Rems-Murr-Kreis

Rettungswagen bedrängt und zu Vollbremsung genötigt: Notarzt und Rettungsassistentin stürzen und verletzen sich

Rettungswagen
Symbolbild. © Benjamin Büttner

Der Vorfall sorgt für Empörung: Ein Golf-Fahrer hat auf der B 29 einen Rettungswagen bedrängt, dessen Fahrer zu einer Vollbremsung genötigt und diesem zu guter Letzt den Mittelfinger gezeigt. Zwei Personen im Rettungswagen stürzten. Ein Notarzt und eine Rettungsassistentin zogen sich leichte Verletzungen zu.

„Es wurde Anzeige erstattet“, bestätigt Rot-Kreuz-Sprecher Christian Siekmann auf Anfrage. Mit Verweis auf das laufende Ermittlungsverfahren „können wir aktuell keine Auskunft zu dem geschilderten Vorfall geben“, so Siekmann weiter: Man möchte erst die Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens abwarten.

Der Polizeimeldung zufolge hat sich der Vorfall am Dienstagnachmittag gegen 15.35 Uhr auf der B 29 zwischen Winterbach und Schorndorf ereignet. Der Rettungswagen war wegen eines Patiententransports auf dem Weg ins Krankenhaus gewesen, als besagter Golf-Fahrer zunächst das Fahrzeug rechts überholte. Der Golf-Fahrer zog dann nach links, unmittelbar vor den Rettungswagen, wie es im Polizeibericht weiter heißt. Demnach hat der Golf-Fahrer ohne ersichtlichen Grund stark abgebremst, woraufhin dem Fahrer des Rettungswagens nichts anderes übrigblieb, als eine Vollbremsung einzuleiten. Daraufhin stürzten die beiden Personen hinten im Wagen.

Zu guter Letzt den Mittelfinger gezeigt

An der Ausfahrt Schorndorf wollte der Fahrer des Rettungswagens schließlich die B 29 verlassen; er hatte zwischenzeitlich das Martinshorn eingeschaltet. Laut Polizei schaffte der Golf-Fahrer keinen Platz und hinderte das Einsatzfahrzeug daran, auf die rechte Fahrspur zu wechseln. Statt den Rettungswagen passieren zu lassen, zeigte der Golf-Fahrer den Mittelfinger.

Von aggressivem Verhalten eines Verkehrsteilnehmers berichtete das Rote Kreuz bereits im Oktober 2020, verwies aber darauf, dass es keine Häufung gebe – Vorfälle dieser Art aber doch zunehmend zu beobachten seien. Damals ging es darum, dass ein Verkehrsteilnehmer den Rettungswagen sozusagen als „Rammbock“ oder „Räumer der Straße“ missbraucht hatte. Gemeint ist, dass Autofahrer sich dicht an einen Rettungswagen hängen, der mit Blaulicht, Martinshorn und wegen einer Notlage natürlich auch mit hoher Geschwindigkeit unterwegs ist. Wer das tut, glaubt offensichtlich, nicht ausgebremst werden zu können, wenn andere Verkehrsteilnehmer nach dem Rettungswagen wieder die Spur wechseln. Das Rote Kreuz vermutet der Mitteilung von Oktober 2020 zufolge, diese Leute glauben, auf diese Art nicht geblitzt werden zu können: „Wenn möglich, merkt sich das Rettungsdienstpersonal das Kennzeichen, um gegebenenfalls Anzeige wegen Nötigung erstatten zu können.“

Drohung mit Gewalt ist strafbar

Von aggressivem Verhalten auch gegen Rettungskräfte wird seit längerem immer wieder berichtet. „In den letzten Jahren hat auch die Gewalt gegen Angehörige von Rettungsdiensten zugenommen“, heißt es in der Jahresstatistik der Polizei fürs Jahr 2020. Landesweit wurden im vergangenen Jahr 182 Fälle erfasst, bei denen Rettungsdienst- oder Feuerwehrangehörige während ihres Einsatzes Opfer von Gewaltdelikten wurden. Das Polizeipräsidium Aalen, zuständig für die Landkreise Rems-Murr, Ostalb und Schwäbisch Hall, registrierte 13 Fälle dieser Art.

Angriffe gegen Einsatzkräfte des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr werden noch nicht lange gesondert statistisch erfasst. Im Mai 2017 trat eine entsprechende Novellierung des Strafgesetzbuches in Kraft. Dort ist explizit geregelt, dass bestraft wird, „wer bei Unglücksfällen, gemeiner Gefahr oder Not Hilfeleistende der Feuerwehr, des Katastrophenschutzes, eines Rettungsdienstes, eines ärztlichen Notdienstes oder einer Notaufnahme durch Gewalt oder durch Drohung mit Gewalt behindert“ und selbstredend auch, wer Hilfeleistende angreift.

Die Verkehrspolizei Backnang hat zum Vorfall auf der B29 die Ermittlungen übernommen. Zeugen des Vorfalls werden gebeten, sich unter0 79 04 / 9 42 60 zu melden.

Der Vorfall sorgt für Empörung: Ein Golf-Fahrer hat auf der B 29 einen Rettungswagen bedrängt, dessen Fahrer zu einer Vollbremsung genötigt und diesem zu guter Letzt den Mittelfinger gezeigt. Zwei Personen im Rettungswagen stürzten. Ein Notarzt und eine Rettungsassistentin zogen sich leichte Verletzungen zu.

„Es wurde Anzeige erstattet“, bestätigt Rot-Kreuz-Sprecher Christian Siekmann auf Anfrage. Mit Verweis auf das laufende Ermittlungsverfahren „können wir aktuell keine Auskunft zu

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