Rems-Murr-Kreis

Trübe Stimmung bei Salathengsten, Remshexen und Sumpfgeistern: Fasching fällt aus

SalathengsteKnoellinger
Im vergangenen Jahr hatten Narren (im Bild Jörg Knöllinger) einige Schaufenster in Waiblingen dekoriert. © Gaby Schneider

Für die Narren im Rems-Murr-Kreis beginnt am 6. Januar mit dem Maskenabstauben normalerweise die Zeit des Jahres, auf die sie sich viele Monate lang freuen. In diesem Jahr fällt die fünfte Jahreszeit zum zweiten Mal wegen der Corona-Pandemie aus. Das schlägt auf die Stimmung und die Mitgliederzahlen.

„Der erste Lockdown hat unserem Verein nichts ausgemacht, doch der zweite hat uns Mitglieder gekostet“, sagt Jörg Knöllinger, Präsident der Waiblinger Karneval-Gesellschaft (WKG) „Die Salathengste“. Das sei auch nicht verwunderlich, denn das Vereinsleben ruhe weitestgehend. „Das Maskenabstauben und den Brauchtumsabend im Januar haben wir ebenso abgesagt wie die Prunksitzung von Kindern für Kinder im Februar.“

Umzüge werden nach und nach abgesagt

Einzig der Trainingsbetrieb laufe so weit wie möglich weiter, und im November wurde im kleinen Kreis und unter strengen Auflagen vereinsintern die Inthronisation gefeiert. Normalerweise sind dazu die Öffentlichkeit und Vertreter anderer Vereine eingeladen. Auch Veranstaltungen unter freiem Himmel wird es vermutlich nicht geben: „Die Umzüge werden sukzessive abgesagt.“ In Waiblingen falle die endgültige Entscheidung darüber kommende Woche, doch Knöllinger rechnet nicht damit, dass die Narren am 26. Februar durch die Stadt ziehen werden: „Niemand möchte dieses Risiko eingehen, hat man doch im November in Köln gesehen, welche Folgen solche Veranstaltungen haben können.“

Auch Dieter Streitenberger, Präsident der Waiblinger Faschingsgesellschaft (WFG), glaubt nicht, dass der Umzug in Waiblingen stattfinden wird. Große Veranstaltungen, ob drinnen oder draußen, seien zurzeit einfach nicht durchführbar, sowohl wegen des Infektionsrisikos im Angesicht der Omikron-Variante als auch wegen der Organisation. Schließlich müsste nicht nur der Zustrom kontrolliert, sondern auch Impf- und Genesenennachweise kontrolliert werden. Im Gegensatz zur WKG verzeichne der Verein bisher keinen stärkeren Mitgliederschwund. „Die Luft ist nicht raus, wird aber immer weniger“, beschreibt Streitenberger die gedrückte Stimmung. Vor allem fehlt Nachwuchs. Das Freizeitverhalten junger Leute habe sich während der Pandemie verändert.

Kinder und Jugendliche verlieren das Interesse

Kinder und Jugendliche bei der Stange zu halten ist am schwersten, beobachtet auch Melanie Fuderer von der Narrenzunft Schwaikheim. Fast zwei Jahre lang habe man keine gemeinsamen Unternehmungen wie Gartenfeste oder Minigolfspielen planen können. Auch das Aufflackern auf dem Festplatz am Mittwochabend, bei dem die Sumpfgoischder wieder auftauchen, fällt in diesem Jahr wegen der Pandemie zum zweiten Mal aus. „Für junge Leute sind zwei Jahre eine lange Zeit. Und da wir ein bunter Haufen von Schulkindern bis hin zu Rentnern sind, die kaum gemeinsame Interessen außer der Fasnet haben, ist es schwer, die Kontakte aufrechtzuerhalten.“

Hoffnung setzen die Narren auf das kommende Jahr. „Ein normales Beisammensein ohne Berührungsängste wäre mein größter Wunsch“, sagt Fuderer. Dieter Streitenberger hat ein ganz konkretes Datum vor Augen: „Wir hoffen, dass unsere Walpurgisnacht am 30. April stattfinden kann.“ Bis dahin versuchen die Vereine weiterhin auf anderen Wegen, die Stimmung zu heben. Die Remshexen stellen am 6. Januar um 18 Uhr ein Video vom Hexenauftauchen online (www.remshexen.de und auf Instagram), die Präsidenten bleiben per Mail und Whatsapp in Kontakt mit anderen Vereinen. Eventuell werden in Waiblingen wie im vergangenen Jahr einige Schaufenster von den Narren dekoriert. „Wir klären zurzeit ab, ob das wieder möglich ist“, sagt Knöllinger.

Für die Narren im Rems-Murr-Kreis beginnt am 6. Januar mit dem Maskenabstauben normalerweise die Zeit des Jahres, auf die sie sich viele Monate lang freuen. In diesem Jahr fällt die fünfte Jahreszeit zum zweiten Mal wegen der Corona-Pandemie aus. Das schlägt auf die Stimmung und die Mitgliederzahlen.

„Der erste Lockdown hat unserem Verein nichts ausgemacht, doch der zweite hat uns Mitglieder gekostet“, sagt Jörg Knöllinger, Präsident der Waiblinger Karneval-Gesellschaft (WKG) „Die

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