Rems-Murr-Kreis

Impfen bald grundsätzlich ohne Termine im Waiblinger KIZ: Und was ist mit den Terminen?

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Wie wird das Kreisimpfzentrum in Waiblingen die Impfungen mit Termin und ohne Termin organisieren? © Gabriel Habermann

Ministerialdirektor Uwe Lahl fordert in einem Brief vom 13. Juli alle Impfzentren im Lande dazu auf, Corona-Impfungen ohne Termine vorzunehmen, um der um sich greifenden Impfmüdigkeit entgegenzutreten. „Die Kreisverwaltung und das Kreisimpfzentrum Waiblingen (KIZ) sind für dieses Anliegen offen. Wir bieten eh bereits eine ganze Reihe von niederschwelligen Impfmöglichkeiten an“, sagt Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamtes.

Jetzt gehe es nur noch um die Abstimmung und Organisation. Insbesondere um die Frage, in welchem Zeitfenster spontan Entschlossene einfach ohne Terminvereinbarung in der Waiblinger Rundsporthalle erscheinen werden können, sagt Keck.

Uwe Lahl bittet die Impfzentren in seinem Brief zwar darum, „ab sofort Impfungen ohne Termin über die gesamten jeweiligen Betriebszeiten anzubieten.“ Jedoch wäre dies derzeit im KIZ Waiblingen wohl nicht komplett umsetzbar. „Wir wollen ja Menschenansammlungen und Schlangenbildungen vermeiden, und noch haben ja viele ihre Zweitimpftermine im KIZ. Da soll ja niemand erleben müssen, dass Leute ohne Termin vorgezogen werden, während sie selbst anstehen müssen“, sagt Keck. Eine Entscheidung über die täglichen Zeitfenster für das Impfen ohne Termin im KIZ soll spätestens am Freitag (16.7.) fallen und dann zügig öffentlich kommuniziert werden.

Uwe Lahl schreibt in dem Brief: „Gebuchte Termine sollen selbstverständlich eingehalten werden. Spontan Entschlossene müssten sich dabei selbstverständlich auf etwaige Wartezeiten einrichten.“ Die Erfahrungen in den Impfzentren zeigten, dass Impfen ohne Termin „gut machbar“ sei, insbesondere jetzt, vor dem Hintergrund sinkender täglicher Erstimpfungszahlen und Zweitimpfungsbedarfe, ausreichender Impfstofflieferungen und bestehender Kapazitäten in den Impfzentren.

Die Zahl der Anfragen und Buchungen über den Impfterminservice hat tatsächlich deutlich nachgelassen, bestätigen sowohl Claudia Krüger, Pressesprecherin des Sozialministeriums, als auch Martina Keck vom Landratsamt Rems-Murr. „Es gibt viele freie Impftermine im Kreisimpfzentrum Waiblingen, die über www.impfterminservice.de oder über die Hotline 116 117 gebucht werden können“, so Keck.

Für alle jene, die noch nicht geimpft sind, sei es in ganz Baden-Württemberg zurzeit „sehr einfach, an einen Termin in ihrem Wunsch-Impfzentrum zu kommen und sich noch vor den Sommerferien die erste Dosis abzuholen“, ergänzt Claudia Krüger. „Inwieweit die nachlassenden Anfragen auch auf eine gewisse Impfmüdigkeit schließen lassen, können wir nicht belegen. In jedem Fall wollen wir der Impfkampagne noch einmal einen Schub verleihen durch dezentrale, niederschwellige Impfangebote, mit denen wir all jene Menschen ansprechen möchten, die bisher noch nicht von einer Impfung Gebrauch gemacht haben.“

Erstimpfungen ohne Termin am 20. und 21. Juli

Das Waiblinger KIZ forciert derweil längst auch niederschwellige Impfangebote – etwa mit dem Impftruck. Aktuell fahren die mobilen Teams Schulen im Landkreis an. Und am kommenden Dienstag und Mittwoch, 20. und 21. Juli, gibt es bereits einen Vorgeschmack auf die dann wohl grundsätzliche Praxis: ein „After-Work-Impfen ohne Termin“ – jeweils zwischen 15 und 21 Uhr im Waiblinger KIZ. Wer will, kann einfach in der Rundsporthalle vorbeischauen. An beiden Tagen stehen alle vier verfügbaren Impfstoffe (Biontech, Astrazeneca, Moderna und Johnson & Johnson) bereit. Bitte beachten: Es werden an diesen beiden Tagen nur Erstimpfungen durchgeführt.

Umbuchung von Zweitterminen, kürzerer Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfung

Jetzt sei es zudem über www.rems-murr-kreis.de/kiz schnell und einfach möglich, Zweitimpftermine zu verschieben. Hintergrund ist: Die landesweite Terminbuchung muss erst noch umprogrammiert werden. Stattdessen stellt der Rems-Murr-Kreis auf seiner Homepage ein Formular bereit, das am Rechner ausgefüllt und per Mail ins KIZ geschickt werden kann, heißt es in einer Mitteilung der Kreisverwaltung.

„Jeder kann drei Wunschtermine angeben. Falls möglich, wird einer davon auch umgesetzt und per Mail bestätigt“, erklärt Gerd Holzwarth das Prozedere.

Alle Astra-Erstgeimpften erhalten auf Wunsch einen mRNA-Impfstoff im KIZ. Das ist nach Verfügbarkeit entweder Biontech oder Moderna. Der Abstand kann in diesem Fall auf bis zu vier Wochen reduziert werden. Wenn jemand gerne wieder Astra für die zweite Impfung haben möchte, dann sei auch das möglich. Der Zeitabstand zur zweiten Impfung kann dann von zwölf auf bis zu neun Wochen reduziert werden.

Wann verschwindet die Altersschranke von 60 in der Impfterminvergabe?

Derweil sind zwar alle Corona-Impfstoffe längst ab 18 Jahren zugelassen, Biontech bereits ab 12 Jahren. In der zentralen Impfterminvergabe ist aber trotzdem weiterhin eine Altersschranke von 60 eingebaut. Das liegt daran, dass die Empfehlung der Ständigen Impfkommission, die Vektor-Impfstoffe von Astrazeneca und Johnson & Johnson nur über 60-Jährigen zu verabreichen, nach wie vor aktuell ist. Aber: „Wir verwenden schon seit Wochen die Vektor-Impfstoffe auch für Personen unter 60, wenn diese das wünschen“, erläutert KIZ-Leiter Gerd Holzwarth die aktuell gängige Praxis in allen Impfzentren und auch bei den niedergelassenen Ärzten. „Bis die Terminvergabe vom Land neu programmiert ist, dauert es sicher noch Wochen. Daher unser Tipp: Geben Sie bitte ein fiktives Alter über 60 Jahren ein, um einen Termin buchen zu können. Der Termin hat auf jeden Fall Gültigkeit, das Alter wird gar nicht übertragen“, versichert der KIZ-Verantwortliche.

Warum dauert das so lange, bis die Terminvergabe neu programmiert wird? „Den Impfterminservice benutzen derzeit neben uns noch drei weitere Bundesländer“, erläutert Claudia Krüger, Pressesprecherin des Landes-Sozialministeriums. „Änderungen müssen gemeinsam beschlossen werden. Erst wenn diese beschlossen sind, kann kv.digital diese programmieren, testen und veröffentlichen. Dies ist zeitaufwendig. Wir sind zuversichtlich, dass wir die neuen Impfabstände und Schemata in den nächsten beiden Wochen durch den Betreiber zur Verfügung gestellt bekommen.“

Ministerialdirektor Uwe Lahl fordert in einem Brief vom 13. Juli alle Impfzentren im Lande dazu auf, Corona-Impfungen ohne Termine vorzunehmen, um der um sich greifenden Impfmüdigkeit entgegenzutreten. „Die Kreisverwaltung und das Kreisimpfzentrum Waiblingen (KIZ) sind für dieses Anliegen offen. Wir bieten eh bereits eine ganze Reihe von niederschwelligen Impfmöglichkeiten an“, sagt Martina Keck, Pressesprecherin des Landratsamtes.

Jetzt gehe es nur noch um die Abstimmung und

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