Rems-Murr-Kreis

Kreissparkasse im Rems-Murr-Kreis: In diesen 13 Filialen gibt es bald nur noch SB-Automaten

Kreissparkasse Filiale Weinstadt-Großheppach
Die Kreissparkasse in Weinstadt-Großheppach. © Gabriel Habermann

In 13 Filialen im Rems-Murr-Kreis hat die Kreissparkasse in den vergangenen Monaten eine durchschnittliche Kundenfrequenz von gerade einmal zwei pro Stunde gemessen, sagte Vorstandsmitglied Vincenzo Giuliano am Montagmorgen (18.7.). Diese werden deshalb zum 1. Oktober 2022 von Geschäftsstellen mit persönlichem Kundenkontakt zu Filialen mit Selbstbedienungs-Automaten umgewandelt. Für die seltene, aber treue und meist ältere „Laufkundschaft“ wird es Hilfestellungen geben.

Welche Filialen der Kreissparkasse sind betroffen?

Davon betroffen sind die nach Aussage von Giuliano „kleinen Geschäftsstellen“ in:

  • Allmersbach im Tal,
  • Althütte,
  • Großheppach,
  • Hintere Straße in Fellbach,
  • Kirchberg an der Murr,
  • Korber Höhe in Waiblingen,
  • Mittlere Brücke in Schorndorf,
  • Oeffingen,
  • Oppelsbohm,
  • Oppenweiler,
  • Unterbrüden,
  • Stuttgarter Straße in Backnang,
  • Sulzbacher Straße in Backnang.

„Wir bleiben kreisweit erreichbar, müssen uns aber daran orientieren, was die Menschen brauchen und nachfragen, und unsere Ressourcen entsprechend organisieren“, sagte Giuliano.

In den Filialen würden Serviceleistungen, für die ein Mitarbeiter benötigt wird, kaum noch nachgefragt. 90 Prozent der Kundschaft nutzten stattdessen die Online- und Selbstbedienungsangebote der Kreissparkasse. Und auch beim mobilen Bezahlen mit dem Handy gebe es enorme Zuwächse. An der Supermarktkasse werde aber nicht nur in 70 Prozent die Ware mit Karte oder Handy bezahlt, sondern auch immer öfter Geld abgehoben, sagte Giuliano.

Der Wandel in der Abwicklung von Zahlungsverkehren laufe zwar unter der Überschrift Digitalisierung, den Menschen gehe es aber vor allem um Bequemlichkeit, Einfachheit und Schnelligkeit. Bereits über 60.000 von rund 200.000 Kundinnen und Kunden insgesamt nutzten bereits die Sparkassen-App. „Sie tragen ihr Werkzeug, um Bankgeschäfte zu tätigen, quasi in der Hosentasche mit sich und machen Kontostandabrufe und Überweisungen mit wenigen Klicks.“

Hilfestellungen für nicht technikaffine Kundinnen und Kunden

Älteren Kundinnen und Kunden, die nicht so technikaffin seien, biete die Kreissparkasse selbstverständlich ihre Unterstützung an. „Wir wollen die treuen, gerade älteren Kundinnen und Kunden nicht verlieren. Wir sind sehr dankbar für ihre langjährige Loyalität“, sagte Giuliano.

Deshalb werde es individuelle Hilfestellungen geben, sich an die Selbstbedienungsinfrastruktur zu gewöhnen. An den Automaten sind nicht nur Aus- und Einzahlungen sowie Kontostandsinfos und -ausdrucke, sondern auch Überweisungen und Daueraufträge möglich.

Zudem bestehe weiterhin die Möglichkeit, per Telefon Zahlungen anzuweisen. Auch verschicke die Kreissparkasse bei Bedarf frankierte Rückumschläge, um Überweisungen postalisch einreichen zu können.

Kundenbetreuer bleiben dieselben, niemand wird entlassen

Nicht zuletzt sei die nächste Filiale mit persönlichem Kundenkontakt im Falle von 8 der 13 betroffenen Geschäftsstellen nicht weiter als zwei bis zweieinhalb Kilometer entfernt: „Die Beraterinnen und Berater werden sich um ihre Kundinnen und Kunden vom nächstgelegenen Beratungscenter weiter kümmern“, sagte Giuliano.

Die Mitarbeiterschaft sei im Zuge einer Hausmitteilung am Freitag (15.7.) informiert worden. Es handelt sich um 12,5 Vollzeitstellen. Entlassen werde niemand. „Ganz im Gegenteil. Wir sind gerade über jeden qualifizierten Mitarbeiter dankbar. Alle arbeiten halt dann an anderen Einsatzorten“, sagte Giuliano. Gerade jüngere Kollegen freuten sich darüber, jetzt in einem größeren Team zu arbeiten und nun mehr direkte persönliche Kontakte während der Arbeit zu haben. „Für manche ist das aber jetzt natürlich eine Umstellung, wenn sie vor Ort wohnen und bislang nur eine Wegzeit von fünf Minuten zur Arbeit hatten.“

Leutenbacher Filiale bleibt bestehen

Auf der Liste der schließenden Geschäftsstellen ist nicht die Leutenbacher enthalten, was für Aufatmen sorgen wird.

Erst Ende Juni 2022 hatte Pierre Orthen vom SPD-Ortsverein eine Pressemitteilung des Titels „Sorge um die Sparkassen-Filiale in Leutenbach“ verschickt. Tenor der Mitteilung: Man befürchte aufgrund deutlich reduzierter Öffnungszeiten in Leutenbach weitere Schließungen von Filialen der Kreissparkasse Waiblingen, die dann auch diejenige an der Winnender Straße treffen könnten. Kathrin Obergfell, Referentin der Unternehmenskommunikation, erwiderte damals: Während der intensiven Corona-Phase habe man die Servicezeiten reduziert. Derzeit überprüfe man diese jedoch, mit dem Ziel, den Kunden langfristig stabile Zeitfenster anzubieten.

Vincenzo Giuliano betonte nun am Montag (18.7.): „Bei einigen Standorten werden die Servicezeiten leicht angepasst. Die Beratungszeiten bleiben jedoch unverändert von 8 bis 20 Uhr in allen Geschäftsstellen erhalten.“

In 13 Filialen im Rems-Murr-Kreis hat die Kreissparkasse in den vergangenen Monaten eine durchschnittliche Kundenfrequenz von gerade einmal zwei pro Stunde gemessen, sagte Vorstandsmitglied Vincenzo Giuliano am Montagmorgen (18.7.). Diese werden deshalb zum 1. Oktober 2022 von Geschäftsstellen mit persönlichem Kundenkontakt zu Filialen mit Selbstbedienungs-Automaten umgewandelt. Für die seltene, aber treue und meist ältere „Laufkundschaft“ wird es Hilfestellungen geben.

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