Rems-Murr-Kreis

Müll-Gebühren steigen, Abfallwirtschaft investiert Millionen in Annahmestellen

Ein Schaufellader arbeitet an einem Haufen Biomüll // Biomüllkampagne im Rems-Murr-Kreis: Einladung zu einem Pressegespräch - Fotos sind im Anschluss an die PK beim Rundgang über die Vergärungsanlage möglich, Thema: Störstoffe im Biomüll.
Ein Schaufellader arbeitet an einem Haufen Biomüll. © Alexander Becher

Der Rems-Murr-Kreistag hat dem vierten Abfallwirtschaftskonzept zugestimmt, mit dem die Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) sich viel vorgenommen hat, in der aber auch eine Erhöhung der Grundgebühren um 5 Euro enthalten ist. „Wir wollen die Menschen mitnehmen und Abfallentsorgung unkompliziert gestalten“, erklärt Landrat Dr. Richard Sigel. Die AWRM investiert Millionen in mehr Service, eine moderne Infrastruktur und bürgerfreundliche Annahmestellen. „Vier von fünf Euro der zum 1. Januar anstehenden Gebührenerhöhung gehen allein in dieses Thema“, erklärt Finanzvorstand Marcus Siegel.

Schrittweise Erweiterung der Öffnungszeiten

„Zahlreiche Annahmestellen werden den heutigen Anforderungen an eine moderne Abfallwirtschaft nicht mehr gerecht. Dies gilt auch für die Öffnungszeiten, die nicht mehr zum Lebensalltag vieler Menschen passen. Das soll sich künftig grundlegend ändern“, so der Landrat weiter. Die Erweiterung der Öffnungszeiten erfolgt schrittweise. Ab 2022 wird mehr Personal angestellt, um die neuen Öffnungszeiten zu realisieren, man orientiert sich zudem an der schrittweisen Modernisierung der Höfe.

„Die Personalsuche ist auch im Bereich der Abfallwirtschaft eine große Herausforderung“, erklärt Vorständin Anika Fritz. „Wir können nicht an allen Standorten gleichzeitig die erweiterten Öffnungszeiten einführen. Das neue Serviceangebot soll zunächst auf den vier Entsorgungszentren (Winnenden, Backnang-Steinbach, Kaisersbach und Schorndorf) sowie auf dem Wertstoffhof Waiblingen umgesetzt werden.

Die Zahl der Wertstoffhöfe im Kreisgebiet wird zwar reduziert. „Aber wir nehmen nichts weg, sondern wir richten uns neu aus“, ist Landrat Dr. Sigel bei der Diskussion um Standortschließungen wichtig. „Wir haben auf unseren Annahmestellen zunehmend rechtliche Vorgaben, mit denen wir Schritt halten müssen“ ergänzt Projektleiter Dr. Lutz Bühle. Hinsichtlich zukünftiger Anlagen und deren Standorte wurde eine Auswahl getroffen, die eine qualitative Aufwertung der Annahmestellen und eine gute Erreichbarkeit in Einklang bringen soll. „Erst die Praxis wird zeigen, ob für alle Gebiete im Landkreis diese Zielstellung erreicht werden kann“, erklärt Bühle, der ab 1. Januar als Vorstandsmitglied den Bereich Technik verantworten wird. Die Standortauswahl sei als dynamisches Konzept aufzufassen, an dem punktuell auf Basis der Praxiserfahrung nachgesteuert werden kann.

Verbot von kompostierbaren Kunststoffbeuteln in der Biotonne

Kompostierbare Biomüllbeutel aus Kunststoff sind im Rems-Murr-Kreis, wie bereits in vielen Städten und Landkreisen Deutschlands, ab dem 1. Januar von der Verwendung in der Biotonne ausgeschlossen. Dieses Verbot haben Verwaltungsrat und Kreistag nun in der Abfallwirtschaftssatzung verankert.

Denn zum Teil werden die kompostierbaren Biomüllbeutel an der AWRM-eigenen Biovergärungsanlage in Backnang-Neuschöntal im Zuge der Vorsortierung bereits ausgesondert, da sie sich im großen Bioabfallhaufen praktisch nicht von normalen Plastiktüten unterscheiden und damit in der Müllverbrennung landen. Kleinteilige Kunststofffragmente, die nicht aussortiert werden können und die Vergärungsanlage durchlaufen, brauchen zudem viel zu lange für die Zersetzung und müssen aufwendig aus dem Kompost gesiebt werden.

Änderung der Abfallsatzung: Grundgebühr steigt um 5 Euro

Mit dem Beschluss des Kreistages steht nun auch fest, dass die Grundgebühr um 5 Euro moderat angepasst wird. Die Gebühren für Müllmarken bleiben stabil. Die Jahresgebühr für einen Vier-Personen-Musterhaushalt mit Rest- und Biomülltonne erhöht sich insgesamt somit um 3,6 Prozent auf 143 Euro. Dennoch liege der Rems-Murr-Kreis knapp 17 Prozent unter dem Landesdurchschnitt in Baden-Württemberg. Durchschnittlich 171,64 Euro müssen die Bürger im Land für das Jahr 2021 bezahlen. Landesweit sind die Gebühren um 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. „Wären die Abfallgebühren im Rems-Murr-Kreis seit 2005 entsprechend der Inflationsrate gestiegen, müssten die Bürger mit fast 172 Euro rund 25 Prozent mehr für ihre Abfallentsorgung bezahlen. Für die Abfallentsorgung in den Jahren 2022/2023 bezahlen die Bürger im Landkreis aber nur 4,4 Prozent mehr als vor 17 Jahren“, ergänzt Finanzvorstand Marcus Siegel.

Der Rems-Murr-Kreistag hat dem vierten Abfallwirtschaftskonzept zugestimmt, mit dem die Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) sich viel vorgenommen hat, in der aber auch eine Erhöhung der Grundgebühren um 5 Euro enthalten ist. „Wir wollen die Menschen mitnehmen und Abfallentsorgung unkompliziert gestalten“, erklärt Landrat Dr. Richard Sigel. Die AWRM investiert Millionen in mehr Service, eine moderne Infrastruktur und bürgerfreundliche Annahmestellen. „Vier von fünf Euro der zum 1. Januar

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