Rems-Murr-Kreis

Gefährliche Atemaussetzer in der Nacht: Was tun bei Schlaf-Apnoe?

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So witzig dieses Symbolfoto auch gedacht war, chronisches Schnarchen und Atemaussetzer in der Nacht sind gesundheitsgefährdend. © Bernhardt

Wer eigentlich ausreichend schläft, sich tagsüber aber auffällig müde und erschöpft fühlt, kann an einer Schlafapnoe erkrankt sein. Die Betroffenen bekommen während des Schlafs schlecht Luft und haben Atemaussetzer – oftmals unbemerkt. Die Lebensqualität kann deutlich beeinträchtigt werden. Langfristig steigt auch das Risiko für andere Erkrankungen. Im Rems-Murr-Kreis waren im vergangenen Jahr 3580 Versicherte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr wegen einer Schlafapnoe in Behandlung – etwa doppelt so viele Männer wie Frauen. Der Anteil der Betroffenen hat seit 2017 im Mittel um 6,7 Prozent pro Jahr zugenommen. Zum Vergleich: Im Land liegt die Steigerung bei 4,6 Prozent.

„Bei einer Schlafapnoe handelt es sich um eine schlafbezogene Atmungsstörung. Am häufigsten ist das sogenannte obstruktive Schlafapnoe-Syndrom (OSAS), welches mit einer Verlegung der oberen Atemwege im Schlaf einhergeht und rund 13 von 100 Männern und sieben von 100 Frauen im Alter von über 40 Jahren betrifft“, sagt Alexandra Isaksson, Ärztin bei der AOK.

Wenn die Muskulatur in den oberen Atemwegen im Schlaf erschlafft, verengt sich der Rachenraum oder blockiert sogar komplett. Es kommt deshalb zu lauten Schnarchgeräuschen und zu Atemaussetzern, die länger als zehn Sekunden dauern. In der Folge wird der Körper nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt. Zudem sinken Blutdruck und Puls, was dazu führt, dass das Atemzentrum im Gehirn alarmiert wird.

Die Schlafenden wachen kurz auf und holen tief Luft – in der Regel, ohne es zu merken. Dieser Ablauf kann sich mehrfach während des Schlafes wiederholen, der Schlafrhythmus ist gestört.

Da die Nacht nur wenig Erholung bringt, fühlen sich Betroffene tagsüber häufig schlapp und müde. Dies kann zu einer Einschlafneigung bei monotonen Tätigkeiten, zum Beispiel beim Autofahren, mit erhöhtem Unfallrisiko führen. „Zudem können Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, depressive Verstimmungen, nächtliches Schwitzen und häufige Toilettengänge, Potenzstörungen, plötzliches Erwachen in der Nacht sowie ein trockener Mund und Kopfschmerzen beim Aufwachen Hinweise auf eine Schlafapnoe sein“, erläutert die AOK-Ärztin.

Menschen mit Schlafapnoe fühlen sich jedoch nicht nur ständig müde; sie haben auch ein erhöhtes Risiko, an Bluthochdruck oder anderen Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu erkranken oder einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.

Zu den behandelbaren Risikofaktoren zählen unter anderem starkes Übergewicht, das Trinken von Alkohol, Rauchen sowie die Einnahme von Schlafmitteln. Bei bestehendem Übergewicht kann eine Gewichtsabnahme um 20 Prozent die Atemaussetzer bereits um 50 Prozent verringern. Stellt der Hals-Nasen-Ohren-Arzt fest, dass Polypen oder Rachenmandeln die Atemwege verengen, können diese entfernt werden.

Auch das Meiden schwerer Mahlzeiten am Abend sowie der Verzicht auf Alkohol und Tabak sind hilfreich.

Empfohlen wird zudem, in Seitenlage statt auf dem Rücken zu schlafen. Abhängig von der Schwere der Schlafapnoe, bestehenden Beeinträchtigungen und Begleiterkrankungen wird Betroffenen zur sogenannten CPAP-Therapie gerate, das ist die Beatmung mit einer speziellen Maske. Diese Atemmaske wird nachts während des Schlafs getragen und ist an ein spezielles Gerät angeschlossen, das mit leichtem Überdruck Luft in die Nase und den Mund bläst. Ziel der Therapie ist es, die Anzahl der Atemaussetzer zu verringern, ihre Dauer zu verkürzen und damit vorhandene Beschwerden, wie eine starke Tagesmüdigkeit oder Konzentrationsstörungen zu lindern. Auch das kardiovaskuläre Risiko kann gesenkt sowie ein schwer einstellbarer Bluthochdruck besser behandelt werden.

Betroffene mit einem obstruktiven Schlafapnoe-Syndrom werden häufig von Lungenfachärzten (Pneumologen) behandelt, vor allem, wenn sie eine Therapie mit Atemmaske verordnet bekommen.

Wer eigentlich ausreichend schläft, sich tagsüber aber auffällig müde und erschöpft fühlt, kann an einer Schlafapnoe erkrankt sein. Die Betroffenen bekommen während des Schlafs schlecht Luft und haben Atemaussetzer – oftmals unbemerkt. Die Lebensqualität kann deutlich beeinträchtigt werden. Langfristig steigt auch das Risiko für andere Erkrankungen. Im Rems-Murr-Kreis waren im vergangenen Jahr 3580 Versicherte der AOK Ludwigsburg-Rems-Murr wegen einer Schlafapnoe in Behandlung – etwa doppelt

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