Rems-Murr-Kreis

Steigende Preise: Gibt’s im Rems-Murr-Kreis überhaupt noch irgendwas umsonst?

Cent
Sehr weit kommt man damit sicher nicht, aber: Vieles gibt’s sogar gratis. © ALEXANDRA PALMIZI

Sie wollen alle nur mein Bestes, ulkte einst Otto Waalkes – „und das ist mein Bargeld“. Stimmt so nicht mehr: Man kann fast überall mit Karte zahlen. Sofern sich auf dem Konto noch Moneten befinden. Das Geld ist schon weg, der Monat aber noch lang nicht zu Ende: Es stecken jetzt mehr Menschen in der Klemme, weil Lebensmittel, Strom und sonstiges Unverzichtbares sauteuer geworden sind.

Hersteller verschleiern immense Preissteigerungen

Der Verdacht liegt nahe, dass nicht wenige den Preisplus-Trend schlicht ausnutzen und viel mehr für ihre Produkte verlangen, als mit Blick auf höhere Produktionskosten gerechtfertigt wäre. Besonders perfide: Hersteller verschleiern immense Preissteigerungen, indem sie ganz einfach die Inhaltsmengen in Verpackungen erheblich reduzieren. Den Vogel hat der Hersteller von Rama abgeschossen: Verbraucherinnen und Verbraucher haben der Streichfett-Plastikdose das Prädikat „Mogelpackung des Jahres 2022“ verliehen. Für 400 Gramm zahlten Konsument/-innen 2022 denselben Preis wie zuvor für 500 Gramm. Das entspricht – man rechne auf den 100-Gramm-Preis herunter – einem Plus von 25 Prozent

Bei einem Testkauf registrierte eine Redakteurin dieser Zeitung Ende des Jahres 2022 Preisanstiege von 16 bis zu 28 Prozent. Sie hatte Milch, Schokolade, Äpfel, Schinken und Spaghetti dreimal mit einigen Wochen Abstand in Waiblingen eingekauft.

Selbst jene Menschen klagen mittlerweile über gestiegene Preise, deren Einkommen bisher bestens für alles reichte. Deshalb die Frage: Kann man irgendwo irgendwas gratis bekommen? Um an der einen oder anderen Ecke Geld zu sparen, damit’s unterm Strich dann doch bis zum Monatsende reicht?

Ja, man kann. Zum Beispiel hier:

  • Warentauschtage: Bürgerinnen und Bürger können dort Dinge abgeben, die sie nicht mehr brauchen – aber auch kostenfrei mitnehmen, was dort zu finden ist. Natürlich gibt’s nie eine Garantie, dass man etwas ganz Bestimmtes findet – doch Herumstöbern macht Spaß, und dass irgendwer ohne irgendwas einen Warentauschtag wieder verlassen würde, das gibt’s praktisch nicht. Die Termine sind bei der Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) zu finden unter www.abfallwirtschaft-rems-murr.de. Es ist bisher nur ein Termin eingetragen, doch keine Sorge: Nach und nach werden die Kommunen ihre Termine melden. Ein Termin im März steht bereits fest: Im Gemeindehaus der evangelischen Matthäusgemeinde im Häfnersweg 82 in Backnang beginnt ein Warentauschtag am Samstag, 18. März, um 9 Uhr.
  • Fundgrube: Das ganze Jahr über lohnt sich ein Blick in die Online-Fundgrube der Abfallwirtschaft Rems-Murr. Dort kann jede(r) Dinge anbieten, die er oder sie gern verschenken möchte. Zurzeit dort zu finden: ein Kleiderschrank, ein Sofa, Dessertschalen, ein abschließbarer Büroschrank, ein Wohnzimmertisch – und vieles mehr. Der Link zur Fundgrube: www.abfallwirtschaft-rems-murr.de/muell-vermeiden/fundgrube.
  • Tauschringe: Hier tauschen Menschen Dienstleistungen, zum Beispiel: Jemand backt eine Torte und erhält dafür Punkte. Diese Punkte kann er oder sie einlösen, falls mal Hilfe bei Behördenschreiben gebraucht wird, bei der Gartenarbeit oder beim Entrümpeln. Es fließt kein Geld unter Tauschring-Teilnehmenden. Der Remstaler Tauschring veranstaltet jeden ersten Montag im Monat einen Stammtisch. Infos gibt es hier: https://tauschring-waiblingen.de/
  • Kleinanzeigen in der Tageszeitung oder im Wochenblatt: Öfter kündigen Leute Hausflohmärkte an. Nachfragen lohnt sich: Es dürfte meistens das eine oder andere Stück dabei sein, das zu verschenken ist.
  • Ebay-Kleinanzeigen: Auf dieser Plattform findet man in rauen Mengen Geschenke. Zurzeit im Angebot, meist zur kostenfreien Abholung: Babyspielzeug, Büro-Ordner, Klamotten, ein Regal, eine nicht benutzte Bettpfanne, ein Gehstock, eine seltene Uhr . ... und so weiter.
  • Streuobstwiesenbesitzer/-innen fragen: Viele wären sicher froh, es würde jemand im Herbst Äpfel ernten oder Walnüsse aufsammeln. Also: einfach fragen – und bei Zustimmung kostenfrei selbst eingesammelte Bio-Lebensmittel genießen.
  • Foodsharing: Mittlerweile gibt es viele Anlaufstellen, an welchen Leute Lebensmittel hinterlegen, die noch gut sind, die sie selber aber nicht mehr verbrauchen können, etwa wegen einer Urlaubsreise. Sogenannte Fairteiler gibt es zum Beispiel in Rommelshausen, Leutenbach, Schwaikheim oder Hohenacker. Weitere Infos sowie eine Karte mit Standorten gibt es hier: https://foodsharing.de/
  • Gratis-Proben: Achtung! Eine Reihe von Portalen bieten im Internet Gratis-Produkte an, oder man kann diverse Dienste einen Monat lang gratis testen. Das macht alles aber nur Sinn, wenn man sehr genau aufpasst und nicht wahllos überall seine Adresse eingibt. Man google „kostenfreie Produkte“ – und sei sehr vorsichtig.
  • Freundlichkeit: Ganz oft erhalten Leute kostenfrei ein freundliches Wort oder ein Lächeln – sobald sie selbst ein solches verschenken.

Sie wollen alle nur mein Bestes, ulkte einst Otto Waalkes – „und das ist mein Bargeld“. Stimmt so nicht mehr: Man kann fast überall mit Karte zahlen. Sofern sich auf dem Konto noch Moneten befinden. Das Geld ist schon weg, der Monat aber noch lang nicht zu Ende: Es stecken jetzt mehr Menschen in der Klemme, weil Lebensmittel, Strom und sonstiges Unverzichtbares sauteuer geworden sind.

Hersteller verschleiern immense Preissteigerungen

Der Verdacht liegt nahe, dass nicht wenige

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