Rems-Murr-Kreis

Mobile WC-Anlagen sollen Klo-Notstand an der B29 beheben

B29-Parkplatz Hebsack
Könnte ein WC auf dem B-29-Parkplatz bei Hebsack gut gebrauchen: Der türkische Lkw-Fahrer Nurhat Orhan. Er befährt regelmäßig die Strecke Istanbul–Stuttgart und macht dabei immer wieder mal auch im Rems-Murr-Kreis Rast. © Gabriel Habermann

Fernfahrer, Berufspendler und Reisende können aufatmen. Der Klo-Notstand entlang der B 29 hat womöglich bald ein Ende. Nun sollen als Übergangslösung mobile WC-Anlagen auf den Rastplätzen im Bereich Remshalden-Hebsack in beiden Fahrtrichtungen aufgestellt werden. Wann? „Perspektivisch zum Sommer hin, vielleicht im Juli, wenn es die Corona-Lage zulässt“, bestätigte Leonie Ries, Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Es sollen schon schönere WC-Container sein als Dixie-Klos“, sagte Ries.“ Nach unserer Vorstellung Anhänger oder Container mit mehreren Abteilen, wie sie auf Stadtfesten oder bei Festivals genutzt werden.“ Eine Anbindung an die Kanalisation sei vorerst nicht vorgesehen, und die Abwassertanks der WC-Container müssen regelmäßig entleert beziehungsweise abgesaugt werden.

Bereits im Jahr 2020 hatte man gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart das Aufstellen mobiler Sanitäranlagen an den Rastplätzen im Bereich Remshalden-Hebsack in beiden Fahrtrichtungen beschlossen. Aufgrund der Corona-Pandemie und der damit einhergehenden strengen Hygieneanforderungen an derartige mobile WC-Anlagen wurde die bereits im letzten Sommer geplante Errichtung der Anlagen verschoben. Unter Vorbehalt der weiteren Entwicklung des Infektionsgeschehens geht das Straßenbauamt also nun davon aus, dass die mobilen Sanitäranlagen noch in diesem Sommer aufgestellt werden können. Die Errichtung wird vom Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises für das Land geplant und baulich umgesetzt.

„In Beinstein nein, in Hebsack ja zu mobilen Kloanlagen an der B 29“: Für den FDP-Landtagsabgeordneten Jochen Haußmann aus Kernen ist das eine gute Nachricht aus der Landesverwaltung, „nach mehr als vier Jahren Zuständigkeiten-Pingpong zwischen Land, Bund und deren jeweils zuständigen Behörden.“

Der Ablauf zeigt für Haußmann, „dass es Sinn macht, wenn Bürgerinnen und Bürger über ihre Abgeordneten stetigen Druck auf die Behörden und Regierung machen.“ Auch diese Zeitung berichtete mehrfach über den Klo-Notstand. Und noch im April habe er (Haußmann) vom Regierungspräsidenten Wolfgang Reimer auf den Vorschlag, mobile Toilettenanlagen einzusetzen, eine Antwort bekommen, die wenig Hoffnung machte. „Ein paar Tage später kam dann ein Brief vom Regierungspräsidium Tübingen, der sich ebenfalls auf das Schreiben an das Regierungspräsidium Stuttgart bezieht, der aber jetzt doch Hoffnung macht: Waiblingen-Beinstein gehe zwar nicht.“

Aber: „Als Alternative sollen daher an den Rastplätzen Remshalden-Hebsack (beide Richtungen) mobile Lösungen umgesetzt werden.“ Eigentlich, denn es gibt ja auch noch Corona: „Leider konnte diese Lösung aufgrund der pandemischen Lage und den strengen Hygieneanforderungen an solche mobilen Sanitäreinrichtungen noch nicht umgesetzt werden. Mit dem hoffentlich baldigen Abklingen der Corona-Pandemie wird der Rems-Murr-Kreis eine temporäre mobile Sanitärlösung am Standort „Hebsack“ weiterverfolgen.“

„Mobiles WC auch unter Corona-Bedingungen möglich“

Der FDP-Landtagsabgeordnete sieht da den Hemmschuh Corona nicht als echten Bremsklotz an: „Ich meine, die mobile Lösung sollte so bald wie möglich aufgestellt werden. Inzidenzwerte hin oder her. Ein Schild, das sagt, dass nur einer oder eine aufs Örtchen darf, lässt sich immer aufstellen.“

Für den B-29-Parkplatz bei Beinstein hat der FDP-Landtagsabgeordnete auch einen Verbesserungsvorschlag: „Da sollte dann dringend ein Schild aufgestellt werden, auch ein dringendes Bedürfnis noch einen Moment aufzuschieben, weil es rund 10 Kilometer weiter ein Ende mit dem Klo-Notstand hat. „Ich danke der Landkreisverwaltung für die Umsetzung der mobilen Lösung“, so Haußmann.

Seit vielen Jahren wird von Verkehrsteilnehmern das Fehlen von Sanitäranlagen an der B 29 im Rems-Murr-Kreis bemängelt. Zwischen der Gemarkungsgrenze zu Stuttgart und der Kreisgrenze zum Ostalbkreis besteht unmittelbar an der Bundesstraße für Autofahrer keine Möglichkeit für dringende Bedürfnisse. Begründet ist das durch die Empfehlungen für Rastanlagen an Straßen (ERS), welche nach den aktuellen Planungsgrundsätzen für Rastanlagen mit WC an Bundesstraßen einen Regelabstand von 25 bis 30 Kilometern vorgeben. Die Länge der B 29 im Rems-Murr-Kreis liegt unter 25 Kilometern.

In der Folge haben sich entlang der B 29 im Laufe der Jahre aus der Not heraus „wilde Toiletten“ etabliert. Gravierende Ausmaße nahm dieses Phänomen im Bereich des Rastplatzes Endersbach (Hochrastplatz) an. Die an den Parkplatz anschließenden landwirtschaftlichen Flächen wurden durch die menschlichen Hinterlassenschaften so stark verunreinigt, dass schließlich das Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises im Auftrag des Regierungspräsidiums Stuttgart dort einen Zaun errichtet hat.

Der Rems-Murr-Kreis trägt das Problem bereits seit Jahren an das Regierungspräsidium heran. Nicht nur das Fehlen von Toiletten ist an der B 29 im Rems-Murr-Kreis ein Problem, auch das Fehlen ausreichender Parkmöglichkeiten wird jedes Jahr größer. Der ständig wachsende Schwerlastverkehr findet für Ruhepausen keine Abstellmöglichkeiten mehr. Fahrzeuge werden deshalb im Bereich der Rastanlagen häufig auch an den Zu- und Abfahrten abgestellt und stellen dort eine Verkehrsgefährdung dar.

„Eine Lösung dieses Problems ist nicht einfach“, schreibt das Landratsamt in einer Mitteilung. „Für die Ausweitung von Rastanlagen werden Flächen und die notwendige Erschließung benötigt. Dies bedingt zeitaufwendige Planrechtsverfahren. Unter der Federführung des Verkehrsministeriums hat sich das Land dieser Problematik bereits angenommen und im Rahmen einer landesweiten Studie die Verdichtung des Netzes von Rastanlagen mit WC an Bundesstraßen untersucht.“ Aufbauend hierauf werde aktuell eine Konzeption erstellt. Diese sehe in einem Pilotprojekt an der B 29 im Rems-Murr-Kreis und Ostalbkreis nachhaltige Verbesserungen vor. Detaillierte Pläne oder ein Umsetzungszeitraum können derzeit jedoch noch nicht genannt werden.

Korber Kopf und Sörenberg: Sanierung der B-14-Rastplatz-WCs

Gemeinsam mit dem Verkehrsministerium, der Mobilitätszentrale Baden-Württemberg und dem Regierungspräsidium Stuttgart arbeite der Landkreis weiter an einer langfristigen Verbesserung der Park- und Sanitärsituation an den Bundesstraßen im Kreisgebiet. „So werden aktuell an der B 14 im Bereich der Rastplätze Korber Kopf und und Sörenberg die seit langem abgängigen WC-Anlagen durch neue und ansprechende Anlagen ersetzt. Auch hier übernimmt das Straßenbauamt des Rems-Murr-Kreises die bauliche Umsetzung für das Land“, teilt das Landratsamt mit.

Fernfahrer, Berufspendler und Reisende können aufatmen. Der Klo-Notstand entlang der B 29 hat womöglich bald ein Ende. Nun sollen als Übergangslösung mobile WC-Anlagen auf den Rastplätzen im Bereich Remshalden-Hebsack in beiden Fahrtrichtungen aufgestellt werden. Wann? „Perspektivisch zum Sommer hin, vielleicht im Juli, wenn es die Corona-Lage zulässt“, bestätigte Leonie Ries, Sprecherin des Landratsamtes auf Nachfrage dieser Zeitung.

„Es sollen schon schönere WC-Container sein als

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