Rems-Murr-Kreis

Immer mehr Hantavirus-Fälle: Im Rems-Murr-Kreis bisher acht Infektionen in diesem Jahr gemeldet

Rötelmaus
Die Rötelmaus kann das Hantavirus auf den Menschen übertragen. © Bernd Wolter - stock.adobe.com

Das Landesgesundheitsamt (LGA) rechnet damit, dass es in diesem Jahr deutlich mehr Fälle von Hantavirus-Infektionen geben wird als 2020. „In Baden-Württemberg treten Hantavirus-Infektionen regelmäßig auf – aufgrund der aktuellen Zahlen wird 2021 wohl ein starkes Hantavirus-Jahr werden“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne) kürzlich. Das LGA ist beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelt. Seit Jahresbeginn wurden im Südwesten 998 Fälle gemeldet (Stand 2. Juli), das sind deutlich mehr als im Jahr 2019, das als letztes Hantavirus-Epidemiejahr gilt. Damals waren in Baden-Württemberg 833 Fälle gemeldet worden.

Im Rems-Murr-Kreis wurden in diesem Jahr bislang acht Fälle von Infizierten registriert, im Jahr 2019 waren es zehn, im vergangenen Jahr sind keine Infektionen registriert worden.

Das Hantavirus kann von infizierten Nagetieren auf den Menschen übertragen werden, in Deutschland sind das vor allem Rötelmäuse im Süden und Brandmäuse im Norden des Landes. Wegen einer Buchenmast im vergangenen Herbst hatten die Nagetiere ausgezeichnete Nahrungsbedingungen und konnten sich gut vermehren: Die Rötelmaus frisst hauptsächlich Bucheckern. Die Viren werden von den Tieren über Speichel, Urin und Kot ausgeschieden und können darin mehrere Tage infektiös bleiben. Häufigster Übertragungsweg ist über die Lunge: Atmet der Mensch virushaltige Aerosole, zum Beispiel durch aufgewirbelten Staub ein, kommt es zur Infektion. Eine Übertragung ist auch möglich, wenn verletzte Haut mit kontaminierten Böden oder Staub in Kontakt kommt, oder über Lebensmittel, die mit den Ausscheidungen infizierter Nagetiere kontaminiert wurden.

Von einer hohen Dunkelziffer ist auszugehen

Viele Hantavirus-Infektionen verlaufen ohne oder nur mit milden Symptomen, so dass sie gar nicht bemerkt werden und das Robert-Koch-Institut von einer hohen Dunkelziffer ausgeht. Häufig sind grippeähnliche Beschwerden wie zum Beispiel Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen. Manche Infizierte leiden auch unter Übelkeit und Erbrechen. In seltenen Fällen wird die Funktion der Nieren beeinträchtigt, bis hin zum Nierenversagen. Auch die Lunge kann geschädigt werden.

Es gibt weder eine Impfung noch spezifische Medikamente, so dass Ärzte bei einer Hantavirus-Infektion nur die Symptome behandeln können. Deshalb sollte man sich vor einer Infektion schützen. Vorsicht ist besonders bei Garten- oder Waldarbeit geboten sowie der Reinigung von Kellern, Dachböden, Schuppen und Ställen.

Tipps zum Schutz vor Infektionen

  • Der wirksamste Schutz vor einer Ansteckung ist, den Kontakt mit den Ausscheidungen von Nagetieren zu vermeiden. Tote Mäuse oder Mäusekot sollte man also entfernen, aber nur mit Gummihandschuhen und einem eng anliegenden Mund-Nasen-Schutz.
  • Staubsauger können Staub und Viren in der Luft verteilen und sollten nicht verwendet werden. Besser ist es, möglicherweise kontaminierte Bereiche wie Mäusefallen oder die Ausscheidungen der Tiere mit einem Reinigungsmittel anzufeuchten, damit kein Staub aufgewirbelt werden kann.
  • Entscheidende Vorsorgemaßnahme ist, wie auch bei allen anderen Krankheitserregern, eine gute Hygiene. Wer möglicherweise mit Ausscheidungen von Nagetieren Kontakt hatte, sollte sich unbedingt gründlich die Hände waschen und am besten sogar duschen und Haare waschen.

Das Landesgesundheitsamt (LGA) rechnet damit, dass es in diesem Jahr deutlich mehr Fälle von Hantavirus-Infektionen geben wird als 2020. „In Baden-Württemberg treten Hantavirus-Infektionen regelmäßig auf – aufgrund der aktuellen Zahlen wird 2021 wohl ein starkes Hantavirus-Jahr werden“, sagte Regierungspräsident Wolfgang Reimer (Grüne) kürzlich. Das LGA ist beim Regierungspräsidium Stuttgart angesiedelt. Seit Jahresbeginn wurden im Südwesten 998 Fälle gemeldet (Stand 2. Juli), das sind

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