Rems-Murr-Kreis

Obst-Kerne einfach in den Wald werfen? Warum die Praxis hierzulande verboten ist

WaldBuoch
Symbolfoto. © Gaby Schneider

Eigentlich hört es sich nach einer guten Idee an. Auf Facebook wird unter anderem auf der Seite "Neue Wege finden" Nutzerinnen und Nutzern der Tipp gegeben, Obstsamen und Kerne nicht einfach wegzuwerfen. Stattdessen könne man diese waschen, trocknen und in eine Schachtel packen. Wenn man dann an Orten vorbeifährt, wo es keine Bäume gibt, soll man die Kerne einfach aus dem Fenster werfen. Die Natur kümmere sich dann um den Rest. Das sei gängige Praxis in asiatischen Ländern und auch schon in Bulgarien beobachtet worden.

Obstbäume werden von Waldbäumen überwachsen 

Warum das hierzulande keine gute Idee ist, erklärt Dagmar Wulfes, Amtsleiterin des Forstamts Rems-Murr-Kreis. Dagmar Wulfes sieht das Ausbringen von Samen und Kernen von Obst im Wald als wenig erfolgversprechend. Obstbäume wachsen in Deutschland langsamer in die Höhe als Waldbäume. Deswegen werden sie im Regelfall von Waldbäumen überwachsen und ausgedunkelt und damit zum Absterben gebracht.

Invasive Art kann heimischem Wald Probleme bereiten

„Im schlechtesten Fall kommt durch die Ausbringung von standortsfremden Samen eine invasive Art in den Wald, die dann den heimischen Arten Probleme bereitet“, so Dagmar Wulfes. Anders als in Bulgarien seien die heimischen Wälder nicht öde, sondern nachhaltig bewirtschaftet und vollständig mit Waldbäumen bestockt.

Wenn durch Katastrophen Kahlflächen entstehen, regenerierten sich die Flächen häufig von selbst. Kahlflächen können etwa durch Stürme Käferfraß oder Baumkrankheiten wie Eschenwelke entstehen. Eschenwelke wird durch einen aus Ostasien eingeschleppten Pilz verursacht. Die Pilzsporen infizierten die Blätter der Esche. Von dort dringt der Erreger in die Triebe vor, wodurch diese schließlich absterben.

Obstreste im Wald gelten als Ordnungswidrigkeit

Der Wald holt sich in der Regel Samen aus der Umgebung und sorgt dafür, dass die kahlen Flächen wieder bewaldet werden. Wenn der Wald es nicht aus eigener Kraft schafft, sich zu erholen, pflanzen die Eigentümer geeignete Waldbäume. Damit kann ein neuer Wald heranwachsen.

Das Entsorgen von Obstresten im Wald gilt übrigens als Ordnungswidrigkeit, die ein Bußgeld nach sich ziehen kann. Die Höhe des Bußgelds kann man aus dem Bußgeldkatalog der Website des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg entnehmen.

Eigentlich hört es sich nach einer guten Idee an. Auf Facebook wird unter anderem auf der Seite "Neue Wege finden" Nutzerinnen und Nutzern der Tipp gegeben, Obstsamen und Kerne nicht einfach wegzuwerfen. Stattdessen könne man diese waschen, trocknen und in eine Schachtel packen. Wenn man dann an Orten vorbeifährt, wo es keine Bäume gibt, soll man die Kerne einfach aus dem Fenster werfen. Die Natur kümmere sich dann um den Rest. Das sei gängige Praxis in asiatischen Ländern und auch schon in

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