Rems-Murr-Kreis

Gewitter, Unwetter, "heftiger Starkregen": Die Gefahrenlage im Rems-Murr-Kreis

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Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

In seinem aktuellen Warnlagebericht hat der Deutsche Wetterdienst auf die Gefahr schwerer Gewitter und extremer Unwetter am Dienstag (03.09.) hingewiesen (Stand 10.30 Uhr). Der Rems-Murr-Kreis könnte davon durchaus betroffen sein, sagt Meteorologe Thomas Schuster. Auf Nachfrage unserer Redaktion hat er die aktuelle Situation eingeschätzt. 

Stehende Gewitterzellen: "Die Luftmasse steht über ganz Baden-Württemberg"

"Wir haben das Problem, dass wir stehende Gewitterzellen erwarten", sagt Schuster. Die Luft ist warm und feucht, bewegt sich kaum von der Stelle. "Die Zellen bilden sich einfach aus der Luftmasse heraus und bleiben dann eine Stunde stehen, bis sie sich sozusagen selbst zerstören" – in dem sie alle Feuchtigkeit wieder abgeben. Das bedeutet: Dort, wo die Zellen auftauchen, sei "viel Regen in kurzer Zeit auf eine kleine Fläche zu erwarten". 

Gegen 11 Uhr hatten sich bereits erste Zellen im Nordschwarzwald gebildet, so der Experte mit Blick auf das Radar. "In den nächste Stunden wird es mehr und mehr werden". Ab 14, 15 Uhr sei am Nachmittag bis in den Abend hinein auch abseits des Berglands mit Gewittern und Unwettern zu rechen. Wo, das lässt sich nur schwer sagen, sagt Schuster. Das Potenzial sei überall im Land gegeben. "Die Luftmasse steht über ganz Baden-Württemberg". 

Starkregen: Vereinzelt höchste Warnstufe möglich

Wo sich Gewitterzellen bilden, sei "heftiger Starkregen" zu erwarten, mit Regenmengen von 40 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit. "Vereinzelt können wir auch extreme Mengen haben, von bis zu 60 Litern", so der Meteorologe. "Das wäre dann die höchste Warnstufe." Hagel und Sturmböen seien in diesem Fall dagegen nur eine "marginale Gefahr" und kaum zu erwarten. 

"Heute Nacht haben wir dann einen größeren Wetterkomplex, der wird den Großraum Stuttgart in der späteren zweiten Nachthälfte erreichen", so Schuster. Bis in den Vormittag hinein sei mit verbreitetem, mehrstündigen Regen zu rechen. "Wir reden von 10 bis 20 Litern in drei bis sechs Stunden, dazu einzelne Gewitter". Eine größere Unwettergefahr gehe von diesem Komplex am Mittwoch (04.09.) aber nicht mehr aus. 

Wetter zum Wochenende: Es könnte warm werden

"Donnerstag und Freitag sehen aktuell sehr gut aus", so der Meteorologe. Waren zuvor noch einbrechende Temperaturen durch eine Kaltfront angekündigt gewesen, würden aktuelle Modelle dagegen einen Anstieg auf bis zu 28 Grad vorhersagen. "Grund ist ein Hoch über Skandinavien, das sich weiter zu uns ausdehnt, und die Kaltfront abdrängt". Am Wochenende könnte es damit nochmal richtig warm werden, bis zu 29 Grad seien denkbar. "Erst am Montag ist der große Wetterwechsel in Sicht – aber noch ist alles in der Schwebe."