Rems-Murr-Kreis

Frohe Weihnachten trotz Corona: Bewegung aktiviert Glückshormone und Konfliktthemen können warten

Weihnachten zuhause
Trautes Heim ... © MNStudio - stock.adobe.com

Fröhlich, besinnlich und geruhsam möge Weihnachten verlaufen. Zumindest fordern das die Standard-Festtagsgrußkarten. Dieses Jahr klingen die schönen Worte anders als sonst: Geruhsam? Ha! Geruhsam haben wir’s schon lang, Corona sei Dank.

Es hilft alles nichts. Weihnachten ist da, Corona auch, und am besten macht man’s Beste draus. 10 Tipps für ein Weihnachtsfest, von dem alle nachher sagen werden: Schön war’s! – helfen hoffentlich weiter. An der Ideensammlung beteiligt waren: Sozialpädagogin Sonja Lupfer-Rieg vom Kreisdiakonieverband, Dr. Oranna Keller-Mannschreck, Leiterin von Pro Familia in Waiblingen, und liebe Leute aus dem Umfeld der Redaktion. Letztere haben auf die Frage, wie Weihnachten möglichst friedlich verlaufen könnte in diesen wirren Zeiten, ganz unterschiedlich reagiert. Entspannt, erbost, erwartungsfroh, entnervt. Los geht’s:

Liste anfertigen: Was machen wir nach Corona?

1. Vor einem Jahr wäre dieser Tipp hier niemals denkbar gewesen: Gegen trübe Stimmung an den Festtagen könnte eine Liste helfen. Titel: Was machen wir nach Corona? Die Hirnforschung hat gezeigt, es muss gar nicht das Erlebnis selbst sein, das glücklich macht. Es reicht – vorerst –, es sich vorzustellen.

2. Ähnliches gilt für Rückblicke: Gelungene Aktivitäten aus früheren Zeiten lassen sich regelrecht beschwören. Weißt du noch? Schau dir diese Fotos an! Die Rückschau auf Gutes wirkt selbstbestätigend, wie eine Art Beweis: Wir kriegen vieles hin.

3. Wer an Weihnachten seinen Schlechte-Laune-Level kontinuierlich steigern möchte, der pflanze sich aufs Sofa und verharre dort alle Tage bis an der Festtage Ende. Bewegung an der frischen Luft empfiehlt sich nur, sofern man mit einer Glückshormon-Flut auch umgehen kann. Spazieren gehen, walken, joggen, was auch immer: Danach geht’s allen besser. Das gilt auch bei Regen und Wind. Sollte der Start schwerfallen, hilft ein Plan mit festen Draußen-Zeiten.

Was eh schon lange gärt, muss nicht jetzt auf den Tisch

4. Pragmatisch veranlagte Menschen betonen die Vorteile einer aus gegebenem Anlass geschrumpften Festtagsgesellschaft. Schon immer wollte nicht jeder jeden sehen, nur weil Weihnachten ist. Für Telefonate und innerfamiliäre Videokonferenzen gilt noch viel mehr, was fürs persönliche Beisammensein in kleiner Runde unbedingt anzuraten ist: Schwierige Themen müssen nicht unbedingt zu Weihnachten auf den Tisch. Was schon lange gärt, gerät leicht aus dem Ruder in einer ohnehin schon emotional überladenen Situation. Also: Gespräche über Reizthemen ins neue Jahr verlegen und bestimmte Verhaltensweisen, die zielsicher zum Streit führen, vermeiden.

5. Enttäuscht reagieren Menschen dann, wenn ihre Erwartungen sich nicht erfüllen. Erwartungen sind aber was höchst Individuelles – auch in Bezug aufs Weihnachtsfest. Selbst wenn’s jetzt schon kurz vor knapp ist: Jeder in der Familie sollte Gelegenheit haben, den anderen mitzuteilen, was für sie/ihn zu einem schönen Weihnachtsfest gehört. Sicher lässt sich nicht alles gleichzeitig verwirklichen. Doch sind die Bedürfnisse aller zumindest teilweise berücksichtigt, wächst die Chance auf ein friedvolles Fest enorm. Wer nicht weiß, was er wirklich will, folge seinem Herzen: „Die Sehnsucht weist den Weg“, sagt Sonja Lupfer-Rieg.

Feste Zeiten für PC- und Handy-Spiele

6. „Ja, mach nur einen Plan! Sei nur ein großes Licht! Und mach dann noch ’nen zweiten Plan, gehn tun sie beide nicht“, heißt es im Lied von der Unzulänglichkeit menschlichen Strebens. Mag sein – nur gar kein Plan ist halt auch keine Alternative. Festgelegte Zeiten für PC- und Handy-Spiele beispielsweise reduzieren Stress, weil Eltern nicht dauernd, sondern nur nach Ablauf der verabredeten Zeiten motzen müssen.

7. Weihnachten verläuft dieses Jahr anders als sonst, ohne Frage. Das muss nicht ausnahmslos schlimm sein, denn Weihnachten verlief auch früher schon anders. Wie’s damals war unterm Baum, das können die Alten erzählen. Allerdings müsste man sie gezielt danach fragen, und das geht auch am Telefon.

Rücksicht nehmen

8. Schöne Signale der Mitmenschlichkeit aussenden – das wärmt die Seele. Insbesondere in Zeiten, da alleinstehende Menschen mit Blick auf Corona-Regeln als „Härtefälle“ verunglimpft werden, die man ausnahmsweise einladen darf. Weihnachten war schon immer bitter für Menschen, die niemanden haben, und ganz besonders für jene, die sich in diesem Jahr für immer von einem lieben Menschen verabschieden mussten. Corona hat, aller Unbill zum Trotz, auch das Solidarische im Menschen sichtbarer gemacht. Jetzt ist die richtige Zeit, das zu intensivieren.

9. Religiöse Riten haben für viele Menschen an Bedeutung verloren. Für andere sind sie unverzichtbar. Also: Toleranz walten lassen.

10. Ganz im Ernst: Nicht zu viel Alkohol konsumieren und auf genügend Schlaf achten – das empfiehlt sich unbedingt, auch wenn’s banal klingt. Nicht umsonst heißt es stille Nacht.

Fröhlich, besinnlich und geruhsam möge Weihnachten verlaufen. Zumindest fordern das die Standard-Festtagsgrußkarten. Dieses Jahr klingen die schönen Worte anders als sonst: Geruhsam? Ha! Geruhsam haben wir’s schon lang, Corona sei Dank.

Es hilft alles nichts. Weihnachten ist da, Corona auch, und am besten macht man’s Beste draus. 10 Tipps für ein Weihnachtsfest, von dem alle nachher sagen werden: Schön war’s! – helfen hoffentlich weiter. An der Ideensammlung beteiligt waren:

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