Rems-Murr-Kreis

Toiletten an der B14 endlich eröffnet: Großer Bahnhof vor dem Klo

B14Toiletten
Prominenz vor dem Klo-Häuschen: Berthold Frieß vom Verkehrsministerium des Landes, Landrat Dr. Richard Sigel, Staatssekretär beim Bundesverkehrsminister Steffen Bilger und der AfD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Braun (von links) eröffneten die neuen Toilettenanlagen der B 14 bei Korb. Ab jetzt können sie benutzt werden. © Gaby Schneider

Das war so wichtig, dass viele wichtige Menschen zu diesem nicht ganz so stillen Örtchen gekommen sind: Die zwei Toilettenanlagen an der B 14, Höhe Korb, sind in Betrieb. Landrat Richard Sigel, Ministerialdirektor Berthold Frieß vom Landesverkehrsministerium, der Staatssekretär Steffen Bilger und der AfD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Braun haben sie eröffnet. Toll! Und endlich! Nach rund zwei Jahren Bauzeit großer Bahnhof vor dem Klo. Aber – soll das wirklich alles sein?

Heftige Verwerfungen wegen dringender Bedürfnisse an der B 29

Es war im Jahr 2005, als der Rems-Murr-Kreistag engagiert diskutierte, ob nicht an der B 29 ein Klo-Häuschen installiert werden könnte. Denn vor allem nahe dem Teiler, am Parkplatz ein Stück vor der Ausfahrt Endersbach, kam’s zu heftigen Verwerfungen wegen dringender Bedürfnisse. Das ging so weit, dass Jahre später dort ein Zaun gezogen wurde zwischen Parkplatzbegrünung und angrenzendem Acker. Was das Problem nur sehr bedingt löste. Die Aussage des damaligen Landrats Johannes Fuchs in der lang vergangenen Sitzung fasste der Kreistagsreporter einst so zusammen: „Oh verheb’s!“ Viel zu teuer.

Staatssekretär Steffen Bilger, übrigens auch aus dem Rems-Murr-Kreis stammend und daher mit manch örtlichem Druck vertraut, klingt inzwischen so: „Wir stehen für die Finanzierung Gewehr bei Fuß.“ Verspricht er Entspannung an der B 29?

750.000 Euro für die zwei Toilettenanlagen, finanziert durch den Bund

Der Bund hat schon die beiden jetzt in Betrieb genommenen Toiletten an der B 14 finanziert – es ist seine Aufgabe. 750.000 Euro hat’s gekostet, die Häuschen entsprechen den neuesten Anforderungen. Waren die alten Toiletten, 30 Jahre lang hatten sie ihren Dienst getan, noch dunkel und stinkig, sind die neuen jetzt lichtdurchflutet und bestens zu putzen. Die Ausstattung ist vor allem aus Edelstahl. Das Reinemachen passiert übrigens zweimal täglich.

Vandalismus soll auch nicht mehr möglich sein: Es gibt nichts mehr, was aus der Wand gerissen werden könnte. Nicht am Waschbecken, nicht an der Toilette. Voyeurismus wird auch verhindert: keine Eckchen, in denen eine Kamera verschwinden könnte. Besonderes Bonbon: Bei einer Störung meldet die Toilette automatisch an die Straßenmeisterei bei Endersbach, dass was im Argen liegt.

Die Toilettenhäuschen sind also so fein und der Lastwagenverkehr im Rems-Murr-Kreis so immens, dass es gerne mehr davon geben dürfte. Also, von den Häuschen. Die sich lang von der Autobahn runter und durch ein toilettenloses Stuttgart hindurch quälenden Kraftfahrer haben’s auch auf der B 29 nötig.

"Zeitweise" überlastet: Die Parkplätze bei Beinstein, Hebsack und Plüderhausen

Ja, das Verkehrsministerium des Landes hat sich die Misere schon angeschaut, drei B-29-Parkplätze auf dem Gebiet des Rems-Murr-Kreises ausgemacht, die zumindest „zeitweise“ überlastet sind – Beinstein, Hebsack und Plüderhausen – , prüft jetzt und entwickelt eine Konzeption. „Kurz- oder langfristig“ werde man das Toilettenproblem angehen. Klingt nicht gar so dringend? Tja ... Am WC hängt noch deutlich mehr als nur die Rolle Klopapier. Hat ein Parkplatz ein Klo-Häuschen, wird er – wen verwundert’s – gezielt von den Lkw-Fahrern angesteuert. Und die verbringen dann auch noch gerne ihre gesetzlich vorgeschriebene Ruhepause an dem Luxusörtchen mit Bestausstattung. Das heißt: Mit dem Klo braucht’s auch noch mehr Parkplätze. Und zwar große. Außerdem einen willigen Grundstücksnachbarn, der bereit ist, die diversen Leitungen über sein Land laufenzulassen. Und der Naturschutz darf auch nicht unter den Tisch fallen. Das sind Probleme, die erst mal gelöst werden wollen.

Erst mal eine mobile Lösung, soll heißen: Ein Dixi-Klo

Der Kreis sei „umsetzungsstark“, sagt Landrat Richard Sigel. Doch bis es endlich zur Umsetzung kommt, so sich der Bund dazu entschließt, bekommt der B-29-Parkplatz bei Hebsack erst mal eine „mobile Lösung“. Soll heißen: ein Dixi-Klo. Nun, besser als ein Baumstamm.

Das war so wichtig, dass viele wichtige Menschen zu diesem nicht ganz so stillen Örtchen gekommen sind: Die zwei Toilettenanlagen an der B 14, Höhe Korb, sind in Betrieb. Landrat Richard Sigel, Ministerialdirektor Berthold Frieß vom Landesverkehrsministerium, der Staatssekretär Steffen Bilger und der AfD-Bundestagsabgeordnete Jürgen Braun haben sie eröffnet. Toll! Und endlich! Nach rund zwei Jahren Bauzeit großer Bahnhof vor dem Klo. Aber – soll das wirklich alles sein?

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