Rems-Murr-Kreis

Ukraine-Krieg: Schüler aus Fellbach sorgen sich und setzen ein Zeichen für den Frieden

Peace-Zeichen
Schülerinnen und Schüler formieren sich zu einem Peace-Zeichen. © Gabriel Habermann

Ein Zeichen für den Frieden setzen wollen die Schülerinnen und Schüler der Kolping-Schulen Fellbach. Sie haben sich am Montag auf dem Schulhof zu einem Peace-Zeichen formiert und das Ganze mit einer Drohne aufgenommen, um daraus ein Video zu machen. Zum ersten Mal haben sich an einer derartigen Aktion Schüler aller Schularten und Klassen beteiligt. Denn der Krieg in der Ukraine beschäftigt die Kinder und Jugendlichen sehr, die Idee für das Friedensprojekt hatten die Klassen- und Schülersprecher über die Schülermitverwaltung eingebracht.

„In unserer Klasse wird viel darüber gesprochen“, sagt der zehnjährige Nicco Friedel. „Manche sind für die Ukraine, manche für Russland.“ Es hätten sich regelrechte Gruppen gebildet, je nachdem, bei welchem Land die Sympathien lägen. Er und seine Freunde seien auf keiner Seite, sondern wünschten, der Krieg möge bald enden. „Ein bisschen Angst habe ich schon, dass Deutschland mit hineingezogen werden könnte“, sagt der Fünftklässler.

Der Ukraine-Krieg beschäftigt jüngere Schüler besonders

Gerade unter den Schülern der Unterstufe sei der Krieg ein großes Thema, sagt Anette Bantel, die Leiterin der Realschule. Die Schüler hätten großes Interesse, was da zurzeit passiere, manche hätten beispielsweise auch Verwandte oder Bekannte in der Ukraine. „Wichtig ist deshalb, auch im Unterricht das aktuelle Geschehen mit einfachen Worten zu erklären. Außerdem versuchen die Lehrkräfte, die Ängste der Schülerinnen und Schülern zu thematisieren und ihnen ihre Sorgen zu nehmen.“

Neben der Sorge, dass der Krieg nach Deutschland kommen könnte, beschäftige die Kinder vor allem, dass in den Auseinandersetzungen auch Kinder sterben. Außerdem setzen sie sich mit den Folgen des Krieges auseinander, etwa mit der Frage, was es bedeutet, plötzlich kein Haus mehr zu haben. Im Unterricht sprechen Lehrerinnen und Lehrer mit den Schülern nicht nur über das aktuelle Geschehen, sondern versuchen auch Perspektiven aufzuzeigen, wie eine Lösung aussehen könnte: „Wir zeigen, dass eine Lösung des Konflikts so funktionieren könnte, wie wir auch in unserem Umfeld Konflikte lösen, nämlich über Gespräche“, sagt Bantel.

Solidarität und Empathie

Nicht zuletzt sei es natürlich wichtig, zu lernen, wie man sich solidarisch und empathisch verhalte, sagt die Schulleiterin. Während das Peace-Zeichen auf dem Schulhof eher symbolische Wirkung hat, haben die Schüler und ihre Eltern vergangene Woche auch Sachspenden gesammelt, den Transport in die Ukraine hatte die Firma Kemmler organisiert.

Nigel Marx, 16 Jahre, hat Solidarität hautnah erlebt. „Als der Krieg begann, war ich bei meiner Tante in Berlin, die sieben Flüchtlinge aufgenommen hat“, erzählt er. Einige Tage hätten sie gemeinsam im Haus seiner Tante gelebt, manche Flüchtlinge hätten nichts außer Ausweis und etwas Kleidung mitgebracht. „Zwei Kinder sind ohne Eltern gekommen, weil die Mutter schon tot war und der Vater in den Krieg ziehen muss“, erzählt er betroffen.

Kann der Krieg nach Deutschland kommen?

Der Schüler macht sich Sorgen über die Zukunft, vor allem weil der Krieg in der Europäischen Union stattfindet. „So abwegig scheint es nicht, dass auch Deutschland mit hineingezogen werden könnte. Die Ukraine hat auch nicht mit der russischen Invasion gerechnet“, sagt Nigel Marx.

Auch unter den älteren Schülern ist der Krieg ein Thema, vor allem aktuelle Ereignisse und deren mögliche Folgen beschäftigten sie und ihre Freunde, sagt Lilly-Sophie Sellentin. Auch im Unterricht werden der Krieg und seine Folgen thematisiert. „Im Fach WBS (Wirtschaft, Beruf, Studiengang) haben wir uns zum Beispiel mit den steigenden Kosten für Benzin und Öl beschäftigt und auch damit, was dies vor allem für Familien bedeutet, die niedrige Einkommen haben“, sagt die 16-Jährige. Bei allen bedrückenden Nachrichten gebe es aus ihrer Sicht ein Gutes: „Es ist schön, zu sehen, dass die Menschen zusammenhalten, helfen, spenden und Flüchtlinge aufnehmen.“

Ein Zeichen für den Frieden setzen wollen die Schülerinnen und Schüler der Kolping-Schulen Fellbach. Sie haben sich am Montag auf dem Schulhof zu einem Peace-Zeichen formiert und das Ganze mit einer Drohne aufgenommen, um daraus ein Video zu machen. Zum ersten Mal haben sich an einer derartigen Aktion Schüler aller Schularten und Klassen beteiligt. Denn der Krieg in der Ukraine beschäftigt die Kinder und Jugendlichen sehr, die Idee für das Friedensprojekt hatten die Klassen- und

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