Rems-Murr-Kreis

Geplante Lauterbach-Entführung: Was Ermittler in Waiblingen sichergestellt haben

Polizei
Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Buettner

Im Fall der Gruppe aus Querdenkern und Reichsbürgern, die Anschläge und die Entführung Karl Lauterbachs geplant haben soll, gibt es neue Entwicklungen. Auch was die Durchsuchung bei einem Querdenker in Waiblingen betrifft, der nach jetzigem Kenntnisstand als Zeuge im Ermittlungsverfahren geführt wird.

Terror-Gruppe? Generalbundesanwalt übernimmt die Ermittlungen

Die erste Neuigkeit: Nicht mehr die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz leitet die Ermittlungen, sondern der Generalbundesanwalt. Ein Schritt, der mit einem neuen Vorwurf gegen die fünf Hauptbeschuldigten im bisherigen Ermittlungsverfahren einhergeht.

Demnach sollen die Männer eine terroristische Vereinigung gegründet haben und/oder in dieser Mitglied gewesen sein. Ziel dieser Vereinigung sei es gewesen, bürgerkriegsähnliche Zustände herbeizuführen, um dadurch die Demokratie in Deutschland zu stürzen.

Laut einer aktuellen Pressemitteilung werde wegen dieses Verdachts gegen fünf deutsche Staatsangehörige ermittelt: Thomas O., Sven B., Michael H., Thomas K. und einen weiteren, nicht namentlich genannten Beschuldigten. Außerdem werde gegen einzelne Beschuldigte weiterhin wegen anderer möglicher Straftaten ermittelt.

Umsturz-Pläne: Sprengstoff und Schusswaffen

Zur Umsetzung ihrer Pläne hätten „zumindest“ Thomas O. und Sven B. ab September 2021 in verschiedenen Telegram-Kanälen nach Gleichgesinnten gesucht. Dabei hätten sie die anderen Beschuldigten für ihre Idee gewinnen können, so der Generalbundesanwalt.

„Zudem versuchten Thomas O. und Sven B., Waffen und Sprengstoff für die Vereinigung zu beschaffen“, heißt es in der aktuellen Pressemitteilung. Thomas K. habe angeboten, sich mit seinen eigenen Schusswaffen an dem Vorhaben zu beteiligen. Michael H. sei „insbesondere in die Beschaffung von Finanzmitteln eingebunden“ gewesen.

Teile dessen, was der Generalbundesanwalt nun per Pressemitteilung bekanntgab, waren zuvor bereits durch journalistische Recherchen öffentlich geworden.

Durchsuchung: Server in Waiblingen sichergestellt

Die zweite Neuigkeit: Wie bereits berichtet, war im Zuge des Ermittlungsverfahrens auch die Wohnung eines Querdenkers aus Waiblingen durchsucht worden. Dieser wird im Ermittlungsverfahren der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz als Zeuge geführt. Er wird weder verdächtigt noch beschuldigt. Was bei der Durchsuchung gefunden wurde, war bislang unklar.

Bis jetzt. Noch vor dem Wechsel der Zuständigkeiten teilte die Generalstaatsanwaltschat Koblenz unserer Redaktion auf Nachfrage mit: Bei der Durchsuchung sei ein Server sichergestellt worden. „Dessen Auswertung dauert noch an“, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Mario Mannweiler.

Radikale Äußerungen: „Unter Androhung von Waffengewalt“

Der Waiblinger, dessen Wohnräume durchsucht wurden, ist unseren Recherchen zufolge seit langem Teil der regionalen Querdenker-Szene. Außerdem war er auf Telegram in einem Kanal aktiv, den unter anderem der Beschuldigte Sven B. als Administrator leitete. An B. gerichtet schrieb der Waiblinger dort: „Du kennst mich ja ein wenig.“

Dieser Telegram-Kanal war der Teil des Ermittlungsverfahrens der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz. Darin finden sich auch radikale Äußerungen des Waiblingers. Zum Beispiel: „Diese Verbrecher müssen unter Androhung von Waffengewalt aus der Regierung entfernt oder verjagt werden. Etwas anderes funktioniert nicht, das sind Schwerkriminelle, die verstehen nur eine Sprache."

Offene Fragen: Was liegt auf dem Server?

Die neuen Entwicklungen in diesem Fall werfen Fragen auf: Von welchem Interesse ist der bei der Durchsuchung in Waiblingen gefundene Server? Wofür wurde er eingesetzt? Welche Daten befinden sich darauf?

Die Antworten auf eine Anfrage unserer Redaktion beim Generalbundesanwalt stehen hierzu noch aus. Auch der Waiblinger Querdenker äußerte sich auf erneute Nachfrage bislang nicht zu seiner Rolle im Verfahren – oder seinen radikalen Aussagen.

Im Fall der Gruppe aus Querdenkern und Reichsbürgern, die Anschläge und die Entführung Karl Lauterbachs geplant haben soll, gibt es neue Entwicklungen. Auch was die Durchsuchung bei einem Querdenker in Waiblingen betrifft, der nach jetzigem Kenntnisstand als Zeuge im Ermittlungsverfahren geführt wird.

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Die erste Neuigkeit: Nicht mehr die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz leitet die Ermittlungen, sondern der

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