Rems-Murr-Kreis

Syntegon: Ehemalige Bosch-Verpackungsmaschinen jetzt  im neuen Design

Grosse
Dr. Michael Grosse, Vorsitzender der Geschäftsführung von Syntegon. Fotos: Syntegon © Syntegon

Bei Syntegon laufen die Geschäfte gut, auch und gerade in der Coronakrise: Um der gesteigerten Produktion ihrer Kunden in der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie im Zuge der Coronakrise gerecht zu werden, hat die Syntegon Technology GmbH in Waiblingen ihre Service-Aktivitäten ausgebaut. Die ehemalige Bosch Packaging Technology, zu Beginn des Jahres vom luxemburgischen Finanzunternehmen CVC Capital Partners übernommen, profitiert von der Corona-Pandemie.

Dieser Tage hätte die weltgrößte Verpackungsmaschinen-Messe Interpack in Düsseldorf stattfinden sollen, auf der Bosch wie andere Firmen der Branche die Geschäftszahlen des Vorjahres vorlegt. Die Interpack mit nahezu 3000 Ausstellern wurde auf 2021 verschoben, die erste Syntegon-Pressekonferenz fand im Internet statt. Aus diesem Grund präsentiert Syntegon seine neueste Prozess- und Verpackungstechnik noch bis zum 13. Mai auf einer virtuellen Messe, heißt es in einer Pressemitteilung.

Grün statt Rot

Besonderer Fokus liege auf intelligenten und nachhaltigen Technologien für die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie. Nach der Einführung der Unternehmensmarke Syntegon zu Beginn des Jahres zeigt das Unternehmen im Rahmen der Veranstaltung zum ersten Mal sein neues Produktdesign. Das traditionelle Bosch-Rot wurde durch Grün ersetzt. Die neue Unternehmensfarbe betone die Bedeutung von Nachhaltigkeit und Gesundheit.

Das Geschäft des Prozess- und Verpackungstechnikspezialisten Syntegon hat sich im Jahr 2019 stabil entwickelt, erklärte Dr. Michael Grosse, der Anfang des Jahres den Vorsitz der Geschäftsführung von Syntegon übernommen hat. Der Umsatz lag mit 1,33 Milliaden Euro über dem Vorjahr (2018: 1,28), auch der Auftragseingang stieg leicht an, heißt es in einer Pressemitteilung weiter. Die Geschäftsentwicklung blieb trotz Brancheneintrübungen im Maschinenbau stabil.

Der Umsatz verteilt sich etwa jeweils zur Hälfte auf die beiden Produktbereiche Pharma und Food. Vor allem in Nordamerika und China verzeichnete Syntegon ein deutliches Umsatzwachstum im Bereich Pharma. Auch im Bereich Food ist das Unternehmen in diesen Regionen sowie in Europa signifikant gewachsen. Insgesamt verteilt sich der Umsatz zu etwa gleichen Teilen auf die Regionen Europa, Nord- und Südamerika sowie Asien, wobei Europa den größten Absatzmarkt darstellt.

Zu den Service-Aktivitäten in der Coronakrise zählen verstärkte Ersatzteillieferungen und Kundendienste mittels digitalen Services. Schlüsseltermine von Kundenprojekten, wie Modelpräsentationen und Werksabnahmen, führe Syntegon auf virtuellem Wege durch. Durch die globale Präsenz mit lokal ansässigen Mitarbeitern könne das Unternehmen dringende Service-Einsätze auch trotz der aktuellen Reisebeschränkungen in fast allen Fällen abdecken.

Dazu Dr. Michael Grosse, Vorsitzender der Geschäftsführung von Syntegon: „Die Mission von Syntegon lautet Prozess- und Verpackungstechnik für ein besseres Leben. Deshalb sehen wir uns in der Verantwortung, die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie mit unseren Technologien zu unterstützen und als Service-Partner an der Seite unserer Kunden zu stehen - gerade dann, wenn es schwierig wird.“

Ein Schwerpunkt von Syntegon im Rahmen seiner ersten virtuellen Messe bis zum 13. Mai sind Technologien für mehr Nachhaltigkeit. Das Unternehmen präsentiert die neue TPU-Papierformmaschine für faserbasierte Primärverpackungen. Durch ihren Einsatz erhalten Hersteller beispielsweise von Nahrungsmitteln, Hygieneartikeln und Kosmetika eine überwiegend faserbasierte Verpackungslösung für ihre bislang in Kunststoff verpackten Einweg- und Portionspackungen.



Die neue Kartonformer-Plattform ACE (Advanced Carton Erector) sei ein weiteres Beispiel für Syntegons intelligente Technologien, so das Unternehmen. Die Plattform verfügt über Formfunktionen im Hochgeschwindigkeitsbereich und kann eine breite Spanne von unterschiedlichen Kartongrößen verarbeiten. Sie formt Kartons und Trays ohne den Einsatz von Leim. Dafür wird eine spezielle Stecktechnik oder Ultraschalltechnologie eingesetzt. Die Plattform ACE eignet sich beispielsweise für die Verpackung von Backwaren, Snacks, Müsliriegeln und Tiefkühlware sowie für Produkte außerhalb des Nahrungsmittelbereichs.

Syntegon und CVC Capital Partners

Syntegon Technology ist eigenen Angaben zufolge ein weltweit führender Anbieter von Prozess- und Verpackungstechnik. Als ehemalige Verpackungssparte der Bosch-Gruppe bietet das Unternehmen mit Hauptsitz in Waiblingen seit über 50 Jahren Gesamtlösungen für die Pharma- und Nahrungsmittelindustrie. Beschäftigt werden rund 6100 Mitarbeiter an 30 Standorten in über 15 Ländern, davon rund 1000 in Waiblingen und etwa 200 in Remshalden. Nach jahrelangen Gerüchten hatte der Bosch-Konzern Mitte 2018 angekündigt, sich von der Sparte Verpackungstechnik trennen zu wollen. Der anfängliche Frust bei den Mitarbeitern, dass der Mutterkonzern sein Kind Verpackungstechnik verstoßen will, wich mit der Zeit der Hoffnung, dass es ohne Bosch vielleicht sogar besser laufen könne. Zum Jahreswechsel wurde der Verkauf an das Finanzunternehmen CVC Capital Partners vollzogen. CVC gehört zu den zehn größten Private-Equity-Unternehmen weltweit. In Deutschland ist CVC unter anderem an Evonik Industries oder der Parfümerie Douglas beteiligt.

Bei Syntegon laufen die Geschäfte gut, auch und gerade in der Coronakrise: Um der gesteigerten Produktion ihrer Kunden in der Pharma- und Nahrungsmittelindustrie im Zuge der Coronakrise gerecht zu werden, hat die Syntegon Technology GmbH in Waiblingen ihre Service-Aktivitäten ausgebaut. Die ehemalige Bosch Packaging Technology, zu Beginn des Jahres vom luxemburgischen Finanzunternehmen CVC Capital Partners übernommen, profitiert von der Corona-Pandemie.

Dieser Tage hätte die

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