Rems-Murr-Kreis

So sichern Sie Wohnung und Haus: Wie man Einbrechern das Handwerk legen kann

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Symbolfoto. © Alexandra Palmizi
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Symbolfoto. © Pixabay.com / CC0 Public Domain
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Die Einbruchsaison hat begonnen. © Benjamin Büttner

Ein ehemaliger Einbrecher erzählte die Geschichte jüngst in einer Fernsehshow, und womöglich stimmt sie sogar: In Häuser, an welchen ein Vorsicht-Videoüberwachung-Schild prangte, stieg er niemals ein. Ob tatsächlich versteckte Kameras das Anwesen überwachten, überprüfte der Schurke aus nachvollziehbaren Gründen nicht.

Gut, dann befestige man doch einfach ein Videowarnschild an der Tür, ähnlich dem Hier-ist-kein-Hundeklo-Hinweis. Sicher schadet’s nichts, doch Einbruchschutz lässt sich weitaus umfassender verwirklichen. Die Polizei rät dazu dringend, ganz besonders jetzt: Diebe mögen die dunkle Jahreszeit, weil sie in der frühen Dämmerung leichter unbemerkt durch den Garten huschen können und sie von außen leicht erkennen, hier ist wohl keiner zu Hause, denn es brennt nirgends Licht. Mitten in der Nacht kommen Ganoven nur selten, denn sie möchten weder schlafende Hunde noch schlafende Menschen wecken.

Diebe arbeiten grundsätzlich lieber ungestört, weshalb sie beim Aufbrechen einer Tür ungern minutenlang Lärm verursachen. Genau darin liegt die Chance: Mechanische Einbruchsicherungen versprechen hohen Nutzen, weil Diebe erfahrungsgemäß schnell aufgeben, sofern Haus- oder Wohnungsbesitzer ihnen die Sache extra schwer gemacht haben. In fast der Hälfte der Fälle bleibt es beim Versuch: immerhin ein Trost.

Türen in jedem Fall immer abschließen

Eine Reihe weiterer Fälle hätte es nicht bis in die Kriminalitätsstatistik der Polizei geschafft, wären Bewohner dem Rat gefolgt: Türen immer am besten gleich doppelt abschließen, auch bei kurzer Abwesenheit. Wer schon mal zugeschaut hat, wie jemand mit einer simplen Scheckkarte binnen Sekunden eine nicht abgeschlossene Haustür öffnet, der vergisst das nie mehr. Ferner gilt: Fenster niemals gekippt lassen, sie wirken sonst wie eine Einladung zum ausgedehnten Klau.

Jüngst hat es mehrere Bürger/-innen in Schorndorf getroffen: Drei Wohnungseinbrüche meldete die Polizei am vergangenen Wochenende. Die Täter hatten Terrassen- und Balkontüren sowie ein Fenster aufgebrochen und aus einem der Gebäude eine Uhrensammlung und Bargeld gestohlen. In Bopfingen im Ostalbkreis kam es am Montagnachmittag und -abend ebenfalls zu mehreren Vorfällen dieser Art: Aus einem Einfamilienhaus nahmen Einbrecher Schmuck mit, dessen Wert sich im fünfstelligen Bereich bewegt – inklusive der Eheringe der Hausbewohner.

Niemals draußen einen Schlüssel verstecken

„Eine solide mechanische Grundsicherung steht an erster Stelle, wenn es um effektiven Einbruchschutz geht“, schreibt die Polizei auf ihren Beratungsseiten. Alarmanlagen versprechen zusätzlichen Nutzen – wobei die Wahl eines zuverlässigen Anbieters anzuraten ist. Staatliche Förderung kann beantragen, wer sich für bestimmte Vorrichtungen entscheidet.

Noch ein Tipp am Rande, den die Polizei nicht müde wird zu wiederholen: Niemals einen Ersatz-Hausschlüssel draußen verstecken. Einbrecher riechen förmlich, wo ein solcher verborgen sein könnte.

Bei mir ist eh nichts zu holen: Mit Sätzen dieser Art rechtfertigt gern, wer sich nicht auch noch um Einbruchschutz kümmern möchte. Mag sein, es lagern zu Hause keine Perserteppiche und keine Diamant-Ohrringe. Nur wird sich ein Einbrecher erst überzeugen, ob das wirklich stimmt – und schlichtweg alles durchwühlen. Bei vielen Opfern hinterlässt das tiefe Spuren, manche müssen deshalb umziehen.

Im Jahr 2020 zählte die Polizei im Rems-Murr-Kreis 142 Einbrüche

Die gute Nachricht: Seit Jahren legt die Polizei einen ihrer Schwerpunkte auf die Bekämpfung von „Wohnungseinbruchdiebstahl“, und das hat Folgen. Im Rems-Murr-Kreis geht die Zahl der Einbrüche kontinuierlich zurück: 2020 erreichte sie mit 142 Fällen einen Tiefststand. Das hat allerdings auch damit zu tun, dass Bürger/-innen im Corona-Jahr 2020 viel häufiger zu Hause waren – und das nicht nur in der dunklen Jahreszeit.

Laut Polizeisprecher Rudolf Biehlmaier sind für den Rems-Murr-Kreis 2021 weiter rückläufige Zahlen zu erwarten – sofern solche Fälle wie jetzt in Schorndorf sich nicht noch mehrfach wiederholen. Einen regelrechten Schwerpunkt verzeichnete die Polizei dort in letzter Zeit; insgesamt war die Remstalschiene mehr betroffen als die Murrtalschiene. Auffällig war, so Biehlmaier, dass die Täter sehr oft am frühen Abend unterwegs waren, wenn es schon dunkel war, aber noch niemand zuhause. Also, rät der Sprecher: „Wachsam sein“ und die Polizei rufen, sollte man in seinem Wohngebiet Verdächtiges wahrnehmen.

Ein ehemaliger Einbrecher erzählte die Geschichte jüngst in einer Fernsehshow, und womöglich stimmt sie sogar: In Häuser, an welchen ein Vorsicht-Videoüberwachung-Schild prangte, stieg er niemals ein. Ob tatsächlich versteckte Kameras das Anwesen überwachten, überprüfte der Schurke aus nachvollziehbaren Gründen nicht.

Gut, dann befestige man doch einfach ein Videowarnschild an der Tür, ähnlich dem Hier-ist-kein-Hundeklo-Hinweis. Sicher schadet’s nichts, doch Einbruchschutz lässt sich

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