Rems-Murr-Kreis

Hagelschauer in Korb und Winnenden: Gab es Schäden? Wo waren die Hagelflieger?

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Hagelschauer in Winnenden am Mittwochnachmittag (4.5.2022). © Leserfoto
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Hagelschauer in Winnenden am Mittwochnachmittag (4.5.2022). © Benjamin Büttner

„Ich bin erschrocken. Hagel so früh im Mai!?“ Dem Korber Wengerter Jens Zimmerle kam am Mittwochnachmittag (4.5.2022) gleich der Totalverlust vom Mai 2008 in den Sinn, als ein schlimmes Hagelgewitter so viel in den Weingärten kaputt machte. „Wir schauten deshalb gleich in den Garten zu den Pflanzen raus, ob da Blätter zerstört waren." Ähnlich wie den Zimmerles ging es anderen Wengertern im Rems-Murr-Kreis bei dem Platzregen und Gewitter am Mittwoch. Welche Schäden gab es in den Weinbergen? Und: Waren eigentlich die Hagelflieger unterwegs, mit denen der Rems-Murr-Kreis den Vertrag um fünf Jahre verlängert hat.

Wengerter aus Korb und Winnenden berichten

"Der Hagel am Mittwochnachmittag kam mit viel Wasser und Wind runter und war nicht so groß", sagt Jens Zimmerle. "Zum Glück nicht." So wich die Sorge Jens Zimmerles beim Blick in den Garten und auf die Pflanzen auf dem Balkon, die "nur" mit Graupel bedeckt worden waren, der Zuversicht – auch für ihre Weinberge. "Die Vegetation in den Weinbergen ist eh noch nicht so weit. Es sind nur kleine Triebe mit noch keinen großen Blättern gewachsen.“ Kurzum: Es gab am Mittwoch keine schlimmen Schäden im Weinbau der Zimmerles.

Ähnlich besorgt waren auch die anderen Weinbaubetriebe in Korb am Mittwoch. „Zum Glück ist wohl nichts kaputt gegangen“, sagt Julia Schwegler. „Mein Mann war heute (Donnerstag, 5.5.) draußen in den Weinbergen und konnte keine Schäden feststellen. Aber in Winnenden sollen die Hagelkörner größer gewesen sein.“

Doch auch David Siegloch vom gleichnamigen Weingut in Winnenden gibt Entwarnung: „Soweit wir es heute (Donnerstag) beurteilen konnten, gab es keine nennenswerten Hagelschäden in unseren Weinbergen. Die Triebe sind zurzeit noch recht klein und bieten daher wenig Angriffsfläche. Zudem sind sie im aktuellen Stadium auch noch etwas flexibel, brechen nicht so leicht ab. Zum Glück haben die Weinberge den Hagelschauer vom Mittwoch ganz gut überstanden.“

Alle mit Weinbau Befassten sind froh, dass der Rems-Murr-Kreis den Vertrag mit den Hagelfliegern um weitere fünf Jahre verlängert. Seit 25. April sind die Hagelflieger in Bereitschaft. Flugeinsätze gab’s auch schon: am Dienstag (3.5.), am Mittwoch (4.5.) „nur fast“, wie Hagelflieger-Pilot Markus Duwe von der Firma Jumara Air Service bestätigt. Einsatzberichte zum Dienstag liegen vor.

„Am Mittwoch waren die Gewitterzellen so kurzlebig, dass es keinen Sinn gehabt hätte, zu starten. Zudem entstehen aufgrund der noch kühlen Temperaturen von zumeist unter 20 Grad keine Hagelkörner, die größer wären als ein Zentimeter. Das ist eher Graupel, der ist nicht gefährlich und auch nicht unser Metier“, sagt Duwe. Zudem seien auch am Dienstag die Aufwinde so gering gewesen, dass fast keine Wolken geimpft wurden. Nur über Steinheim an der Murr wurde geimpft bei einem Aufwind von 100 fpm (feet per minute). „Das ist sehr wenig. Bei einem richtigen Sommergewitter kann der Aufwind 1000 fpm betragen. Dann ist die Gefahr für größere Hagelkörner gegeben. Die Hagelgefahr steigt Ende Mai, Anfang Juni, parallel zu den steigenden Temperaturen.“

„Ich bin erschrocken. Hagel so früh im Mai!?“ Dem Korber Wengerter Jens Zimmerle kam am Mittwochnachmittag (4.5.2022) gleich der Totalverlust vom Mai 2008 in den Sinn, als ein schlimmes Hagelgewitter so viel in den Weingärten kaputt machte. „Wir schauten deshalb gleich in den Garten zu den Pflanzen raus, ob da Blätter zerstört waren." Ähnlich wie den Zimmerles ging es anderen Wengertern im Rems-Murr-Kreis bei dem Platzregen und Gewitter am Mittwoch. Welche Schäden gab es in den Weinbergen?

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