Rems-Murr-Kreis

Warum blieb diese Tonne stehen? Ärger über Biomüll-Kontrolle im Rems-Murr-Kreis

Biomüll
Mit Detektor und Blickkontrolle kontrollierten Mitarbeiter der Abfallwirtschaft Rems-Murr die Biomülltonnen. © Benjamin Büttner

Andreas Hübl aus Korb ärgert sich. Noch immer, obwohl die Schwerpunktaktion, bei der die Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) die Biomülltonnen im Kreis verstärkt kontrolliert hat, bereits einige Wochen her ist. Hübls Tonne war damals stehen geblieben. Ein roter Zettel daran informierte ihn darüber, dass in der Tonne Fremdstoffe gefunden worden waren, und über die Möglichkeiten, die er nun habe, dass der Müll dennoch abgeholt werde. Dazu gehört unter anderem der Erwerb einer Banderole. Für zehn bis 25 Euro wird die Braune Tonne dann mit dem Restmüll entsorgt.

Kann tatsächlich ein Gullydeckel schuld sein?

Andreas Hübl jedoch ist sicher: „In meiner Tonne waren nur Grüngut und Lebensmittelreste. Ich weiß, was in der Biotonne entsorgt werden darf, und werfe auch nichts anderes hinein.“ Der Korber ärgerte sich jedoch nicht nur darüber, dass seine Tonne nicht geleert wurde, sondern fühlte sich auch zwischen AWRM und Entsorgungsbetrieb hin- und hergeschickt, als er die Servicestelle anrief, um sich zu beschweren. Dort sei ihm nämlich gesagt worden, er solle sich beim Entsorgungsbetrieb Kurz melden. „Ich hatte das Gefühl, der Schwarze Peter wird hin- und hergeschoben“, sagt Hübl. Er habe dann dennoch die Entsorgungsfirma kontaktiert.

Gehofft hatte er, dass jemand vorbeikommt, mit ihm die Tonne und deren Inhalt prüft und sie leert, wenn darin keine Fremdstoffe gefunden werden. „Es wurde allerdings nur der rote Zettel zwei Tage nach meinem Anruf entfernt, die Tonne aber dennoch erst bei der nächsten regulären Abfuhr geleert“, beklagt Hübl. Das sei ärgerlich, da er weiteres Grüngut zu entsorgen gehabt hätte und die Abfuhr in der kalten Jahreszeit seither statt wöchentlich vierzehntägig stattfinde.

Vermutlich ein Einzelfall

Wie konnte das passieren? Andreas Hübl mutmaßt, ob vielleicht der gusseiserne Gullydeckel oder die nahe stehenden Restmülltonnen den Metalldetektor anschlagen ließen. Das allerdings hält die AWRM für unwahrscheinlich. „Beim geschilderten Vorfall handelt es sich unseres Erachtens nach um einen Einzelfall“, sagt Pressesprecherin Stefanie Baudy. „Das Vorgehen entspricht so nicht dem üblichen Ablauf bei den Kontrollen. Was im konkreten Fall die Mitarbeiter des Entsorgungsunternehmens bewogen hat, so vorzugehen, lässt sich leider nicht mehr nachvollziehen.“ Dass der Detektor wegen eines Gullydeckels oder einer anderen Tonne angeschlagen habe, sei eher unwahrscheinlich, beim Einsatz des Handdetektors aber nicht gänzlich auszuschließen.

Das Team aus der Abfallberatung habe keine ähnlichen Beschwerden erhalten. Natürlich habe es von Zeit zu Zeit Beschwerden gegeben, in der Regel sei der Beschwerdegrund gewesen, dass der rote Hänger nicht mehr an der Tonne befestigt war, so dass manchmal unklar war, warum die Tonne stehen blieb. Im Gespräch konnte aber in der Regel festgestellt werden, dass sich Störstoffe in der Tonne befanden, so Baudy. In diesen Fällen hätten die Mitarbeiter dann noch einmal darüber aufgeklärt, was in die Braune Tonne darf, nämlich Küchen-, Obst- und Gemüseabfälle sowie feste Speisereste, verwelkte Blumen oder auch Laub und Rasenschnitt sowie Kaffee- und Teesatz mit Filter und Beutel.

Zweitkontrollen sind aus Kostengründen nicht möglich

Zweitkontrollen, wie sie sich Andreas Hübl gewünscht hätte, seien aus Kostengründen nicht möglich, die AWRM verlasse sich auf die Kontrollergebnisse der Entsorger, die die Kontrollen professionell durchführten.

Und wo gab es nun die meisten Biomüll-Sünder? Die meisten Beanstandungen gab es laut AWRM in Fellbach-Schmiden mit 14,04 Prozent, gefolgt von Waiblingen-Hohenacker, wo in 12,94 Prozent der kontrollierten Tonnen Fremdstoffe gefunden wurden, und in Fellbach mit 11,26 falsch befüllten Tonnen. Am wenigsten falsch befüllte Braune Tonnen entdeckten die Entsorger in Plüderhausen, wo nur in 1,39 Prozent aller Biomülltonnen Fremdstoffe gefunden wurden, gefolgt von Sulzbach mit 3,44 Prozent Beanstandungen und Korb mit Teilen Kleinheppachs mit 4,40 Prozent.

Andreas Hübl aus Korb ärgert sich. Noch immer, obwohl die Schwerpunktaktion, bei der die Abfallwirtschaft Rems-Murr (AWRM) die Biomülltonnen im Kreis verstärkt kontrolliert hat, bereits einige Wochen her ist. Hübls Tonne war damals stehen geblieben. Ein roter Zettel daran informierte ihn darüber, dass in der Tonne Fremdstoffe gefunden worden waren, und über die Möglichkeiten, die er nun habe, dass der Müll dennoch abgeholt werde. Dazu gehört unter anderem der Erwerb einer Banderole. Für zehn

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