Rems-Murr-Kreis

Warum das Andrea-Berg-Heimspiel und weitere Veranstaltungen wieder Thema im Aspacher Gemeinderat sind

Andrea Berg
Sängerin Andrea Berg (Mitte) und ihre Bühnenpartnerinnen in ihrem Element. © Alexander Becher

Gut eine Woche ist es her, als verkündet wurde, dass das legendäre Heimspiel von Sängerin Andrea Berg in Aspach ein weiteres Mal verschoben werden muss. Die anhaltende Corona-Pandemie macht dem geplanten Open-Air-Sommer 2021 einen Strich durch die Rechnung, denn auch weitere Konzerte mit anderen Künstlern, die im Fautenhau hätten stattfinden sollen, werden ausfallen beziehungsweise verschoben. Als Ausnahme, weil 2020 schon alles der Pandemie zum Opfer fiel, hätten sieben statt der sonst erlaubten fünf Veranstaltungen stattfinden dürfen. Aber durch die Entwicklung gilt es nun, neu zu planen und umzudenken. Dazu gehört auch, dass die Veranstalter, die AFM Consulting GmbH, im kommenden Jahr durch mehr Veranstaltungen Mehreinnahmen generieren möchten. Der Antrag, aufgrund der Situation nun mehr Großveranstaltungen zu erlauben, wurde im Aspacher Gemeinderat heftig diskutiert (wir berichteten).

Am Montagabend, 31. Mai, steht das Thema erneut als Punkt drei auf der Tagesordnung der Gemeinderatssitzung und wird nochmals genauer beleuchtet.

Informationen über die Wirtschaftsfaktoren Sport und Musik

Und wieder wird auch Thomas Deters, Geschäftsführer der AFM Consulting, mit von der Partie sein. Er ist der Veranstaltungsleiter und Ansprechpartner in der Aspacher Arena, wenn die Künstler auftreten. In der jüngsten Sitzung hatte Deters zunächst die eigenen Wünsche dargestellt und dann auch Stellung zu den Äußerungen der Gemeinderäte genommen.

Da die Diskussion aber noch einige Fragen und Antworten offenließ, ist Deters froh darüber, sich nochmals bei der Sitzung am Montagabend äußern zu dürfen: Informationen über die Wirtschaftsfaktoren Sport und Musik sollen in der Sitzung vorgestellt werden. Es werde genauer erläutert, wie (Sport-)Veranstaltungen in der Vergangenheit abliefen, wie die Zusammenarbeit mit der Polizei, den Vereinen und den Organisatoren funktioniere. Es gebe ja beispielsweise auch immer wieder Bedenken und Diskussionen die Parkplatzsituation betreffend. Der Verkehr und die Lärmbelästigung, über die sich einige Anwohner immer mal wieder beschweren, sind von Jahr zu Jahr ein weiteres Thema.

Gesamte Branche ist gebeutelt

Ja – dieser Juli hätte ein spektakulärer Open-Air-Sommer in der Aspacher Arena werden sollen. Neben dem 15. Heimspiel von Andrea Berg hätten Ben Zucker, Giovanni Zarrella sowie die Band Night Fever mit einer „Bee Gees Tribute Show“ auftreten sollen – dazu die Feier zum zehnjährigen Bestehen der Arena. „Die gesamte Branche ist schon arg gebeutelt“, so Deters. Die Situation sei existenzbedrohend, nicht nur für die AFM Consulting, sondern auch für die vielen anderen Unternehmen und Vereine, die an der Organisation der Veranstaltungen beteiligt sind.

Dass die Events abgesagt werden mussten, lag grundlegend auf der Hand. „Aber man hat natürlich immer noch abgewartet“, gibt Thomas Deters zu. Andere Länder wie beispielsweise Österreich, seien schon etwas weiter, was die Konzertplanungen für die kommende Zeit angeht. Das sei alles schwer zu beschreiben. Mit Blick auf den Juli mit dem Berg-Heimspiel hat es viele Gedanken gegeben. Man hätte ja gar nicht gewusst, unter welchen Voraussetzungen man diesen Konzertmarathon hätte umsetzen können, wenn auch nur irgendwas davon machbar gewesen wäre. Allein die Menschenmenge wäre niemals zugelassen worden, Abstände hätten nicht eingehalten werden können und – wie hätten die Kontrollen ablaufen sollen? Wer darf das Areal betreten – nur Genesene, Getestete und Geimpfte? Dass es keine Planungssicherheit gab, habe teilweise schon zermürbt. „Gleichzeitig möchte man mit der Enttäuschung über die Absage der Konzerte auch eine Perspektive geben. Alle wollen ja wieder Spaß haben und loslegen“, sagt Deters.

Kommunikatives Netzwerk und ausgefuchste Logistik

Mit allen Verantwortlichen habe man oft und lange zusammengesessen. Wer die Veranstaltungen im Fautenhau kennt, oder schon von ihnen gehört hat, weiß, dass es immer eine Mammutaufgabe für die Beteiligten ist. Ein eingespieltes, kommunikatives Netzwerk und eine ausgefuchste Logistik stecken hinter den Vorbereitungen. Es geht dabei nicht nur um die Veranstaltungen – es zieht einen Rattenschwanz mit sich. Sei es, wenn es um die Koordination der Partnerhotels geht, in denen die Gäste zum Heimspiel-Wochenende meist mit einem angebotenen „Komplett-Paket“ untergebracht werden (Aufenthalt plus Shuttle vom Hotel zum Konzert und zurück), oder wenn mehrere Abstimmungen getroffen werden müssen, beispielsweise mit den Busunternehmen oder mit den Ordnungshütern. Und mit Blick auf den Aspacher Einzelhandel und die vielen Vereine ist es längst kein Geheimnis mehr, dass sie von jeglichen Veranstaltungen im Stadion profitieren – ebenso wie die gesamte Gemeinde Aspach.

Andrea Berg stärkt Ehemann Uli Ferber den Rücken

Und Hauptakteurin Andrea Berg? „Naja ist doch klar: Wir wollen alle wieder mit Power auf die Bühne“, beschreibt Deters den Gefühlszustand. Berg selbst könne es kaum erwarten wieder ihre Energie auf der Bühne loszuwerden und sich auspowern zu können. Das vermittelt sie auch über Social Media – obwohl es da recht ruhig um die 55-Jährige geworden ist. Hin und wieder gibt es einen Post von Haus, Garten, Pflanzen, ihren Alpakas oder Hunden. Auf Youtube gibt es neuerdings einzelne Video-Ausschnitte von der Mosaik Live-DVD, die beim Konzert in Wien produziert wurde.

Wer Andrea Berg kennt, weiß, dass sie fürs Faulenzen allein nicht gemacht ist. Entweder werkelt sie im Garten, ist bei ihren Tieren oder kümmert sich um Familie und um die Dekoration in ihrem eigenen Hotelkomplex, dem „Dörfle“. Für Künstler sei das natürlich noch mal eine ganz andere, ungewohnte Situation, ihren Job nicht ausüben zu können, wirft Deters ein. Berg ist ein Arbeitstier. Derzeit stärkt sie vor allem ihrem Mann Uli Ferber den Rücken. Der Hotelier und seine Mitarbeiter sind in den letzten Zügen der Vorbereitungen, denn ab 1. Juni dürfen wieder Gäste ins Hotel Sonnenhof kommen.

Sängerin am 5. Juni bei Florian Silbereisen im Fernsehen zu sehen

Ob die Termine für die geplanten Gartenkonzerte von Andrea Berg und die weiteren Auftritte verschiedener Künstler in den kommenden Sommermonaten – so wie im Hotelprogramm aufgeführt – eingehalten werden können, steht indessen noch nicht fest. Das entscheidet sich je nach Pandemielage und den entsprechenden Vorgaben der Behörden. Eines jedoch ist in trockenen Tüchern: der Termin für das Heimspiel im kommenden Jahr. Vom 15. bis 17. Juli 2022 soll das Kult-Open-Air stattfinden. Dies ist dann der Abschluss der Mosaik-Live-Arena-Tour, die ebenfalls auf 2022 verschoben wurde. Die Eintrittskarten behalten ihre Gültigkeit. Für Ticket-Rückfragen zum 15. Heimspiel steht den Besuchern die E-Mail-Adresse ticket@afm-consulting.de zur Verfügung. Weitere Infos gibt es auch auf der Veranstaltungsseite unter www.andrea-berg.de. Für Fans sei gesagt: Andrea Berg wird in der Show von Florian Silbereisen zumindest im Fernsehen zu sehen sein. Und zwar am Samstag, 5. Juni, 20.15 Uhr in der ARD: „Schlagercountdown – so wird’s bald wieder sein!“

Wie es ansonsten weitergeht? Das hat vorerst mal der Aspacher Gemeinderat in der Hand: Nun ist es erforderlich, dass dieser über den Antrag entscheidet. Fünf Großveranstaltungen nicht-sportlicher Art wurden schon in der jüngsten Sitzung durchgewunken, ob noch drei weitere erlaubt werden, wird sich dann wohl am Montagabend entscheiden.

Gut eine Woche ist es her, als verkündet wurde, dass das legendäre Heimspiel von Sängerin Andrea Berg in Aspach ein weiteres Mal verschoben werden muss. Die anhaltende Corona-Pandemie macht dem geplanten Open-Air-Sommer 2021 einen Strich durch die Rechnung, denn auch weitere Konzerte mit anderen Künstlern, die im Fautenhau hätten stattfinden sollen, werden ausfallen beziehungsweise verschoben. Als Ausnahme, weil 2020 schon alles der Pandemie zum Opfer fiel, hätten sieben statt der sonst

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