Rems-Murr-Kreis

Krieg in der Ukraine: Wie Kärcher und Stihl von der Krisenlage betroffen sind

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Panorama-Blick auf Kiew. © pixabay

„Aktuell richten wir aber unseren Blick mit Sorge auf unsere 220 ukrainischen Kolleginnen und Kollegen, die im Hauptsitz in Kiew und in den 15 eigenen Kärcher-Centern im Land beschäftigt sind“, sagt Kärcher-Sprecherin Anouk von Hochmeister. Alle Mitarbeitenden wurden "zu ihrer eigenen Sicherheit" am Donnerstagmorgen (24.02.2022) direkt zu ihren Familien nach Hause geschickt. "Wir analysieren im Moment die offenen Stellen im Vertrieb und Service in ganz Osteuropa, um umzugsbereiten Kolleginnen und Kollegen einen schnellen internen Wechsel etwa nach Polen, Tschechien, Moldawien oder in die Slowakei zu ermöglichen“, sagt Anouk von Hochmeister. „Außerdem haben wir in der Ukraine bereits das März-Gehalt ausgezahlt, um die Handlungsfähigkeit zu verbessern. Wir beobachten die aktuelle Lage weiterhin sehr genau.“

Russland und die Ukraine sind für Kärcher traditionell wichtige Länder; in beiden ist Kärcher nach eigenen Angaben Marktführer und in beiden hat das Winnender Unternehmen Vertriebsgesellschaften, die im Jahr 2021 zweistellig gewachsen seien, so Anouk von Hochmeister.

Und wie sieht man bei Stihl die aktuelle Krisenlage?

„Wir sind entsetzt über den Angriff Russlands auf die Ukraine und verurteilen diesen Angriffskrieg auf das Schärfste. Mit unserer Vertriebsgesellschaft stehen wir in Kontakt und haben der Belegschaft unsere Unterstützung zugesichert“, sagt Hien Nguyen, Referentin Externe Kommunikation bei der Firma Stihl. „Absolute Priorität hat die Sicherheit der Mitarbeitenden vor Ort. Im Waiblinger Stammhaus wurde dazu ein Krisenteam gebildet.“ Die aktuelle Lage sei derzeit noch sehr unübersichtlich, deshalb wolle und könne man auch derzeit nichts Konkretes über das Geschäft Stihls mit und in Russland sowie der Ukraine sagen. „Wir hoffen auf Deeskalation und eine baldige Lösung des Konflikts“, sagt Hien Nguyen.

Der Motorsägenhersteller Stihl hat traditionell enge Verbindungen mit Russland. Schon in den „ersten Tagen“ des Unternehmens, ab den späten 1920ern, wurde die Stihlsche Baumfällmaschine Typ A in großen Stückzahlen nicht nur nach Kanada und in die USA, sondern auch nach Russland exportiert. Und: Hans Peter Stihl war nach der Wende einer der Initiatoren der Eröffnung des ersten Repräsentanz-Büros der Delegation der Deutschen Wirtschaft 1992 in Russland gewesen, parallel dazu eröffnete das Waiblinger Unternehmen sein erstes Repräsentanzbüro auch in St. Petersburg.

In einem Interview mit der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer von Mitte Dezember 2021 sagte Hans Peter Stihl: „In den 1990er Jahren hatten wir, die deutschen Unternehmer, keine Angst, nach Russland zu kommen, weil wir entsprechende wirtschaftliche Möglichkeiten gesehen haben und weil wir auch erkannt haben, dass Russland selbst an der Entwicklung seiner Wirtschaft sehr interessiert ist. Von Angst, in Russland tätig zu sein, kann überhaupt keine Rede sein. Wir arbeiten intensiv daran, den Markt in Russland für uns zu erschließen.“ Es wäre interessant zu erfahren, wie er die Lage heute beurteilt.

„Aktuell richten wir aber unseren Blick mit Sorge auf unsere 220 ukrainischen Kolleginnen und Kollegen, die im Hauptsitz in Kiew und in den 15 eigenen Kärcher-Centern im Land beschäftigt sind“, sagt Kärcher-Sprecherin Anouk von Hochmeister. Alle Mitarbeitenden wurden "zu ihrer eigenen Sicherheit" am Donnerstagmorgen (24.02.2022) direkt zu ihren Familien nach Hause geschickt. "Wir analysieren im Moment die offenen Stellen im Vertrieb und Service in ganz Osteuropa, um umzugsbereiten

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