Rems-Murr-Kreis

Wenn der Rems-Murr-Kreis zum Corona-Hotspot wird, kommt auch der Wechselunterricht ab der 8. Klasse

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Die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen können sich über die weiterführenden Schulen derzeit nur online informieren. © Christine Tantschinez

Nach einem Landes-Erlass vom 4. Dezember wird ein Stadt- oder Landkreis erst dann zum Hotspot-Kreis, sobald drei Tage in Folge die Sieben-Tages-Inzidenz bei über (!) 200 pro 100 000 Einwohner liegt. Der Rems-Murr-Kreis hat am Dienstag die 200er-Marke mit einem Inzidenzwert von 199,9 im Grunde erreicht, aber noch nicht überschritten. Alle Verantwortlichen gehen jedoch davon aus, dass bis Ende der Woche Schlag auf Schlag höhere Inzidenzwerte als 200 folgen werden und wie auch schon in anderen Kreisen in Baden-Württemberg, etwa Mannheim und Pforzheim und Tuttlingen, verschärfte Maßnahmen qua Allgemeinverfügung, die der Kreis als Entwurf in der Schublade habe, greifen müssen.

Friseurläden zu? „Kein Spielraum“

„Gespräche mit dem Landessozialministerium haben ergeben, dass bezüglich der verschärften Einschränkungen kein Handlungsspielraum der Kreise besteht, auch nicht in Bezug auf die dann drohenden Schließungen von Friseurläden, wenn wir Corona-Hotspot-Kreis werden“, sagt Martina Keck, Sprecherin des Landratsamtes. Wird die Inzidenzwert-Marke von 200 fünf Tage in Folge unterschritten, können die verschärften Maßnahmen wie Friseurschließungen und nächtliche Ausgangssperren (21 bis 5 Uhr) wieder aufgehoben werden, so will es der Landes-Erlass.

Wechselunterricht für längere Zeit

Darüber hinaus stehe den Schülerinnen und Schulen sowie Lehrkräften im Rems-Murr-Kreis sehr wahrscheinlich Wechselunterricht bevor, so Keck. Denn das Landes-Kultusministerium hat am Montagnachmittag eine novellierte Corona-Schulverordnung erlassen, die den Schulleiterinnen und Schulleitern weitreichende Spielräume bei der Organisation des Unterrichts und der Umsetzung von Hygienemaßnahmen einräumt. Wann? Wenn eben ein Kreis zum Hotspotkreis wird (§6b der Verordnung). Sofern der Inzidenzwert von 200 pro 100 000 Einwohner zehn Tage in Folge unterschritten wird und eine abnehmende Tendenz aufweist, darf der Wechselbetrieb beendet werden und die Schulen dürften wieder auf Präsenzunterricht umstellen.

„Die Entscheidung über die vorübergehende Schulorganisation im Wechselbetrieb trifft bei Vorliegen der Voraussetzungen die Schulleitung im Einvernehmen mit der zuständigen Schulaufsichtsbehörde und dem zuständigen Gesundheitsamt“, so die novellierte Landes-Schulverordnung.

So hat zum Beispiel der Landkreis Tuttlingen schon am Dienstag verfügt: „Ab sofort sind Schulen im Landkreis Tuttlingen berechtigt, den sogenannten Wechselunterricht ab der 8. Klasse einzuführen“. Im Landkreis Tuttlingen lag der Inzidenzwert am Dienstag bei 209,9 und wird nach Aussage von Julia Hager, Sprecherin des Tuttlinger Landratsamtes, am Mittwoch auf „circa 222“ ansteigen.

Und im Rems-Murr-Kreis? „Die Vorbereitungen für die Einführung von Wechselunterrichten, wenn wir Hotspot-Kreis werden, laufen bereits“, bestätigt Landratsamtssprecherin Martina Keck.

Breitflächig steigende Zahlen

Folgende Kommunen in unserem Landkreis hatten am Dienstag, 8. Dezember, im Vergleich zum Vortag gestiegene Infiziertenzahlen zu vermelden:

  • Allmersbach im Tal: 9 (+3)
  • Althütte: 14 (+1)
  • Aspach: 15 (+2)
  • Backnang: 86 (+9)
  • Berglen: 3 (+3)
  • Fellbach: 76 (+6)
  • Kernen: 37 (+3)
  • Kirchberg an der Murr: 12 (+1)
  • Korb: 28 (+5)
  • Leutenbach: 15 (+2)
  • Remshalden: 37 (+4)
  • Rudersberg: 35 (+2)
  • Schorndorf: 105 (+8)
  • Schwaikheim: 17 (+1)
  • Sulzbach an der Murr: 16 (+1)
  • Waiblingen: 92 (+11)
  • Weinstadt: 67 (+11)
  • Welzheim: 15 (+2)
  • Winnenden: 69 (+6)

Gleichbleibende Zahlen der infiziert in Quarantäne Befindlichen hatten Alfdorf (8), Auenwald (5), Burgstetten (2), Großerlach (4), Kaisersbach (3), Murrhardt (31), Oppenweiler (3), Plüderhausen (33), Spiegelberg (5) und Winterbach (11). Allein in Urbach sank die Zahl am Dienstag, und zwar auf 27 (-1).

Die Rems-Murr-Kliniken versorgen aktuell 76 Covid-19-Patienten, davon 14 Patienten auf der Intensivstation, davon werden zwölf beatmet.

Nach einem Landes-Erlass vom 4. Dezember wird ein Stadt- oder Landkreis erst dann zum Hotspot-Kreis, sobald drei Tage in Folge die Sieben-Tages-Inzidenz bei über (!) 200 pro 100 000 Einwohner liegt. Der Rems-Murr-Kreis hat am Dienstag die 200er-Marke mit einem Inzidenzwert von 199,9 im Grunde erreicht, aber noch nicht überschritten. Alle Verantwortlichen gehen jedoch davon aus, dass bis Ende der Woche Schlag auf Schlag höhere Inzidenzwerte als 200 folgen werden und wie auch schon in anderen

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