitglieder "der Corona-Protestszene und Reichsbürgerbewegung zuzuordnen". Einige von ihnen seien der Polizei bereits bekannt gewesen. Im Zusammenhang mit den Ermittlungen habe es auch eine Durchsuchung in Waiblingen gegeben, wie ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft auf Nachfrage

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