Rems-Murr-Kreis

Stihl inmitten gewalttätiger Unruhen in Südafrika

Violence spreads in the country after Zuma jailing, in Pietermaritzburg
Ein Supermarkt brennt am 12. Juli, während die Proteste nach der Inhaftierung des ehemaligen südafrikanischen Präsidenten Jacob Zuma in Pietermaritzburg, Südafrika, fortgesetzt werden. © Reuter/Rogan Ward

Das Waiblinger Unternehmen Stihl ist in den Strudel der gewalttätigen Tumulte und Unruhen in Südafrika geraten. Das örtliche Warenlager wurde komplett zerstört und das Verwaltungsgebäude erheblich beschädigt. „Wir sind bestürzt und erschrocken über die Bilder in Südafrika. Teile des Landes sind gezeichnet von schweren Ausschreitungen, Gewalt und Plünderungen“, sagt Dr. Nikolas Stihl, Vorsitzender des Beirats und Aufsichtsrats.

„Die Gegend um die Hafenstadt Durban ist ebenfalls davon betroffen – auch unsere südafrikanische Tochtergesellschaft Andreas Stihl Ltd. in Pietermaritzburg. Wir freuen uns, dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und ihre Familien unversehrt sind“, so Nikolas Stihl. „Für uns als Familienunternehmen haben der Schutz und die Sicherheit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter höchste Priorität.“

Das Stihl-Stammhaus in Deutschland hat umgehend ein Krisenteam eingesetzt, das gemeinsam mit dem Geschäftsführer von Stihl Südafrika, Hayden Hutton, Maßnahmen für den Schutz und die Versorgung der rund 40 südafrikanischen Beschäftigten auf den Weg bringt.

Aus Waiblingen schafft niemand vor Ort. „Jetzt in der Krisensituation koordinieren wir von Waiblingen aus die Versorgung, Logistik und IT in Südafrika“, so eine Sprecherin gegenüber dieser Zeitung.

Dr. Nikolas Stihl versichert: „Unsere Vertriebsgesellschaft in Südafrika wird es auch in Zukunft geben. Kein Beschäftigter wird aufgrund dieser Ausnahmesituation den Arbeitsplatz verlieren. Im Gegenteil: Wir werden Stihl Südafrika wieder aufbauen. Dazu brauchen wir die Expertise und das Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden auch künftig Stihl-Produkte erwerben und nutzen können.“ Die Stihl-Tochtergesellschaft in Südafrika versorgt dort den Fachhandel mit Produkten. Auch den Fachhändlern steht das Unternehmen zur Seite. Derzeit wird mit Hochdruck an Lösungen gearbeitet, um die Händler kurz- und mittelfristig mit Produkten versorgen zu können. Es sind Container per Schiff unterwegs. Außerdem werden Geräte per Luftfracht in das Land gebracht.

Der Osten Südafrikas, wo Pietermaritzburg und Durban liegen, machte bereits Ende April Schlagzeilen. Mehrere Dutzend Untersuchungshäftlinge wurden nahe Pietermaritzburg auf dem Weg zu ihren Gerichtsverhandlungen von mit Maschinengewehren bewaffneten Angreifern befreit, wie Medien berichteten. Kriminalität und organisiertes Verbrechen grassieren. Derweil erschüttern die Korruptionsskandale des Ex-Präsidenten Jacob Zuma das Land. Er regierte 2009 bis 2018 und steht in Pietermaritzburg vor Gericht wegen der Anklage, allein hier in 700 Fällen Bestechungsgelder entgegengenommen zu haben. Zudem werden ihm Geldwäsche und Steuerhinterziehung vorgeworfen. Zuma wurde derweil bereits inhaftiert und musste eine 15 Monate lange Haftstrafe antreten.

Es kam zu Krawallen, mutmaßlich von seinen Anhängern und Unterstützern angestiftet. Zusätzlich brachen dann vor rund zwei Wochen aufgrund der von Präsident Ramaphosa angekündigten Versorgungsengpässe Unruhen aus, die damit begannen, dass sich Menschenmengen mit Polizisten und Soldaten vor Geschäften und Tankstellen prügelten, um an Benzin und Lebensmittel zu gelangen.

Mitte vergangener Woche kam es dann zu einem der größten Militäreinsätze des noch jungen demokratischen Südafrikas. Zusätzlich zu bereits mobilisierten 5000 Soldaten kamen weitere 25.000 Militärangehörige zum Einsatz, berichtete die dpa. Obwohl es noch vereinzelte Hinweise auf Plünderungen gab, setzten am Donnerstag (15.7.) an vielen Orten Aufräumarbeiten ein.

Erste Schätzungen gehen von einem Schaden in dreistelliger Millionenhöhe und rund 20.000 vernichteten Jobs aus. Offiziell sprechen die Behörden weiter von 72 Toten und vielen Verletzten. Auf TV-Bildern eines geplünderten Baumarkts in Pietermaritzburg war die Bergung mehrerer Leichen zu sehen – Augenzeugen sprachen von mindestens sieben weiteren Toten, so die dpa.

In Durbans Vorort Phoenix wurden zudem nach offiziellen Angaben 15 Menschen bei Spannungen mit der indischstämmigen Bevölkerung getötet.

Das Waiblinger Unternehmen Stihl ist in den Strudel der gewalttätigen Tumulte und Unruhen in Südafrika geraten. Das örtliche Warenlager wurde komplett zerstört und das Verwaltungsgebäude erheblich beschädigt. „Wir sind bestürzt und erschrocken über die Bilder in Südafrika. Teile des Landes sind gezeichnet von schweren Ausschreitungen, Gewalt und Plünderungen“, sagt Dr. Nikolas Stihl, Vorsitzender des Beirats und Aufsichtsrats.

„Die Gegend um die Hafenstadt Durban ist ebenfalls davon

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