Rems-Murr-Kreis

Warum die Volksbank Stuttgart ihren Mitgliedern nun doch eine Dividende zahlt

Zeidler
Volksbank-Chef Stefan Zeidler. © ALEXANDRA PALMIZI

Die Volksbank Stuttgart zahlt ihren 176 500 Mitgliedern für ihre 1,7 Millionen Geschäftsanteile zwei Prozent Dividende. Weniger als in den Jahren zuvor. Aber in diesen Null-Zins-Zeiten immerhin eine schöne Rendite. Klar war dies freilich nicht. Denn die Ausschüttung von Dividenden im Corona-Jahr 2020 ist umstritten. Die Bafin und die Bundesbank haben abgeraten.

Während die beiden größten Genossenschaftsbanken im Rems-Murr-Kreis, die Volksbank Stuttgart und Volksbank Backnang, an ihre Mitglieder jeweils zwei Prozent Dividende und die Volksbank Welzheim sogar vier Prozent ausschütten, verzichtete die Volksbank am Württemberg mit Sitz in Fellbach darauf. „Aktuell geht es keiner Bank gut“, erklärte deren Vorstandsvorsitzender Armin Hornung den Verzicht. „Die Prognosen sagen voraus, dass sich auch bei uns eine Ergebnislücke auftun wird.“

Der Chef der Volksbank Stuttgart, Stefan Zeidler, indes hatte schon im Sommer kein Verständnis für die Vorgabe gezeigt, sich bei den Ausschüttungen zurückzuhalten. „Wir haben genügend Eigenkapital, genügend Substanz und sind ausreichend liquide“, betonte Zeidler und hoffte, dass es keiner rechtlichen Auseinandersetzungen bedarf, um die Vorgabe der Bafin zu kippen. Aus Zeidlers Sicht bewegte sich die Bafin „auf dünnem Eis ... eigentlich auf gar keinem“.

Die Volksbank wäre vom Ausschüttungsverbot zweifach betroffen gewesen, erläuterte Zeidler das Dilemma. Zum einen hätte sie selbst keine Dividenden ausschütten dürfen, zum anderen hoffte sie selbst auf eine Dividende der DZ-Bank, dem Spitzeninstitut und der Zentralbank für alle Volks- und Raiffeisenbanken. Komme diese Dividende nicht, so fehlen der Volksbank in der 2020er-Bilanz rund fünf Millionen Euro.

„Solide gewirtschaftet“

Die Vertreterversammlung hat nun mit großer Mehrheit der Dividende zugestimmt. „Wir verstehen die Haltung der Bankenaufsicht und ihr Bestreben, die Kreditinstitute krisenfester zu machen, um der Wirtschaft gerade während der Corona-Pandemie ausreichend Kredite zur Verfügung stellen zu können“, erklärt dazu Stefan Zeidler in einer Pressemitteilung: „Zugleich haben wir erneut solide gewirtschaftet und sehen unser nachhaltiges Geschäftsmodell als sehr krisensicher an. Daher möchten wir unsere Mitglieder an dem Erfolg der Volksbank Stuttgart teilhaben lassen.“

Aus dem Bilanzgewinn des Jahres 2019 in Höhe von 13,5 Millionen Euro werden knapp 1,8 Millionen Euro an die rund 180 000 Mitglieder der Volksbank Stuttgart ausgezahlt. Der Rest des Bilanzgewinns wird in die Rücklagen überführt, die dadurch auf rund 330 Millionen Euro aufgepolstert werden. „Damit wollen wir auch ein Signal an unsere Mitglieder und den Mittelstand der Region Stuttgart senden“, sagt Stefan Zeidler. „Wir haben stets betont, dass wir die Volksbank Stuttgart sehr solide führen und gut für mögliche Krisen gewappnet sind. Gerade in wirtschaftlich turbulenten Zeiten kommt diese konservative Geschäftsstrategie zur Geltung.

Mit einer Bilanzsumme von rund 7,5 Milliarden Euro und mehr als 290 000 Privat- und Firmenkunden ist die Volksbank Stuttgart eG die größte Volksbank Baden-Württembergs. Persönlich, lokal und digital betreut die Volksbank Stuttgart eG ihre Kunden an rund 90 Standorten sowie über Online-Services und das hauseigene Kunden-Dialog-Center.

Die Volksbank Stuttgart zahlt ihren 176 500 Mitgliedern für ihre 1,7 Millionen Geschäftsanteile zwei Prozent Dividende. Weniger als in den Jahren zuvor. Aber in diesen Null-Zins-Zeiten immerhin eine schöne Rendite. Klar war dies freilich nicht. Denn die Ausschüttung von Dividenden im Corona-Jahr 2020 ist umstritten. Die Bafin und die Bundesbank haben abgeraten.

Während die beiden größten Genossenschaftsbanken im Rems-Murr-Kreis, die Volksbank Stuttgart und Volksbank Backnang, an ihre

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