Rems-Murr-Kreis

Heftiger Regen im Rems-Murr-Kreis: Wie hoch stiegen die Pegel von Rems und Murr?

Regen
So schön kann Wasser sein: Das Kunstwerk von Olafur Eliasson an der Stihlgalerie in Waiblingen spiegelt sich in einer großen Pfütze. Die ist aber definitiv nicht entstanden, weil die Rems über die Ufer gegangen wäre. Sie ist dem Regen geschuldet. © Gabriel Habermann

Die Pegelkarte der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg blinkt am Mittwochvormittag gegen 10 Uhr in Signalrot. Und zwar an sieben Messstellen. Die Nacht mit Dauerregen ist nicht ohne Nachwirkungen geblieben. Allerdings sind die gestiegenen Flusspegel einige Kilometer entfernt vom Rems-Murr-Kreis gemessen worden. Und wie schaut’s nach den stundenlangen Güssen an Rems und Murr aus? Wie in Welzheim, wo ja vor bis zu 50 Liter pro Quadratmeter gewarnt wurde?

Tauber, Neckar und Main sind kurzzeitig über die kritischen Grenzwerte gestiegen

Die Tauber ist kräftig angestiegen: Die Messstelle Bockenfeld, schon über die Grenze in Bayern, meldet um 10 Uhr 311 Zentimeter. Und auch in Baden-Württemberg bei Tauberbischofsheim sind es noch drei Meter. Der Neckar bei Gundelsheim steht gegen 10 Uhr bei 461 Zentimetern – deutlich über dem Meldewert der Hochwassermeldeordnung, der bei 340 Zentimetern liegt. Doch die Pegelstandsgrafik zeigt: Der Pegel sinkt schon deutlich schneller, als es die Vorhersage angenommen hat. Und so sieht’s offensichtlich auch bei anderen Messstellen aus – schon um 10.30 Uhr blinken zwei Punkte weniger in der Grafik. Die kritischen Marken sind wieder unterschritten.

Bei Rems und Murr ist und bleibt die Karte der Hochwasservorhersagezentrale nachhaltig grün. Keine Gefahr, keine Marken, nicht mal ein Stand, der einem zweijährlichen Hochwasser entspräche.

Der Pegelhöhepunkt war gegen Mitternacht

Der nächtliche kräftige Regen brachte zwar bei allen Flüssen und Flüsschen gegen Mitternacht einen Pegelhöhepunkt, der dann aber schnell wieder abfiel. So stieg der Remspegel bei Neustadt in den frühen Mittwochmorgenstunden auf etwa 180 Zentimeter – weit entfernt vom schlimmsten Fall des Vorhersageszenarios, das von rund 235 Zentimetern ausgegangen war. Das zweijährliche Hochwasser liegt im Übrigen hier bei 320 Zentimetern. Beim Schorndorfer Bauhof stieg der Pegel gegen Mitternacht auf etwa 170 Zentimeter – 282 Zentimeter würden erst als zweijährliches Hochwasser durchgehen.

Die Wieslauf bei Haubersbronn schaffte es gegen Mitternacht auf knappe 80 Zentimeter. Vor nicht ganz elf Jahren, am 13. Januar 2011, hatte sie 312 Zentimeter und überschwemmte das ganze Tal.

Keine Schäden, kein Feuerwehreinsatz: In Murrhardt ist alles in Ordnung

An der Murr bei Murrhardt sollten, so die Vorhersage, im schlimmsten Fall 185 Zentimeter Wasserhöhe erreicht werden – tatsächlich stieg der Fluss auf gerade mal etwas über 140 Zentimeter. Im schlimmen Hochwasserjahr 2011 stand der Pegel am 13. Januar bei 359 Zentimetern. Drum erklärt das Rathaus: „Keine Schäden bekannt. Die Feuerwehr musste nicht ausrücken.“ Und für die nächsten Tage gibt sich Bürgermeister Armin Mößner auch entspannt. Es sei „keine Gefahr vorhergesagt“.

Genau so ruhig ging’s in Backnang zu: Es musste in der Stadt nichts abgesperrt werden. „Wir befinden uns derzeit in keiner brisanten augenscheinlichen Gefahr.“ Auch die Backnanger Feuerwehr hatte keine Einsätze zu vermelden.

Selbst der kleine Buchenbach bei Leutenbach, der ja nun wahrlich nicht so viel Regen schlucken kann wie die größeren Flüsse, ist am Mittwochvormittag schon wieder auf ungefähr 60 Zentimeter abgesunken, wo er doch gegen Mitternacht mit stolzen 85 Zentimetern aufwarten konnte. Gefahr bestand nicht.

Für Welzheim gab’s eine Regenwarnung, doch die Feuerwehr hatte nichts zu tun

Und wie verlief die Nacht in Welzheim, wo doch unglaubliche Regenfälle angekündigt waren? „Klar hat’s geregnet“, heißt es aus dem Rathaus. Der Aichstrutstausee habe auch viel Wasser aufgenommen. Doch er blieb in seinen Grenzen. Und Kenntnis von Kellern, die hätten ausgepumpt werden müssen, oder von Gullydeckeln, die fortgespült worden seien, hat niemand.

Ganz folgenlos sind die Regengüsse jedoch nicht geblieben: Die Polizei vermeldet, dass eine Mercedes-Fahrerin am Dienstagnachmittag gegen 15 Uhr auf der B 14 in Richtung Waiblingen unterwegs gewesen war. Bei der Anschlussstelle Fellbach Süd verlor sie bei Starkregen die Kontrolle über ihr Auto. Sie war „mit nicht angepasster Geschwindigkeit“ unterwegs gewesen. Der Mercedes schleuderte über die Fahrbahn und prallte gegen die Mittelleitplanke. Die Autofahrerin blieb unverletzt. Der Sachschaden allerdings liegt bei etwa 13.000 Euro. Das Auto musste abgeschleppt werden.

Die Pegelkarte der Hochwasservorhersagezentrale Baden-Württemberg blinkt am Mittwochvormittag gegen 10 Uhr in Signalrot. Und zwar an sieben Messstellen. Die Nacht mit Dauerregen ist nicht ohne Nachwirkungen geblieben. Allerdings sind die gestiegenen Flusspegel einige Kilometer entfernt vom Rems-Murr-Kreis gemessen worden. Und wie schaut’s nach den stundenlangen Güssen an Rems und Murr aus? Wie in Welzheim, wo ja vor bis zu 50 Liter pro Quadratmeter gewarnt wurde?

Tauber, Neckar und

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