Rems-Murr-Kreis

"Tierquälerei", Kühe „gestapelt“: Peta zeigt Betrieb im Rems-Murr-Kreis an

Rinderhaltung
Dieses Dokumentationsfoto von Peta stammt laut der Tierrechtsorganisation aus dem Rems-Murr-Kreis. © Peta Deutschland e. V.

Wegen "tierquälerischer Anbindehaltung" hat die Tierrechtsorganisation Peta bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Anzeige gegen einen Betrieb im Rems-Murr-Kreis erstattet. Peta belegt den Vorwurf, dass der Stall in desolatem Zustand sei, mit Beweisfotos, spricht von "mittelalterlichen" Verhältnissen, die in der Rinderhaltung aber "systembedingt" seien - und ruft Verbraucherinnen und Verbraucher zu Boykott und veganer Ernährung auf. 

Rinderhaltungsbetrieb im Kreis: "Tiere teils übereinandergestapelt"

„Der Stall“, der sich uns vorliegenden Informationen nach im Backnanger Raum befinden soll, „gleicht einer Ruine“, heißt es in einer Pressemitteilung von Peta, „die Liege- und Stehplätze sind nicht an die Größe und Anzahl der Tiere angepasst, weshalb die Tiere teils übereinandergestapelt liegen. Es gibt keinerlei weiche Einstreu oder Gummimatten, so dass die Rinder auf blankem Beton stehen. Die Ketten sind sehr eng und die jungen Kälber werden in alten, engen Buchten gehalten.“

Grundlage der Strafanzeige ist ein neues Urteil des Verwaltungsgerichtes Münster, das im Februar Anbindehaltung als Verstoß gegen das Tierschutzgesetz wertete. „Jahrelange Forderungen nach der Abschaffung dieser besonders qualvollen Haltungsform werden damit erneut bestätigt“, schreibt Peta.

Peta hat im November Strafanzeigen gegen 26 Rinderhaltungsbetriebe in Süddeutschland erstattet – 19 davon liegen in Bayern, sieben in Baden-Württemberg. Die Tierrechtsorganisation (die im Rems-Murr-Kreis immer wieder Akzente setzt, wie auch diese Geschichte belegt und diese) ruft die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber und den baden-württembergischen Minister Peter Hauk auf, Anbindehaltung sofort zu verbieten. Gleichzeitig solle die Politik Landwirtinnen und Landwirte mit Ausstiegshilfen unterstützen.

Peta fordert: "Milch aus Baden-Württemberg konsequent boykottieren"

Peta findet, dass diese beiden Landesregierungen bislang aber „einen schnellen Ausstieg aus der Haltungsform blockieren“, und ruft deshalb „Verbraucherinnen und Verbraucher auf, insbesondere Milch und Milchprodukte aus Bayern und Baden-Württemberg konsequent zu boykottieren“.

Weiter schreibt Peta in der Mitteilung: „Das dauerhafte Anbinden von Rindern muss endlich in die Geschichtsbücher verbannt werden. Dieses mittelalterliche Haltungssystem ist körperliche und auch seelische Folter. Ein sofortiges Verbot dieser Form der Rinderhaltung ist allerdings nur die mindeste Maßnahme. Denn auch andere Formen, wie etwa die Laufstallhaltung, verursachen nachweislich enormes Tierleid und müssen abgeschafft werden.“

Peta: „Leid der Rinder ist systembedingt"

Bei der Anbindehaltung werden die Kühe und Bullen das ganze Jahr lang oder zumindest während der langen Wintermonate an einem Platz im Stall fixiert und dort gehalten.

„Sie können sich nicht bewegen, umdrehen, putzen oder soziale Interaktionen mit Artgenossen eingehen. Den Tieren wird damit die meiste Zeit ihres Lebens das gesamte Repertoire arteigener Verhaltensweisen verwehrt. Nicht selten verursachen die Anbindevorrichtungen schmerzhafte Quetschungen und Verletzungen am Hals. Durch das dauerhafte Stehen und Liegen auf dem harten Untergrund entzünden sich Gelenke und Klauen. Hinzu kommt, dass die Altbauten auf die mittlerweile durch die Zucht viel massigeren Rinder längst nicht mehr angepasst sind. In vielen Fällen müssen sie deswegen auf Kot-Gitterrosten liegen, was vor allem für Kühe aufgrund des Euters unsagbar schmerzhaft ist.“

Peta weist darauf hin, dass die Bundestierärztekammer bereits 2015 einen kompletten Ausstieg aus der Haltungsform gefordert habe. Und das oben erwähnte – allerdings noch nicht rechtskräftige – Urteil aus Münster weist darauf hin, dass ein Landwirt Rindern grundsätzlich mindestens zwei Stunden freien Auslauf pro Tag gewähren müsse.

Die Tierrechtsorganisation geht in ihren Forderungen aber darüber noch hinaus: Das Leid von „in landwirtschaftlicher Tierhaltung ausgebeuteten Rindern“ sei „systembedingt“ – Verbraucher sollten deshalb „zu veganen Produkten greifen“. Peta findet prinzipiell: „Tiere sind nicht dazu da, dass wir sie essen oder sie in irgendeiner anderen Form ausbeuten.“

Wegen "tierquälerischer Anbindehaltung" hat die Tierrechtsorganisation Peta bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart Anzeige gegen einen Betrieb im Rems-Murr-Kreis erstattet. Peta belegt den Vorwurf, dass der Stall in desolatem Zustand sei, mit Beweisfotos, spricht von "mittelalterlichen" Verhältnissen, die in der Rinderhaltung aber "systembedingt" seien - und ruft Verbraucherinnen und Verbraucher zu Boykott und veganer Ernährung auf. 

Rinderhaltungsbetrieb im Kreis: "Tiere teils

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