Rems-Murr-Kreis

Weihnachten feiern: Was gilt in Baden-Württemberg, was in anderen Bundesländern? Reisen trotz Ausgangssperre? Wo übernachten?

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Unterschiedlich sind von Bundesland zu Bundesland die Uhrzeiten, ab wann nächtliche Ausgangssperren eventuell auch die An- und Abreise zu Weihnachtsfeierm verbieten. Hier wirkt der föderale Flickenteppich in seiner ganzen Unübersichtlichkeit. Wir bemühen uns für Sie im vorliegenden Artikel um eine Entwirrung und übersichtliche Darstellung. © Pixabay

Kaum jemanden treibt diese Frage gerade nicht um: Wie und wo feiern wir Weihnachten? Im engsten Familienkreis oder mit Freunden? Doch allein oder zu zweit? Um wie viel Uhr darf ich bei der An- und Rückreise in welchem Bundesland überhaupt noch auf der Straße unterwegs sein?

Das gilt in Baden-Württemberg

Im Ländle gibt es zwei Entweder-oder-Möglichkeiten, zwischen 24. und 26. Dezember das Weihnachtsfest zu begehen:

  • Für Weihnachtsbesuche bei Freunden und Bekannten gilt auch für den 24. bis 26. Dezember weiterhin die Regelung von maximal fünf Personen aus nicht mehr als zwei Haushalten. Kinder bis einschließlich 14 Jahre zählen in der Personenzahl-Begrenzung nicht mit.
  • Für Weihnachtsbesuche im Familienkreis gilt für den 24. bis 26. Dezember: Egal wie viele Personen der Gastgeber-Hausstand zählt, dürfen vier über den Gastgeber-Hausstand hinausgehende Personen aus der engsten Verwandtschaft an dem Treffen teilnehmen, zum Beispiel Ehegatten, unverheiratete Lebenspartner/-innen und Partner/-innen, Verwandte gerader Linie sowie Geschwister, Geschwisterkinder und deren jeweilige Haushaltsangehörigen. Härtefall-Regelung: Inkludiert in den vier Personen kann ein Härtefall ohne verwandtschaftlichen Bezug sein, etwa die alleinstehende Nachbarin.

Kinder bis einschließlich 14 Jahren zählen jeweils nicht mit.

Zwischen 24. und 26. Dezember ist die An- und Abreise zu und von Weihnachtstreffen ausnahmsweise auch zwischen 20 und 5 Uhr erlaubt. Ganz gleich ob mit dem Auto, der Bahn oder dem Flugzeug. Private Übernachtungen sind erlaubt, sofern die Personenzahl-Begrenzungen eingehalten werden. Entgeltliche Übernachtungsmöglichkeiten zum Zweck der Familienbesuche sind laut Staatsministerium „als private Härtefälle“ innerhalb des Zeitraums 23. bis 27. Dezember zulässig.

Achtung! Die genannten Lockerungen der Kontaktbeschränkungen für Weihnachten gelten nur für Zusammenkünfte in privaten Räumlichkeiten. Spazierengehen oder Aufenthalte im öffentlichen Raum sind in Baden-Württemberg auch an Weihnachten entweder nur alleine und mit einer Person aus einem weiteren Haushalt oder nur mit den Angehörigen des eigenen Haushalts gestattet, so das Staatsministerium.

Das gilt in anderen Bundesländern

Die Personenzahl-Beschränkungen für Besuche und Treffen von Freunden und Verwandten über die Weihnachtsfeiertage sind auch in anderen Bundesländern vom Grundsatz her dieselben wie in Baden-Württemberg, weil sie auf einem Bund-Länder-Beschluss beruhen.

Mit der Ausnahme, dass es offenbar nur in Baden-Württemberg und dem Saarland noch die Härtefallregelung für eine Person mit nicht verwandtschaftlichem Bezug gibt. Außerdem erlaubt anscheinend auch nur Baden-Württemberg die An- und Abreise während der nächtlichen Ausgangssperre.

Unterschiedlich sind von Bundesland zu Bundesland die Uhrzeiten, ab wann nächtliche Ausgangssperren eventuell auch die An- und Abreise verbieten. Hier wirkt der föderale Flickenteppich in seiner ganzen Unübersichtlichkeit. Außerdem gibt es in manchen Bundesländern noch keine landesweiten und flächendeckenden Ausgangsbeschränkungen. Der Teufel steckt wie immer im Detail.

Bayern

Wer Verwandte oder Freunde im Nachbar-Bundesland Bayern über Weihnachten besucht, muss beachten, dass es dort auch für die Feiertage keine die nächtliche Ausgangssperre betreffende Ausnahmen gibt. Diese gilt in Bayern zwar erst eine Stunde später als in Baden-Württemberg, und zwar ab 21 Uhr, aber Ministerpräsident Markus Söder hat betont: Wer nach einer Feier nach Hause fahren will, muss sicherstellen, bis 21 Uhr am Ziel zu sein. Alternativ zum Heimweg seien private Übernachtungen erlaubt, entgeltliche Übernachtungen etwa im Hotel allerdings nicht.

Hessen

In Hessen beginnen nächtliche Ausgangssperren am 24. Dezember erst ab 0 Uhr statt der im Lockdown gewöhnlichen 21 Uhr. Am 25. und 26. Dezember beginnen sie dagegen bereits um 22 Uhr, teilt die Landesregierung mit. Private Übernachtungen sind bei Einhaltung der Personenzahl-Beschränkungen erlaubt. Zudem dürfen Hotels in Hessen über die Weihnachtsfeiertage Leute beherbergen, die sich zu Verwandtenbesuchen im Bundesland aufhalten.

Nordrhein-Westfalen

Wer sich auf Weihnachtsbesuch nach Nordrhein-Westfalen begibt, für den könnte es kompliziert werden. Im Groben gilt dort eigentlich eine nächtliche Ausgangssperre ab 21 Uhr, jedoch setzen sie viele Kreise und Städte für die Weihnachtszeit ausnahmsweise erst ab Mitternacht fest. Kreise und Städte mit hohen Corona-Inzidenzwerten sind allerdings angehalten, strengere Regeln festzulegen. Der Kreis Minden-Lübbecke mit ständigen Inzidenzwerten von über 300 zum Beispiel hat für die Weihnachtstage jedoch festgelegt: „Bürger sollten von 0 bis 4 Uhr zu Hause bleiben.“ Und: „Private Treffen dürfen nur mit fünf Menschen stattfinden.“ Der Ü-300-Kreis Lippe legte die Ausgangssperre auf 22 bis 6 Uhr fest. Wo genau was gilt, sollten Besucher beim jeweiligen Gastgeber erfragen beziehungsweise auf den Internetseiten der Städte und Kreise nachschauen. Hotelübernachtungen sind für Verwandtenbesuche auch über die Feiertage in NRW nicht erlaubt.

Rheinland-Pfalz

In Rheinland-Pfalz gibt es trotz Lockdowns keine landesweiten Ausgangsbeschränkungen. Jedoch können einzelne Regionen und Kreise, die hohe Inzidenzwerte aufweisen, Ausgangsbeschränkungen erlassen. Auch hier gilt also für Besucher, am besten beim Gastgeber nachfragen, bis wie viel Uhr man anreisen muss. Hotelübernachtungen sind auch an Weihnachten für private Zwecke verboten.

Thüringen

In Thüringen wird die nächtliche Ausgangsbeschränkung zwischen 22 und 5 Uhr vom 24. bis 26. Dezember aufgehoben. Späte An- und Abreisen wären also kein Problem. Übernachtungen sind erlaubt. Aber: Hotels und Pensionen in Thüringen dürfen auch vom 24. bis 26. Dezember keine entgeltlichen Übernachtungsmöglichkeiten für Privatpersonen anbieten, also auch nicht für Weihnachtsbesucher.

Sachsen

In Sachsen wird die nächtliche Ausgangssperre von 22 bis 6 Uhr am 24. Dezember aufgehoben. Am ersten Weihnachtsfeiertag und danach gelten wieder die nächtlichen Beschränkungen, außer für den Besuch von Gottesdiensten. Übernachtungen sind erlaubt. Hotels und Pensionen dürfen vom 24. bis 26. Dezember für Verwandtenbesuche Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Sachsen-Anhalt

In Sachsen-Anhalt gibt es keine (!) flächendeckende Ausgangssperre. Im Landkreis Wittenberg gilt eine solche allerdings zwischen 21 und 5 Uhr, Ausnahmen für die Weihnachtsfeiertage sind darin nicht aufgeführt. Übernachtungen sind erlaubt. Hotels und Pensionen dürfen zudem vom 24. bis 26. Dezember für Verwandtenbesuche Übernachtungsmöglichkeiten anbieten.

Niedersachsen und Bremen

Auch in Niedersachsen gelten keine (!) landesweiten Ausgangsbeschränkungen. Wehen zu hoher Inzidenzwerte hat aber Anfang der Woche zum Beispiel die Grafschaft Bentheim als erster Kreis Niedersachsens die Reißleine gezogen und eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 21 und 5 Uhr verhängt. An Heiligabend, 24. Dezember, jedoch beginnt dort die Ausgangssperre erst um 22 Uhr. Wer zwecks Weihnachtsbesuch nach Niedersachsen reist und spät ankommen möchte, sollte beim Gastgeber nachfragen, was in seiner Stadt, seinem Landkreis aktuell gilt. Übernachtungen des Verwandtenbesuchs im Hotel sind ausnahmsweise erlaubt.

In Bremen gilt offenbar alles, was in Niedersachsen gilt.

Brandenburg

In Brandenburg gilt eine nächtliche Ausgangssperre zwischen 22 und 5 Uhr. Ausgenommen davon ist nur Heiligabend, 24. Dezember. Weihnachtsgäste dürfen in Brandenburg privat übernachten. Entgeltliche Übernachtungen in Pensionen oder Hotels sind nicht gestattet.

Mecklenburg-Vorpommern

In Meckpomm sollen laut Landesregierung die Landkreise und kreisfreien Städte Ausgangssperren auf lokaler Ebene (Amtsbereiche, einzelne Städte) ab einer Sieben-Tages-Inzidenz vor Ort von mehr als 200 verhängen. Anders als zunächst geplant dürfen Hotels in Meckpomm über Weihnachten auch keine Familienbesucher aufnehmen. Private Übernachtungen sind erlaubt.

Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es wie anderswo auch verschärfte Lockdown-Regelungen und Kontaktbeschränkungen, aber noch keine landesweiten Ausgangsbeschränkungen (Stand: 23.12.). Hotelübernachtungen sind für Weihnachtsbesucher untersagt.

Hamburg

Bislang herrschen zwar auch in Hamburg die üblichen Kontaktbeschränkungen und lockdownbedingten Schließungen, es gelten aber bislang keine Ausgangsbeschränkungen (Stand: 23.12.). Die Hansestadt nähert sich jedoch der Einstufung als „Hotspot“, denn die Inzidenz ist nicht mehr weit von 200 entfernt. Wer über Weihnachten zu Verwandten oder Freunden nach Hamburg fährt, sollte also aktuelle Bekanntmachungen beachten. Um Familien-Zusammenkünfte über die Feiertage zu ermöglichen, erlaubt der Hamburger Senat, zwischen dem 24. und 26. Dezember Hotels auch privat zu buchen, sofern eine Übernachtung für einen Familienbesuch erforderlich ist.

Anders: Saarland

Im Saarland werden die durch den Bund-Länder-Beschluss eigentlich festgelegten Lockerungen für die Weihnachtszeit nicht wie geplant umgesetzt. Stattdessen gilt, im privaten Raum dürfen sich vom 24. und 26. Dezember ausschließlich die Angehörigen eines Haushaltes und zusätzlich maximal vier weitere Personen treffen. Diese vier Personen dürfen entweder vier engste Verwandte oder drei engste Verwandte und eine nicht zur Familie gehörende Person sein. Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit.

Auch anders: Berlin

Auch in Berlin sind Sonderregelungen in Kraft. Vom 24. bis zum 26. Dezember dürfen sich maximal fünf Familienangehörige aus vier verschiedenen Haushalten in Privaträumen treffen. Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt. Die Personenobergrenze gilt nicht für Familien, die unter einem Dach leben. Verwandtenbesuche dürfen privat und ausnahmsweise auch in Hotels übernachten. Ausgangsbeschränkungen gibt es in Berlin „nur“ welche allgemeiner Natur, und ohne zeitliche Unterscheidung: Man darf Haus oder Wohnung nur aus triftigen Gründen verlassen.

Kaum jemanden treibt diese Frage gerade nicht um: Wie und wo feiern wir Weihnachten? Im engsten Familienkreis oder mit Freunden? Doch allein oder zu zweit? Um wie viel Uhr darf ich bei der An- und Rückreise in welchem Bundesland überhaupt noch auf der Straße unterwegs sein?

Das gilt in Baden-Württemberg

Im Ländle gibt es zwei Entweder-oder-Möglichkeiten, zwischen 24. und 26. Dezember das Weihnachtsfest zu begehen:

Für Weihnachtsbesuche bei Freunden und Bekannten gilt
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