Rems-Murr-Kreis

Grippe im Rems-Murr-Kreis (16.12.): Steile Influenza-Welle baut sich auf

Thema Grippe
O-oh, Fieber: Die Grippe geht um. © Subbotina / Fotolia

Atemwegserkrankungen gehen um – während aber viele vom RS-Virus reden und manche weiter von Corona, prägt derzeit vor allem eine steile Influenza-Welle das Geschehen. Die Grippesaison hat diesmal viel früher begonnen als in vergangenen Jahren - wird sie auch höher aufgischten? Das Gesundheitsamt des Rems-Murr-Kreises liefert dazu hochinteressante Zahlen.

Atemwegserkrankungen: Der Überblick zur Lage

Was Atemwegserkrankungen betrifft, ist die Lage „derzeit besonders angespannt für diese Jahreszeit“, teilt das Kreisgesundheitsamt mit. Die aktuellste Auswertung für Baden-Württemberg, die bislang vorliegt, bezieht sich auf Kalenderwoche 49 (5. bis 11. Dezember): In diesem Zeitraum wertete das Landesgesundheitsamt 219 eingesandte Abstrich-Proben systematisch, umfassend und über das übliche Maß hinaus auf verschiedene Erreger aus, um ein repräsentatives Lagebild von den Verhältnissen zu gewinnen. 169 der Proben fielen positiv aus - darunter waren

Man sieht: Influenza bestimmt derzeit das Geschehen.

Das aber ist nicht der einzige bemerkenswerte Befund. Richten wir, um noch spannendere Erkenntnisse zu gewinnen, die Lupe auf den Rems-Murr-Kreis.

Die aktuelle Influenza-Welle im Rems-Murr-Kreis

Bei den folgenden Daten ist eines zu beachten: Es handelt sich nur um Diagnosen, die über die Labor-Auswertung eines Abstrichs gesichert nachgewiesen sind. Das Kreisgesundheitsamt betont: „Da nicht alle Praxen jedes Mal einen Abstrich auf Influenza machen, gehen wir von einer Dunkelziffer von einer doppelten bis dreifachen Menge an Influenza-Fällen aus.“ Und man muss wohl gedanklich obendrein auch noch diejenigen Fälle hinzunehmen, in denen die Ansteckung so harmlos verläuft, dass die Betroffenen erst gar nicht zum Arzt gehen.

Nun aber zu den Rems-Murr-Daten:

  • Die Grippewelle begann hier bei uns etwa in Kalenderwoche 40, also Anfang Oktober. Seinerzeit wurden die ersten Fälle nachgewiesen.
  • Bis etwa zum 20. Oktober kamen nur recht wenige nachgewiesene Fälle hinzu, nämlich etwa fünf bis zehn pro Woche.
  • Ab Ende Oktober begann die Kurve steil zu steigen.
  • Allein in Kalenderwoche 49 vom 5. bis zum 11. Dezember liefen dann im Rems-Murr-Kreis rund 130 per Probenauswertung gesicherte Influenza-Diagnosen auf.

In den vergangenen Jahren war die Influenza-Saison im Rems-Murr-Kreis vollkommen anders verlaufen.

Diesmal vieles anders: Influenza-Wellen im Vergleich

Betrachten wir nun die vier vorhergehenden Grippezeiten im Rems-Murr-Kreis:

  • Im Winter 2018/19 ging die Welle erst ab Anfang Januar richtig hoch und erreichte ihren Gipfel Anfang März mit rund 170 per Abstrich-Auswertung offiziell abgesicherten Diagnosen binnen einer Woche.
  • Im Winter 2019/20 begann die Influenza-Welle zeitlich ähnlich wie 2018/2019, fiel aber früher in sich zusammen und war insgesamt deutlich niedriger mit einem Gipfelwert Ende Februar von etwa 100 Diagnosen pro Woche.
  • Im Winter 2020/2021 nahm die Grippewelle ebenfalls erst im Januar richtig Fahrt auf und erreichte ihren Gipfel Ende Februar – mit etwa 130 Fällen binnen einer Woche.
  • Im Winter 2021/2022 gab es überhaupt keine richtige Influenza-Welle.

Zweierlei lässt sich daraus ablesen:

  • „Normalerweise“ bekommen „die saisonalen Grippewellen im Winterhalbjahr“ immer „erst nach dem Jahreswechsel“ so richtig Schwung, teilt das Kreisgesundheitsamt mit.
  • Die Corona-Schutzmaßnahmen – Abstand, Masken und so weiter – hemmten nebenbei auch das Grippe-Virus bei seiner Verbreitung. Daraus erklären sich die niedrigen Werte in den Jahren 2020, 2021 und Anfang 2022. Mittlerweile aber haben wir eine neue - beziehungsweise eine an die Vor-Corona-Zeit anknüpfende - Konstellation ohne diese Regeln.

Vor diesem Hintergrund sehen wir die aktuellen Besonderheiten scharf:

  • Die Influenza-Welle kommt diesen Winter viel früher.
  • Sie ist bereits jetzt auf oder über dem Gipfel-Niveau der Corona-Jahre – und nicht mehr weit entfernt vom Gipfel der Prä-Corona-Welle 2018/19.

Die Tendenz ist momentan aber steil steigend. In einer  grafischen Darstellung, die uns das Kreisgesundheitsamt zugesandt hat, sieht man eher eine fast senkrecht hochstrebende Wand als eine Welle.

Was tun gegen Influenza? Und was macht eigentlich Corona?

Wie geht es weiter? Wird sich die Woge, die früh gekommen ist, auch früh wieder brechen? Oder wird sie sich zu ungeahnten Höhen aufwerfen, die das Niveau der Saison 2018/19 weit übersteigen? „Eine Einschätzung der Lage ist schwierig, da sich durch die vorangegangenen Corona-Jahre die Dynamik verschoben hat“, teilt das Kreisgesundheitsamt mit. In der Zeit des pandemischen Ausnahmezustands sind gewohnte Zyklen durcheinandergeraten.

Was indes Corona betrifft, fällt eines auf: Die von vielen erwartete, von manchen Experten gar felsenfest für Dezember prognostizierte Winterwelle ist bislang ausgeblieben. Die Herbstwelle erreichte ihren Gipfel Mitte Oktober (Inzidenz etwa 1000) und klang dann rasch ab. Seit Mitte November liegt die Inzidenz im Rems-Murr-Kreis recht stabil zwischen etwa 120 und 150.

Ob aber Grippe oder Corona - das Kreisgesundheitsamt weist darauf hin, was schützt: Abstand halten, Hygiene beachten, regelmäßig lüften.

Traditionell empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) obendrein die Influenza-Impfung für alle Personen ab 60 Jahren, Menschen mit erhöhter gesundheitlicher Gefährdung und Bewohnerinnen und Bewohner von Altersheimen.

Atemwegserkrankungen gehen um – während aber viele vom RS-Virus reden und manche weiter von Corona, prägt derzeit vor allem eine steile Influenza-Welle das Geschehen. Die Grippesaison hat diesmal viel früher begonnen als in vergangenen Jahren - wird sie auch höher aufgischten? Das Gesundheitsamt des Rems-Murr-Kreises liefert dazu hochinteressante Zahlen.

Atemwegserkrankungen: Der Überblick zur Lage

Was Atemwegserkrankungen betrifft, ist die Lage „derzeit besonders angespannt

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