Rems-Murr-Kreis

Reiseverkehr und Hitze: Dürfen Motorräder im Stau überholen?

Stau Symbol Symbolfoto Symbolbild
Symbolfoto. © Pixabay

Die Hitze im Wagen ist erdrückend. Im Straßenverkehr staut es sich mal wieder, weil es irgendwo gekracht hat - zum Beispiel auf der B14 oder der B29. Als wäre das nicht nervig genug, fährt auch noch ein Motorrad heran und schlängelt sich an allen Autos vorbei oder befährt sogar die Rettungsgasse. Das bringt so manchen geduldig wartenden Autofahrer zur Weißglut. Dürfen Motorradfahrerinnen und -fahrer das überhaupt? Wir haben mit Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC Württemberg, gesprochen.

Dürfen Motorradfahrerinnen oder –fahrer sich bei stockendem Verkehr oder Stau an Autos vorbeischlängeln oder die Rettungsgasse befahren? Gerade an besonders warmen Tagen ist die Versuchung groß.

Regelmäßig schlängeln sich Motorradfahrende auf Autobahnen zwischen den stehenden Fahrzeugen hindurch, um schneller durch den Stau zu kommen. Dabei nutzen sie oft auch die Rettungsgasse. Aus juristischer Sicht ist die Sachlage klar: Dieses Verhalten ist verboten.

Warum ist es verboten, sich vorbeizuschlängeln?

Die Straßenverkehrsordnung (StVO) verbietet zwar nicht ausdrücklich das „Vorbeischlängeln“ von Motorradfahrenden im Stau auf anderen Flächen mehrspuriger Straßen. Es ergibt sich jedoch indirekt aus dem Zusammenspiel von Rechtsüberholverbot, dem Verbot des Überholens bei unklarer Verkehrslage und dem vorgeschriebenem Mindestseitenabstand beim Überholen. Es drohen Bußgeld und Punkte. Kommt es dabei zum Unfall, besteht regelmäßig eine Mithaftung.

Was ist mit dem Standstreifen? Was gilt hier?

Der Pannen- oder Standstreifen ist nicht für das Befahren ausgelegt und muss für Pannenfahrzeuge freigehalten werden. Für Zuwiderhandeln gibt es mindestens einen Punkt in Flensburg und 75 Euro Bußgeld.  

Gibt es Ausnahmesituationen, wann die Befahrung von Rettungsgassen oder Standstreifen erlaubt sind?

Das Befahren der Rettungsgasse ist für gewöhnliche Fahrzeuge nicht erlaubt! Lediglich Einsatzfahrzeuge von Polizei, Feuerwehr und anderen Unfallhelfern dürfen die Rettungsgasse durchfahren. Also dürfen Autos und Motorräder die Rettungsgasse nicht nutzen. Kommt es bei einem Unfallereignis zur Vollsperrung der Autobahn, kann es vorkommen, dass die Polizei Sie ausdrücklich auffordert, einen bestimmten Fahrweg zu benutzen oder sogar zur letzten Ausfahrt zurück ausleitet.

Welche Bußgelder drohen bei Verstößen?

Wenn Sie beim Befahren oder Blockieren der Rettungsgasse von der Polizei gefilmt werden, wird es teuer. Hier wurden die Bußgelder auf bis zu 320 Euro erhöht, zusätzlich gibt es zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.

Welche Tipps geben Sie Motorradfahrerinnen und -fahrern, wenn diese (bei Hitze) in einen Stau oder stockenden Verkehr geraten?

Motorradfahrende sollten bei sommerlichen Temperaturen niemals mit Jeans und T-Shirt aufs Bike steigen. Wer auf die volle Schutzkleidung verzichtet, riskiert schon bei kleineren Unfällen schwere Schürfwunden und Knochenbrüche.

Wer es bei großer Hitze in der schweren Lederkluft nicht aushält, sollte spezielle Sommerkleidung mit Protektoren tragen, die Stabilität und einen gewissen Schutz bietet. Wer einen luftdurchströmten Integralhelm besitzt, behält auch bei hohen Temperaturen einen kühlen Kopf. Als Alternative gibt es spezielle Jet-Helme für den Sommer. Die richtige Tourenplanung ist an heißen Tagen besonders wichtig. Generell ist es angenehmer, in den Morgenstunden oder am Abend zu fahren.

Außerdem sollten genügend Pausen eingelegt werden, am besten alle ein bis zwei Stunden. Bei diesen Zwischenstopps ist es ratsam genug zu trinken und zumindest einen Teil der Schutzkleidung abzulegen, damit der Körper sich abkühlen kann.

Die Maschine selbst muss nicht auf Hitze vorbereitet werden. Probleme kann es nur bei luftgekühlten Motorrädern geben. Wenn Sie im Stau stehen oder längere Standzeiten haben, sollten Sie deshalb den Motor ausschalten, sonst droht Überhitzung.

Die Hitze im Wagen ist erdrückend. Im Straßenverkehr staut es sich mal wieder, weil es irgendwo gekracht hat - zum Beispiel auf der B14 oder der B29. Als wäre das nicht nervig genug, fährt auch noch ein Motorrad heran und schlängelt sich an allen Autos vorbei oder befährt sogar die Rettungsgasse. Das bringt so manchen geduldig wartenden Autofahrer zur Weißglut. Dürfen Motorradfahrerinnen und -fahrer das überhaupt? Wir haben mit Holger Bach, Abteilungsleiter Verkehr und Umwelt beim ADAC

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