Rems-Murr-Kreis

Jäger aus Schorndorf appelliert: Stoppt das Sterben der Kitze!

Reh, (Capreolus capreolus), roe
Ein Kitz in der Wiese: Gut versteckt. © Zoonar/Carsten Braun

Jetzt, Anfang Mai und bis etwa Juli, kommen die Rehkitze zur Welt. Die Tiere liegen dann nicht im Wald, wie viele glauben. Die Rehgeiß legt ihre Kleinen vielmehr in den Wiesen und auf den Feldern ab. Dort, wo das Gras jetzt in die Höhe wächst. Dort nämlich haben die Kleinen eine viel bessere Deckung als zwischen den Bäumen. Dort aber droht ihnen dennoch große Gefahr.

Gerade mal so groß wie eine Katze

Ein Rehkitz, sagt Werner Groß, Hegeringleiter aus Schorndorf, ist sehr, sehr klein. Vergleichbar etwa mit einer Katze. Die jungen Kitze sind im Gras bestens verborgen, da muss die Wiese noch gar nicht sehr hoch stehen. Und: In den ersten drei Wochen ihres Lebens rennen die kleinen Rehe nicht davon, wenn Gefahr droht. Vielmehr drücken sie sich fest nach unten und halten ganz still.

Das heißt: Wer jetzt mit großen Maschinen – sei es der Balkenmäher auf dem Baumstückle, sei es das große landwirtschaftliche Gefährt – durch die Wiesen fährt, sieht erstens die Kitze nicht und tötet sie zweitens auf ganz fürchterliche Art. Werner Groß appelliert daher – und er spricht mit Sicherheit für alle seine Jägerkollegen und -kolleginnen: „Stoppt den Mähtod!“

Jetzt am besten überhaupt nicht mähen

Am besten wäre es, sagt Groß, jetzt in dieser Zeit überhaupt nicht zu mähen. Und das käme nicht nur den Rehen, sondern auch „der restlichen Tierwelt“ zugute. Wer unbedingt mähen muss, solle sich beim zuständigen Jagdpächter melden. Der gehe die Flächen dann ab oder kontrolliere mit einer Drohne. Wer nur kleine Parzellen zu bearbeiten habe, könne diese auch selber abgehen und auf Kitze kontrollieren. Erst dann solle man mit dem Mähen beginnen.

Wer ein Kitz findet, kann sicher sein: Die Ricke ist in der Nähe. „Nach dem Säugen verlässt die Rehmutter ihr Kitz zum Schutz vor Feinden. Mehrere Rehkitze einer Ricke legen sich an unterschiedlichen Stellen ab.“ Die Mutter beobachtet das Geschehen. Wenn sie Gefahr sieht - und ein Mensch ist für sie Gefahr -, wartet sie erst ab und holt dann ihr Junges. Die Empfehlung von Groß lautet: Wer ein Kitz entdeckt hat, möge mit dem Mähen eine Stunde oder zwei warten. Dann nochmals kontrollieren. Meistens habe die Mutter ihr Junges dann schon abgeholt.

Der Instinkt sagt den Rehkitzen: Rühr dich nicht!

Der Instinkt der Kitze, nicht wegzulaufen, sondern sich ganz still zu verhalten, schützt die Tiere üblicherweise vor Feinden. Denn die Kleinen haben noch fast keinen Eigengeruch und können daher von Fressfeinden, die nach dem Geruchssinn gehen, kaum gefunden werden.

Und hier setzt Werner Groß' nächste Bitte an: Hunde müssen in dieser Jahreszeit unbedingt an die Leine. Denn findet ein Hund das Kitz, dann ist das Kleine schon verloren, wenn der Hund nur zum Beispiel daran schleckt oder sehr nahekommt. Das Kitz hat dann den Geruch des Hundes an sich – die Mutter nimmt es nicht mehr an. Das Kleine verhungert. Deshalb auch der Appell an Spaziergänger oder Radfahrer: Rehkitze nie anfassen. Die Rehmutter guckt danach, auch wenn das Kleine scheinbar ganz allein ist.

Erst nach der dritten Lebenswoche, so Werner Groß, setzt der Fluchtinstinkt bei den Kitzen ein. Dann rennen die Tiere bei Gefahr weg und Mähmaschinen, Hunde und streichelwütige Spaziergänger bedeuten nicht mehr den Tod.

Jetzt, Anfang Mai und bis etwa Juli, kommen die Rehkitze zur Welt. Die Tiere liegen dann nicht im Wald, wie viele glauben. Die Rehgeiß legt ihre Kleinen vielmehr in den Wiesen und auf den Feldern ab. Dort, wo das Gras jetzt in die Höhe wächst. Dort nämlich haben die Kleinen eine viel bessere Deckung als zwischen den Bäumen. Dort aber droht ihnen dennoch große Gefahr.

Gerade mal so groß wie eine Katze

Ein Rehkitz, sagt Werner Groß, Hegeringleiter aus Schorndorf, ist sehr, sehr

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