Rems-Murr-Kreis

Inzidenz im Rems-Murr-Kreis auf Rekordkurs und in Baden-Baden trotz Top-Impfquote noch viel höher

Corona Schnelltest Coronatest Symbolfoto
Symbolfoto. © ZVW/Benjamin Büttner

Im Rems-Murr-Kreis ist die Inzidenz – Neuansteckungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner – auf Rekordkurs (Stand 16. Januar 2022). Noch weit wuchtiger ist die Infektionsdynamik derzeit aber in Baden-Baden; trotz der höchsten Impfquote in ganz Baden-Württemberg! Die aktuelle Lage im Überblick: fünf staunenswerte Phänomene ...

Phänomen 1: Mit Omikron geht alles im Zeitraffertempo

Am Samstag, 15. Januar, schnellte im Rems-Murr-Kreis die Inzidenz auf 578. Damit ist der bisherige Höchststand vom 6. Dezember (586) fast erreicht; und ein Ende des Aufwärtsschwungs im Prinzip nicht in Sicht (auch wenn die Inzidenz am Sonntag, 16. Januar, leicht fiel auf 571).

Noch am 28. Dezember lag im Kreis die Inzidenz knapp unter 200, nämlich bei 199. Dann strebte die Kurve bis zum 7. Januar mit eher moderatem Tempo hoch auf 282. Seither aber hat die Infektionsdynamik eine nie gekannte Wucht entwickelt.

Phänomen 2: Fatale Folgen hat das bislang nicht

Bislang haben die seit Anfang Januar steigenden Infektionszahlen nicht zu höheren Patientenzahlen in den Rems-Murr-Kliniken geführt. Immer deutlicher zeichnet sich ab: Omikron ist zwar viel ansteckender als Delta, aber für den Einzelnen offenbar weniger gefährlich.

Immer öfter erörtern Virologen deshalb die Möglichkeit, dass Omikron vielleicht gar nicht zur nächsten Belastungsprobe für unsere Krankenhäuser führen, sondern den Weg aus der Pandemie heraus weisen könnte; denn wenn sehr viele Menschen angesteckt, aber nicht schwer getroffen werden, erhöht das die Grundimmunität in der Gesellschaft und führt so in die Richtung des sogenannten endemischen Zustandes.

Von Endemie redet man, wenn Fälle einer bestimmten Krankheit zwar immer wieder gehäuft auftreten, ohne dass das aber zu einer medizinischen Ausnahmesituation führt. In diesem Sinne ist in Deutschland die Influenza seit vielen Jahrzehnten endemisch – sie macht sich alljährlich ab November bemerkbar, bleibt aber jederzeit beherrschbar.

Phänomen 3: Omikron streut verblüffend gleichmäßig

Die Suche nach Hotspots im Rems-Murr-Kreis ergibt derzeit kaum noch Sinn. Bei früheren Wellen war zu beobachten, dass es immer wieder auffällige Brennpunkte gab, aber derlei zeichnet sich jetzt unter Omikron-Vorzeichen nicht mehr ab: Das Virus streut nachgerade staunenswert gleichmäßig, die Abweichungen zwischen einzelnen Gemeinden bewegen sich weitestgehend im Bereich der statistischen Zufallsschwankung.

Aufgrund einer aktuellen Infektion in Isolation befinden sich momentan in den meisten Städten und Dörfern zwischen 0,5 und 0,7 Prozent der Bevölkerung; das gilt für 20 der 31 Kommunen. Wählt man einen etwas breiteren Korridor – aktuelle Infektions- und Isolationsrate zwischen 0,4 und 0,8 Prozent –, dann ergibt sich ein noch einheitlicheres Bild: In diese Kategorie fallen sogar 27 von 31 Kommunen.

Unter der 0,4-Prozent-Marke liegen nur die drei kleinsten Gemeinden im Rems-Murr-Kreis:

  • Spiegelberg: aktuell bei etwa 2100 Einwohnern 3 Infizierte in Isolation (Quote: gerundet 0,2 Prozent)
  • Kaisersbach: aktuell bei etwa 2500 Einwohnern 7 Infizierte in Isolation (0,3 Prozent)
  • Großerlach: aktuell bei etwa 2400 Einwohnern 8 Infizierte in Isolation (0,3 Prozent)

Am ehesten von einem Hotspot reden könnte man vielleicht bei Schwaikheim – aber so richtig überzeugend wirkt das nicht. Denn sonderlich auffällig sind die dortigen Werte nicht: 84 aktuell Infizierte in Isolation bei etwa 9500 Einwohnern. Die Quote liegt also bei rund 0,9 Prozent; und damit kaum höher als in Backnang, Fellbach oder Waiblingen; und nicht sehr viel höher als in Kernen oder Korb, Leutenbach oder Urbach.

Mit anderen Worten: Wir kommen jetzt mit Omikron in eine Phase, da das Virus quasi flächendeckend allgegenwärtig ist.

Phänomen 4: Rems-Murr-Kreis im Landesvergleich völlig unauffällig

Die gleichmäßige Streuung fällt auch auf, wenn man die baden-württembergischen Landkreise vergleichend betrachtet. Am Samstag, 15. Januar, wiesen von den 44 Land- und Stadtkreisen

  • 13 eine Inzidenz zwischen 400 und 499 auf
  • 18 eine Inzidenz zwischen 500 und 599 auf
  • 10 eine Inzidenz zwischen 600 und 699 auf

Nur drei Kreise stechen heraus: der Main-Tauber-Kreis (399) und der Neckar-Odenwald-Kreis (367) wegen besonders niedriger und der Stadtkreis Baden-Baden (804) wegen besonders hoher Inzidenz.

Phänomen 5: Hohe Impfquote schützt offenbar nicht gegen Omikron-Inzidenz

Von allen 44 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg hat Baden-Baden die höchste Impfquote: 79 Prozent sind doppelt gepikst, 60 Prozent gar schon geboostert. Dennoch lag dort am Samstag die Inzidenz mit 804 landesweit auf Rekordniveau.

Das weist darauf hin, dass die Impfung zwar gut gegen schwere Krankheitsverläufe schützt, aber offenkundig unter Omikron überhaupt nicht mehr gut gegen eine einfache Infektion.

Im Rems-Murr-Kreis ist die Inzidenz – Neuansteckungen binnen sieben Tagen pro 100 000 Einwohner – auf Rekordkurs (Stand 16. Januar 2022). Noch weit wuchtiger ist die Infektionsdynamik derzeit aber in Baden-Baden; trotz der höchsten Impfquote in ganz Baden-Württemberg! Die aktuelle Lage im Überblick: fünf staunenswerte Phänomene ...

Phänomen 1: Mit Omikron geht alles im Zeitraffertempo

Am Samstag, 15. Januar, schnellte im Rems-Murr-Kreis die Inzidenz auf 578.

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