Rems-Murr-Kreis

Jagdunfall am Remsufer in Winterbach: Schrotkugeln verletzen zwei Männer leicht

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Jäger dürfen mit Schrot auf Enten schießen. © Ralph Steinemann

Bei einem Jagdunfall sind am Samstagmorgen zwei Männer leicht verletzt worden. Einer der beiden Männer musste ins Krankenhaus, um eine Schrotkugel entfernen zu lassen. Am Remsufer in Winterbach hatten 19 Personen nahe der Rosenstraße Enten gejagt. Die Jäger hatten laut Polizei die beiden Männer übersehen, die auf der anderen Seite der Rems in etwa 40 bis 50 Metern Entfernung gearbeitet hatten. Welcher Jäger für den Unfall verantwortlich ist, ließ sich bisher noch nicht klären, so Polizei-Pressesprecher Robert Kreidler.

Hegeringleiter Werner Groß aus Schorndorf möchte den Vorfall nicht kleinreden, doch bisher hat er mit den betreffenden Jägern noch keinen Kontakt aufgenommen. Er möchte niemandem einen Vorwurf machen: „Es kann immer was passieren. Ich werde ein Gespräch suchen.“

Noch bis 15. Januar ist Entenjagd erlaubt

Grundsätzlich ist es Jägern nicht verboten, an der Rems auf Enten zu schießen. In der Zeit zwischen dem 1. September und dem 15. Januar ist die Jagd auf Enten freigegeben, informiert Sophia Lorenzoni, Sprecherin beim Landesjagdverband. Mit Schrot auf Enten zu schießen, sei „völlig üblich“. Jäger müssen natürlich immer äußerste Vorsicht walten lassen, damit niemand Schaden nimmt. Im Winterbacher Fall ist aber genau das passiert.

Für die Jagd mit Schrot gelten andere Regeln als beim Jagen mit Gewehren, die pro Schuss eine einzige Kugel abfeuern. Meist feuern Jäger im letzteren Fall vom Hochsitz aus, und das aus gutem Grund. Sie müssen darauf achten, dass eine Kugel in den Boden trifft, sollte sie ein Wildschwein oder ein Reh durchschlagen oder sollte ein Schuss danebengehen.

Mit Schrot dürfen Jäger auch in die Luft schießen

Eine Kugel würde eine Ente zerfetzen. Auf kleinere Tiere wie Füchse, Gänse oder Enten dürfen Jäger mit Schrot schießen, erklärt Sophia Lorenzoni. Mit einer Schrotflinte dürfen Jäger auch in die Luft schießen. Gefährlicher sei es, auf eine Ente zu schießen, die im Wasser schwimmt: Schrotkügelchen könnten an der Wasseroberfläche abprallen, abgewiesen werden und ganz woanders hinfliegen als gedacht.

Ob in Winterbach genau das passiert ist, muss noch geklärt werden; das Polizeirevier Schorndorf hat die Ermittlungen aufgenommen.

Schrotkügelchen töten Tiere durch „Nervenschock“, erklärt Sophia Lorenzoni. Auf 30, höchstens 40 Meter Entfernung wird ein Jäger eine Ente auf diese Weise erlegen können. Je weiter entfernt sich ein Tier befindet, desto eher wird ihm der Schrot nichts anhaben können, das leuchtet ein.

Mehr als nur ein blauer Fleck

Und doch hat einer der beiden Verletzten in Winterbach weit mehr als nur einen blauen Fleck davongetragen. Laut Polizei hielten sich die Männer, 45 und 60 Jahre alt, etwa 40 bis 50 Meter von den Jägern entfernt auf. Auf diese Entfernung dürften Schrotkugeln keinen erheblichen Schaden mehr anrichten, sollte man meinen. Der Verletzte musste aber eine Kugel im Krankenhaus „operativ entfernen“ lassen, wie Polizeisprecher Robert Kreidler auf Nachfrage bestätigt.

Eine Winterbacher Bürgerin hat bereits am Dienstag in dieser Zeitung eine erste Notiz zum Jagdunfall gelesen – und sich sofort an einen unschönen Vorfall erinnert. Ende Dezember vergangenen Jahres habe sie selbst Ärger gehabt mit Jägern, die an einem Samstagmorgen an der Rems zwischen Winterbach und Hebsack nur etwa 50 Meter von ihr entfernt eine hochfliegende Ente abgeschossen hätten. Sie selbst und andere Hundebesitzer hätten die Jäger angesprochen: „Ihr könnt doch hier nicht schießen, da sind doch auch Kinder.“ Seinerzeit rief die Anwohnerin die Polizei. Eine Jagd muss nicht von der Polizei genehmigt sein, aber viele Jäger melden es zumindest, wenn sie losziehen. Das macht Sinn, weil besorgte Bürger nicht selten bei der Polizei anrufen, wenn sie Schüsse hören.

„Tragisch genug ist es trotzdem“

Hegeringleiter Werner Groß kennt das betreffende Gebiet an der Rems genau; „ich bin Jagdnachbar“. Auch er jagt ab und zu an der Rems Enten – „ich mach’ das, wenn es Hunde und Katzen regnet.“ 10 bis 15 Enten erlegt Werner Groß während der Jagdzeit. „Eigentlich“ darf dabei nichts passieren – aber hundertprozentig sicher kann niemand sein, dass sich nicht doch ein Jagdunfall ereignet. „Ich will niemandem einem Vorwurf machen“, wiederholt Werner Groß, aber „tragisch genug ist es trotzdem – auch für uns als Jägerschaft“.

Bei einem Jagdunfall sind am Samstagmorgen zwei Männer leicht verletzt worden. Einer der beiden Männer musste ins Krankenhaus, um eine Schrotkugel entfernen zu lassen. Am Remsufer in Winterbach hatten 19 Personen nahe der Rosenstraße Enten gejagt. Die Jäger hatten laut Polizei die beiden Männer übersehen, die auf der anderen Seite der Rems in etwa 40 bis 50 Metern Entfernung gearbeitet hatten. Welcher Jäger für den Unfall verantwortlich ist, ließ sich bisher noch nicht klären, so

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