Rems-Murr-Kreis

Jetzt: Hund an die Leine! Zum Schutz der Tierbabys und der Hunde

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Gut versteckt liegt das Rehkitz im Gras. Ein streunender Hund findet es womöglich trotzdem. © Privat

Der Nabu mit seinem „Fellbacher Rebhuhnschutzprojekt“, der Landesjagdverband mit seiner „Allianz für Niederwild“, und natürlich die Kreisjäger sorgen sich jedes Frühjahr erneut: Werden die Jungtiere überleben? Denn der Mensch mit seinem Hund hält oft keinen Abstand.

Der Hund kann nicht gegen den Instinkt an

Das Verhalten des Hundes ist angeboren. Sein Spiel dient dem Erlernen des Beutemachens, wie bei seinem wilden Verwandten, dem Wolf. Doch ganz gleich, wie gut der Hund erzogen ist, schnell kann der Instinkt der Hunde jungen Wildtieren, die zurzeit geboren und aufgezogen werden, zum Verhängnis werden. Und auch dem Hund selbst. Es gibt deshalb gute Gründe, weshalb Hundehalter ihr Tier in den kommenden Wochen an der Leine lassen sollten.

  • Brut- und Setzzeit: Rehkitz und Junghase vertrauen in dieser Jahreszeit auf ihre tarnende Fellzeichnung und den noch nicht ausgebildeten Körpergeruch. Sie fliehen nicht vor einer Gefahr, sondern bleiben regungslos und geduckt liegen und hoffen, nicht entdeckt zu werden. Kommen Mensch oder Hund einem solchen Fellbündel doch einmal so nahe, dass es die Flucht ergreift, ist es – zumindest bei einem Hund – oft zu spät. Auch bei einem vermeintlich wohlerzogenen Stubenhund kann dann spontan der Jagdtrieb durchbrechen. Hundebesitzer sollen deshalb während der Aufzuchtzeit von Jungwild, die noch bis etwa Mitte Juli dauert, auch folgsame Hunde an die Leine nehmen. Das Jagd- und Wildtiermanagementgesetz schreibt vor, dass Hunde verlässlich im Einwirkungsbereich ihres Halters bleiben müssen. Verstöße stellen eine Ordnungswidrigkeit dar und können angezeigt werden.
  • Hier droht auch Gefahr für den Hund: Im „Ländle“ breitet sich die parasitäre Hautkrankheit Räude seuchenhaft aus, bei Fuchs, Wildschwein und anderen Arten. Bei der Räude handelt es sich um eine Milbe, die starken Juckreiz verursacht. Massive Hautveränderungen treten auf, die zu tiefen Rissen und blutig-eitrigen Wunden führen. Die Übertragung der Milben erfolgt durch direkten Kontakt, aber auch indirekt durch infizierte Lagerstellen an ruhigen, sonnigen Plätzen abseits der Wege. Hier kann sich auch der Hund mit diesen Milben infizieren. Bleibt der Vierbeiner auf dem Weg, ist das Risiko einer Infektion sehr gering.
  • Mit zunehmenden Temperaturen werden auch Zecken wieder aktiv. Diese warten insbesondere in Gras und Busch abseits der Wege. Hundehalter sollten darauf achten, dass der Hund auf den Wegen bleibt. So kann er vor den Blutsaugern, die Krankheiten wie Borreliose, Babesiose oder Anaplasmose übertragen können, geschützt werden. Auswirkungen solcher Krankheiten sind Fieber, Appetitlosigkeit, angeschwollene Lymphknoten und mehr.

Rehkitze und Baby-Hasen nicht berühren!

Achtung: Allein aufgefundene Kitze und Junghasen sollten nicht berührt werden, sie werden sonst von ihrer Mutter verstoßen und verhungern. Niemand soll die Jungtiere mitnehmen. Sie sind nicht verwaist! Ist ein Jungtier ernsthaft verletzt, sollte der zuständig Jagdpächter oder die Polizei informiert werden. Welcher Jagdpächter zuständig ist, erfragen Sie beim Kreisjagdamt, Telefon: 07191 / 895 4369.

Der Nabu mit seinem „Fellbacher Rebhuhnschutzprojekt“, der Landesjagdverband mit seiner „Allianz für Niederwild“, und natürlich die Kreisjäger sorgen sich jedes Frühjahr erneut: Werden die Jungtiere überleben? Denn der Mensch mit seinem Hund hält oft keinen Abstand.

Der Hund kann nicht gegen den Instinkt an

Das Verhalten des Hundes ist angeboren. Sein Spiel dient dem Erlernen des Beutemachens, wie bei seinem wilden Verwandten, dem Wolf. Doch ganz gleich, wie gut der Hund

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