Rems-Murr-Kreis

Hitze und Trockenheit: Diese Regeln gelten jetzt beim Grillen

Wurstbraten beim ZVW  Ausflug in den Waiblinger Stadtwald - als Feature
Ein Funke und eine Windböe reichen aus, dass das Feuer auf Gras oder Laub überspringen kann. © Gabriel Habermann

Sommerzeit ist Grillzeit. Wer seine Steaks, Würstchen und Gemüse am liebsten schön knusprig vom Rost mag, muss allerdings aufpassen. „Durch die anhaltende Hitze ist die Waldbrandgefahr aktuell sehr hoch. Dies ist unser persönlicher Eindruck, der sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Deutschen Wetterdienstes deckt“, sagt Ulrich Häußermann, der stellvertretende Leiter des Forstamts des Rems-Murr-Kreises. Der Empfehlung des Forstamtes, öffentliche Grillstellen zu sperren, sind viele Kommunen nachgekommen.

Bereits Mitte vergangener Woche hatte die Stadt Fellbach die Grillstellen im Wald auf dem Kappelberg sowie in der Lehmgrube in Schmiden, im Langen Tal und am Hartwald in Oeffingen bis auf weiteres geschlossen. Auf den städtischen Grillplätzen der Stadt Schorndorf ist das Grillen ebenfalls seit 15. Juli streng verboten. Auch auf den Grillstellen auf den Gemarkungen von anderen Kommunen im Rems-Murr-Kreis, darunter Winnenden, Weinstadt und Waiblingen, ist das Grillen untersagt.

Besonders gefährlich: Funkenflug

Aktuell kommt es in Südeuropa zu verheerenden Waldbränden. Die Situation im Rems-Murr-Kreis stelle sich durch die Waldstruktur etwas anders dar als etwa in Südfrankreich oder Spanien: „In unserer Region prägen Laubmischwälder die Landschaft. Diese sind weit weniger anfällig gegenüber flächigen Waldbränden als die Kiefernwälder in Südeuropa“, sagt Häußermann. Aber auch bei den Laubmischwäldern könne es zu einem Brand von dürrem Astmaterial und Laub kommen. „Die Ausbreitung über etliche Quadratkilometer ist aber eher unwahrscheinlich.“

Dennoch ist aufgrund der anhaltenden Trockenheit Vorsicht geboten: „Eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe oder ein aus dem Ruder gelaufenes Grillfeuer kann verheerende Folgen haben“, sagte Forstminister Peter Hauk am 15. Juli. Auch das achtlose Wegwerfen von Glasflaschen könne einen Waldbrand durch Reflexion der Sonnenstrahlen auslösen. Die ausgetrocknete Bodenvegetation in den Wäldern oder herumliegendes Reisig könne schnell Feuer fangen. „Besonders gefährlich ist dabei der Funkenflug, der offenes Feuer in der freien Natur zum unkalkulierbaren Risiko macht.“ Wer Abkühlung im Wald sucht, sollte sich deshalb angemessen verhalten.

Diese Regeln gelten im Wald:

  • Vom 1. März bis 31. Oktober gilt im Wald ein grundsätzliches Rauchverbot.
  • Feuer machen ist nur an den offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen auf den Grillplätzen erlaubt. Sind diese gesperrt, müssen diese Sperrungen unbedingt beachtet werden.
  • Nicht gestattet ist das Grillen im Wald auf mitgebrachten Grillgeräten.
  • Offenes Feuer außerhalb des Waldes muss mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein.
  • Auch an den erlaubten Stellen muss das Feuer immer beaufsichtigt und unbedingt vollständig gelöscht werden.

Doch nicht nur im Wald kann offenes Feuer zurzeit gefährlich werden. Im eigenen Garten, auf dem Stückle oder auch auf dem Balkon ist es zwar grundsätzlich trotz Hitze und Trockenheit möglich, zu grillen, sagt Nick Bley, Sprecher der Feuerwehr Waiblingen. „Doch es reicht eine Windböe, und das zurzeit sehr trockene Gras oder Laub in der Nähe kann sich durch einen Funken entzünden.“ Deshalb rät die Feuerwehr für das Grillen im Garten oder auf dem Balkon (sofern dies in der Hausgemeinschaft erlaubt ist) zu erhöhter Vorsicht.

So wird das Grillen im Garten sicherer

  • Gilt immer, aber zurzeit besonders: Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen.
  • Am besten Grill- oder Feuerschalen aus Stahl verwenden.
  • Grill nicht direkt am Gras oder in der Nähe von Bäumen und Pflanzen aufstellen und vom Rest des Gartens zum Beispiel mit Steinen abschirmen.
  • Nach dem Löschen immer noch eine halbe Stunde warten, um sicherzugehen, dass das Feuer wirklich aus ist.
  • Auf dem Balkon ausreichend Abstand zu Markisen und auch zur Fassade halten: Wärmegedämmte Fassaden können sich durch die Hitze des Grills thermisch aufladen und schlimmstenfalls kann ein Schwelbrand entstehen.
  • Für den Fall, dass doch ein Funke überspringt, vorbereitet sein: einen Eimer oder eine Gießkanne Wasser während des Grillens griffbereit haben.

Sollte es doch zu einem Brand im Garten oder Wald kommen, unbedingt die 112 wählen. Für die Leitstelle ist wichtig, zu wissen, wo es brennt, was brennt, wer betroffen ist und von wo der Brand gemeldet wird.

So ist der Rems-Murr-Kreis für den Notfall gerüstet

Für den Rems-Murr-Kreis existiert ein Alarm- und Einsatzplan Waldbrand. Wird der Integrierten Leitstelle (ILS) Rems-Murr ein Schadensfeuer in oder in unmittelbarer Nähe eines Waldgebietes gemeldet, wird nach diesem Plan verfahren: Die ILS alarmiert die örtlich zuständigen Feuerwehren sowie den Kreisbrandmeister gemäß der Alarm- und Ausrückeordnung. Auch der zuständige Revierleiter des Forstrevieres kann durch die ILS verständigt werden. Außerdem verständigt die ILS Rems-Murr das Führungs- und Lagezentrum der Polizei. Über das Lagezentrum des Innenministeriums können Löschwasser-Außenbehälter und die dazugehörigen Hubschrauber von Polizei und Bundeswehr angefordert werden.

Sommerzeit ist Grillzeit. Wer seine Steaks, Würstchen und Gemüse am liebsten schön knusprig vom Rost mag, muss allerdings aufpassen. „Durch die anhaltende Hitze ist die Waldbrandgefahr aktuell sehr hoch. Dies ist unser persönlicher Eindruck, der sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen des Deutschen Wetterdienstes deckt“, sagt Ulrich Häußermann, der stellvertretende Leiter des Forstamts des Rems-Murr-Kreises. Der Empfehlung des Forstamtes, öffentliche Grillstellen zu sperren, sind viele

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