Rems-Murr-Kreis

Holzstapel-Brandserie: Mit Spannung wird erwartet, ob ein 40-jähriger Angeklagter vor Gericht aussagt

Wieder brennt ein Holstabel im Rems-Murr-Kreis, diesmal in Schwaikheim, 11.12.2018.
11. Dezember 2018: Wieder brennt nachts ein Holzstapel, dieses Mal in Schwaikheim. © Benjamin Beytekin

Ein Holzstapel nach dem anderen ging des Nachts in Flammen auf. Über drei Monate hinweg trieb ein Feuerteufel 2018/19 ein unheimliches Spiel, hielt Polizei und Feuerwehr in Atem, entkam ein ums andere Mal und versetzte Bürger in Angst und Schrecken: Was, wenn der Brandstifter sich nicht mehr mit lodernden Flammen fernab von Häusern zufriedengibt?

Die Brandserie endete Anfang des Jahres 2019. Am 23. Januar 2019 klingelte die Kripo an der Wohnungstür eines Mannes im Raum Fellbach – und nahm den mutmaßlichen Brandstifter fest. Der heute 40-jährige Deutsche muss sich diesen Donnerstag (18.03.)  am Waiblinger Amtsgericht verantworten. Gegen ihn ist Anklage wegen Brandstiftung in 36 Fällen erhoben.

Menschen kamen während der Brandserie nicht zu Schaden. Der Sachschaden dürfte sich auf Zehntausende Euro belaufen. Mit Spannung wird erwartet, ob der Mann am Donnerstag vor Gericht aussagen wird. Im März 2019 hieß es, der Mann habe zugegeben, zumindest für einen Teil der Holzstapel-Brände verantwortlich zu sein. Nach einer Wohnungsdurchsuchung war der Mann zunächst in U-Haft genommen worden. Einige Wochen später kam er gegen Kaution frei. Die Ermittlungen zogen sich auch deshalb sehr lange hin, weil für eine Anklage zunächst zu klären war, welche Holzstapel-Brände auf das Konto des Mannes gehen dürften.

Die ersten Holzstapel brannten in Kernen

Das erste Holzlager brennt in der Nacht zum 24. Oktober 2018 in der Wiesenstraße in Rommelshausen. Zwei Tage später, kurz vor Mitternacht am 26. Oktober, wird die Feuerwehr zu einem Gartengrundstück in der Rotenbergstraße in Stetten gerufen. Als die Feuerwehrleute eintreffen, ist von einem Holzstapel bereits nicht mehr viel mehr als ein Aschehaufen übrig. Nur gut anderthalb Stunden später muss die Feuerwehr erneut ausrücken: Holzstapel-Brand in der Nähe des Tennisvereinsheims in Stetten. Ein paar Tage lang herrscht Ruhe – dann folgt der nächste Brandalarm. Auf rund 20 000 Euro wird der Schaden geschätzt, nachdem in der Nacht auf den 1. November 2018 ein größeres Holzlager in der Nähe des CVJM-Heims in Rommelshausen in Flammen aufgegangen war. Zwei Tage später: Ein Holzstoß brennt des Nachts bei Fellbach. Kurz darauf gehen in Strümpfelbach in zwei Nächten hintereinander Holzstapel in Flammen auf. Die Polizei fahndet mit Hubschrauber nach dem Täter – ohne Erfolg.

13 Hennen tot  - aber dieser Brand passt nicht ins Schema

Wenige Tage später rückt die Stuttgarter Polizei nach einem Brandalarm aus, seinerzeit im Gewann Esslinger Berg. Kurz darauf sterben 13 Hennen bei einem Hüttenbrand auf einem Gartengrundstück in Remshalden. Man könne nicht gänzlich ausschließen, dass der gesuchte Brandstifter auch dieses Feuer gelegt hatte, hieß es damals seitens der Polizei. Allerdings passte dieser Brand nicht ins Schema. Zuvor hatte der Gesuchte immer nur Holzstapel angezündet.

Die Polizei ermittelte in alle Richtungen. Die Brandserie sorgte für Aufsehen, weshalb es möglich schien, dass Trittbrettfahrer ähnliche Taten verübten. Unterdessen setzte sich die Serie fort: Baltmannsweiler, Esslingen, Urbach. Fellbach, Schnait und noch mal Fellbach. Schwaikheim, Urbach, Stuttgart-Wangen. Großfahndungen, Hubschrauber-Einsätze – nichts. Als in der Nacht zum 15. Dezember 2018 Holzstapel zwischen Waiblingen und Beinstein brennen, ist die Rauchsäule von der B 14 aus zu sehen. In den Tagen vor Weihnachten brennt es in Remshalden, in Aichwald, dann in Stuttgart-Mühlhausen, in Auenwald, nahe Neckarrems. Das Jahr 2019 beginnt mit einem Holzstapel-Brand in den Weinbergen bei Strümpfelbach. Zwei Holzstapel brennen am 3. Januar in Winterbach.

Wie ist die Polizei dem Mann auf die Spur gekommen?

Jetzt gründet die Polizei eine Ermittlungsgruppe namens „Holzstapel“. Fünf Beamte werten erneut Spuren aus, fügen Puzzleteil um Puzzleteil zusammen. Unterdessen brennt es erneut, dieses Mal auf den Fildern.

Am 24. Januar 2019 meldet die Polizei, es liege ein Haftbefehl vor gegen jenen damals 38-Jährigen. Noch am selben Tag wurde der Mann in eine Justizvollzugsanstalt gebracht.

Auf welche Weise die Beamten dem mutmaßlichen Brandstifter auf die Spur gekommen waren, gab die Polizei seinerzeit nicht bekannt. Gerüchte wurden laut, wonach der Mann anhand von Videoaufnahmen überführt worden sei, nachdem eine Privatperson an neuralgischer Stelle eine Kamera platziert hatte. Diese Behauptung bestätigte die Polizei damals nicht.

Ein Holzstapel nach dem anderen ging des Nachts in Flammen auf. Über drei Monate hinweg trieb ein Feuerteufel 2018/19 ein unheimliches Spiel, hielt Polizei und Feuerwehr in Atem, entkam ein ums andere Mal und versetzte Bürger in Angst und Schrecken: Was, wenn der Brandstifter sich nicht mehr mit lodernden Flammen fernab von Häusern zufriedengibt?

Die Brandserie endete Anfang des Jahres 2019. Am 23. Januar 2019 klingelte die Kripo an der Wohnungstür eines Mannes im Raum Fellbach – und

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