Rems-Murr-Kreis

Impfpass auf dem Handy: Wie geht das?

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Der gelbe Impfpass gilt auch dann noch als Impfnachweis, wenn digitale Impfzertifikate möglich sind – was bald der Fall sein soll. © ALEXANDRA PALMIZI

Wer mag, behält einfach den gelben, papiernen Impfpass. Niemand muss einen digitalen Impfnachweis aufs Smartphone laden – doch jede(r) kann. Jetzt zwar noch nicht – aber bald.

Was es zum digitalen Impfnachweis und zum gelben Impfpass zu wissen gibt:

Ab wann kann man via App auf dem Smartphone nachweisen, dass man geimpft ist?

„In der zweiten Hälfte des zweiten Quartals 2021“ – also spätestens bis Ende Juni, davon geht das Bundesgesundheitsministerium momentan aus. Das Landratsamt Rems-Murr bestätigt: „Nach unseren Informationen soll der digitale Impfausweis Ende Juni eingeführt werden.“

Gilt der gelbe Impfpass aus Papier dann nicht mehr? Und was ist mit dem ganz alten weißen Impfheft?

In Deutschland ist der weiße Falt-Impfpass von früher zwar noch gültig, informiert Nina Lägel von der AOK. International wird der weiße Pass nicht anerkannt – der gelbe aber schon, weil er die Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation erfüllt. Auch wenn der digitale Impfnachweis eingeführt ist, behält der gelbe Impfpass aus Papier über die Bundesgrenzen hinweg seine Gültigkeit. Wer nur einen alten weißen Pass besitzt, kann diesen beim Arzt in ein neues, international gültiges Dokument umschreiben lassen.

Wie kommen Personen, die bereits vollständig geimpft sind, an den digitalen Impfnachweis heran?

Personen, die schon beide Impfungen im Kreisimpfzentrum erhalten haben, bekommen einen Brief mit QR-Code vom baden-württembergischen Sozialministerium – diese Info ging jedenfalls kürzlich beim Landratsamt ein. Laut Landratsamt werden beim Sozialministerium die Daten aus den Kreisimpfzentren gesammelt und gespeichert. Wer in einer Arztpraxis geimpft worden ist, erhält den QR-Code dort. Auf die Praxen kommt deshalb viel Arbeit zu – „sicherlich im ein oder anderen Fall eine Herausforderung“, so Kai Sonntag, Sprecher der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg. Wie die Praxen damit umgehen, „das wird man sehen. Es wird sicherlich auch von Praxis zu Praxis unterschiedlich sein.“

Wie gelangt der digitale Impfnachweis aufs Smartphone?

Vollständig geimpfte Personen lesen ihren QR-Code in die „CovPass-App“ ein. Noch steht diese App nicht zum Herunterladen bereit – doch wie gesagt, spätestens Ende Juni soll es (zumindest Stand heute) so weit sein. Vorgesehen ist ferner, dass Geimpfte den QR-Code auch in die Corona-Warn-App einlesen können und dann dort ihren gültigen digitalen Impfnachweis gespeichert haben.

Genügt der ausgedruckte QR-Code als Impfnachweis?

Das via QR-Code dokumentierte Impfzertifikat enthält laut Bundesgesundheitsministerium Informationen zum Impfstatus, den Namen des Geimpften und das Geburtsdatum. Für Dienstleister, die den Impfstatus überprüfen möchten, werde es eine App zur Prüfung des Impfzertifikats geben. Damit kann der Impfstatus ähnlich wie ein Barcode eines Flug- oder Bahntickets gescannt werden. Für einen vollständigen Check ist natürlich zusätzlich ein Ausweisdokument erforderlich.

Wer nur den ausgedruckten QR-Code bei sich hat, könnte allerdings auf Schwierigkeiten stoßen, sofern die Prüf-Instanz die entsprechende App für den Check des QR-Codes nicht besitzt.

Wie erhalten Personen, die momentan noch gar nicht oder nur einmal geimpft sind, später den digitalen Impfnachweis?

Voraussichtlich von Mitte Juni an kann das Personal im Kreisimpfzentrum den QR-Code vor Ort ausdrucken und am Ausgang gleich jenen Personen mitgeben, die soeben ihre zweite Impfung erhalten haben. Ab wann Arztpraxen diesen Sofort-Service anbieten können, hängt von den Gegebenheiten in den einzelnen Praxen ab. Also: dort nachfragen.

Sind Personen, die kein Smartphone besitzen oder den digitalen Impfnachweis ablehnen, im Nachteil?

Nein. Laut Bundesgesundheitsministerium ist der digitale Impfnachweis „lediglich ein freiwilliges und ergänzendes Angebot.“ Der Impfnachweis anhand des gelben Heftes sei weiterhin möglich und gültig, heißt es auf den Infoseiten des Ministeriums.

Braucht man auf Reisen unbedingt den digitalen Impfnachweis oder genügt das gelbe Heft?

Das gelbe Heft genügt. Ohnehin gibt es momentan noch kein EU-weit einheitliches digitales Covid-19-Impfzertifikat. Ferner gelten unterschiedliche Regeln für die Einreise in verschiedene Länder. In vielen europäischen Ländern müssen momentan auch geimpfte Personen einen PCR-Test vorweisen. Vor einer Reise empfiehlt es sich, die Regeln des betreffenden Landes nachzulesen. Aktuelle Infos gibt’s beispielsweise auf den Internetseiten des Auswärtigen Amtes oder auch beim ADAC.

Was tun, wenn man den gelben Impfpass partout nicht finden kann?

In diesem Fall wendet man sich an die Kinderarzt- oder Hausarztpraxis, in welcher man selbst oder die Kinder in den vergangenen zehn Jahren geimpft wurde(n). Die Praxis kann nachvollziehen, welche Impfungen vorgenommen wurden und anhand dieser Daten einen neuen Pass ausstellen.

Wer innerhalb der vergangenen zehn Jahre die Praxis gewechselt hat, kommt nicht umhin, alle Praxen abzuklappern und die entsprechenden Informationen dort einzuholen.

Über die Krankenkassen lässt sich laut Nina Lägel nicht rekonstruieren, welche Impfungen man in der Vergangenheit erhalten hat. Laut Kai Sonntag von der Kassenärztlichen Vereinigung kann die Arztpraxis zwar einen neuen Impfpass zur Verfügung stellen – allerdings müsse der Patient dann für den Nachtrag der Impfungen eine Gebühr entrichten.

Was tun, wenn der gelbe Impfpass schon voll und kein Platz mehr für den Eintrag einer Corona-Impfung ist?

Natürlich macht es Sinn, vor dem Impftermin den Impfpass entsprechend zu prüfen. Ist der Pass voll, stellt die Hausarztpraxis einen neuen aus und überträgt die relevanten Impfvermerke.

Blanko-Impfausweise gibt’s auch – sofern nicht vergriffen – beim Gesundheitsamt oder in Apotheken.

Wer mit einem alten weißen oder einem vollen gelben Impfpass ins Kreisimpfzentrum Waiblingen kommt, bekommt vor Ort einen neuen gelben Impfpass, in den die Corona-Impfung gleich eingetragen wird, informiert Juliane Jastram von der Pressestelle des Landratsamts.

Was tun, wenn man vergisst, den Impfpass zum Termin beim Kreisimpfzentrum mitzunehmen?

In diesem Fall erhalten betroffene Personen im Kreisimpfzentrum in Waiblingen eine Impfbescheinigung, die später in den Impfpass übertragen werden kann. Alternativ dazu kann man die Impfbescheinigung einfach in den Impfpass legen, sie hat die Größe des Impfpasses.

Wer mag, behält einfach den gelben, papiernen Impfpass. Niemand muss einen digitalen Impfnachweis aufs Smartphone laden – doch jede(r) kann. Jetzt zwar noch nicht – aber bald.

Was es zum digitalen Impfnachweis und zum gelben Impfpass zu wissen gibt:

Ab wann kann man via App auf dem Smartphone nachweisen, dass man geimpft ist?

„In der zweiten Hälfte des zweiten Quartals 2021“ – also spätestens bis Ende Juni, davon geht das Bundesgesundheitsministerium

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