Rems-Murr-Kreis

Wer muss schließen, wer reduziert Öffnungszeiten: Baumärkte? Rems-Park und Real? Kaufland, Rewe & Co?

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Symbolfoto. © Alexandra Palmizi

Seit Mittwoch (16.12.) gilt der von Bund und Ländern beschlossene harte Lockdown. Dann müssen eine ganze Reihe von Geschäften schließen, mindestens bis 10. Januar, wahrscheinlich aber darüber hinaus. Viele reduzieren derweil aufgrund der in Baden-Württemberg geltenden Ausgangsbeschränkungen ihre abendlichen Öffnungszeiten, auch im Rems-Murr-Kreis. Ein Überblick mit vielen Beispielen.

Welche Läden, Geschäfte und Dienstleistungsanbieter dürfen trotz Lockdowns seit Mittwoch (16.12.) weiter öffnen?

Weiter geöffnet haben dürfen laut Beschluss von Bund und Ländern und der novellierten Landes-Corona-Verordnung:

  • Einzelhandel für Lebensmittel
  • Wochenmärkte für Lebensmittel,
  • Direktvermarkter von Lebensmitteln,
  • Abhol- und Lieferdienste,
  • Getränkemärkte,
  • Reformhäuser,
  • Babyfachmärkte,
  • Apotheken,
  • Sanitätshäuser,
  • Drogerien,
  • Optiker und Hörgeräteakustiker,
  • Tankstellen,
  • Kfz-Werkstätten,
  • Fahrradwerkstätten,
  • Banken und Sparkassen,
  • Poststellen,
  • Reinigungen,
  • Waschsalons,
  • Zeitungsverkauf,
  • Tierbedarfs- sowie Futtermittelmärkte,
  • Weihnachtsbaumverkauf,
  • Großhandel.

Und Supermärkte und Einkaufszentren mit Mischsortimenten?

In der novellierten Landes-Corona-Verordnung steht: Supermärkte und Geschäfte mit Mischsortimenten dürfen Sortimentsteile, deren Verkauf während des Lockdowns (vgl. unten "Wer muss alles schließen?") nicht gestattet ist, nur weiter zum Verkauf anbieten, "wenn der erlaubte Sortimentsteil überwiegt; diese Stellen dürfen dann alle Sortimente vertreiben, die sie gewöhnlich auch verkaufen. Wenn bei einer Stelle der verbotene Teil des Sortiments überwiegt, darf der erlaubte Teil allein weiterverkauft werden, wenn eine räumliche Abtrennung möglich ist."

Was ist mit Bau und Gartenbaumärkten, Baustoffmärkten und dem Landhandel?

In der Corona-Verordnung steht nunmehr seit 16.12.: "Baumärkte, Verkaufsstätten für Baustoffe und Gartenbaubedarf sowie Verkaufsstätten des Landhandels werden für den Publikumsverkehr geschlossen. Zulässig sind ausschließlich Lieferdienste, einschließlich solcher des Online-Handels, sowie der Verkauf von Weihnachtsbäumen an Privatkunden, sofern dieser nicht in geschlossenen Räumen stattfindet. Zulässig ist ferner die Einrichtung eines Abholservice für gewerbliche Kunden und Landwirte, sofern für deren ausgeübte Tätigkeit erforderlich."

"Noch völlig unklar ist, ob Baumärkte bestimmte Verkaufsbereiche etwa die für Tier- und Vogelfutter, für Gas und Brennstoffe oder für Schutzkleidung und Masken für den Kundenverkehr offen lassen dürfen. „Wir lassen alles erstmal geschlossen und warten ab. Als Marktleiter hafte ich ja, wenn das nicht alles verordnungskonform ist. Wir bieten für Privatkunden aber einen Lieferservice an“, sagen die beiden Toom-Marktleiter von Schorndorf und Backnang Christoph Sugg und Florian Bürkle praktisch gleichlautend (Stand: Mittwoch, 16.12., 15.20 Uhr).

„Wenn ich mir jedoch die Landes-Corona-Verordnung so anschaue, dann ist ja dem stationären Einzelhandel explizit erlaubt, bestimmte Verkaufsbereiche des täglichen Bedarfs eventuell für Kunden offen zu halten. Das muss alles noch abschließend geklärt werden, ob wir bestimmte Bereiche öffnen dürfen. Das klären wir gerade noch mit dem Ordnungsamt ab“, sagt Sugg. (Stand: Mittwoch, 16.12., 15.20 Uhr).

Der BayWa-Marktleiter in Schorndorf, Jochen Steiner bestätigt: „Wir sind zwar kein Baumarkt wie der BayWa in Backnang, sondern eher ein Garten- und Tierbedarfshandel. Aber wir haben unser Gartenmarktsegment gemäß der Vorgaben der Corona-Verordnung abgesperrt. Lebensmittel, Tierbedarfswaren und Brennstoffe sind weiter auch für Privatkunden offen.“

Im BayWa in Backnang sind ebenfalls nur die Baumarktbereiche abgesperrt, so Marktleiter Lars Decker. „Der Tierbedarfsmarkt, die Futtermittel, Getränke, Lebensmittel sind auch für Privatkunden noch geöffnet. Das Ordnungsamt hat uns nach Deutung der Corona-Verordnung dafür grünes Licht gegeben.“  (Stand: Mittwoch, 16.12., 15.20 Uhr).

Catherina Tamler, Sprecherin der Dortmunder Hellweg-Gruppe, zu der die BayWa-Garten- und Baumärkte gehören, bekräftigt am Donnerstagmorgen (17.12.): "Für Privatkunden, Gewerbetreibende und Handwerker auch unser Backnanger BayWa-Bau- und Gartenmarkt weiterhin geöffnet. Folgende eingeschränkte Sortimente können gekauft werden: Tiernahrung, Futtermittel & Zubehör, Wintervogelfutter, Lebensmittel, Getränke, Wein."

Momentan hat der BayWa Bau- und Gartenmarkt in Backnang folgende (vom Normalbetrieb abweichende) Öffnungszeiten: Mo – Fr: 8.00 – 18.30 Uhr, Sa: 8.00 – 13.00 Uhr. 

Ähnlich ist es im BayWa in Schorndorf, so Catherina Tamler: "Folgende eingeschränkte Sortimente für den täglichen notwendigen Bedarf können von allen Kunden vor Ort gekauft werden: Brennstoffe (Gas, Holz, Kohle, Briketts), Streugüter, Tiernahrung, Futtermittel & Zubehör, Wintervogelfutter, Lebensmittel, Getränke, Wein."

Die vom Normalbetrieb abweichende Öffnungszeiten des BayWa in Schorndorf: Mo – Fr: 8.00 – 18.30 Uhr, Sa: 8.00 – 16.00 Uhr.  (Aktualisierung vom 17.12., 9.20 Uhr).

Wer muss sonst noch alles schließen?

Die Landes-Corona-Verordnung wurde mittlerweile novelliert. Demnach müssen seit diesem Mittwoch (16.12.) schließen: 

  • Bekleidungsgeschäfte,
  • Möbelläden,
  • Sportartikelhändler,
  • Buchläden,
  • Spielzeuggeschäfte,
  • Elektronikläden,
  • Antiquitäten- und Gebrauchtwarenhändler,
  • Glühweinstände,
  • Kosmetiksalons,
  • Friseure,
  • Schönheitssalons,
  • Massagestudios,
  • Tattoo-Studios.

Wird man als Privatperson tagsüber Waren abholen dürfen? Darf der stationäre Einzelhandel ausliefern?

Dem stationären Einzelhandel in Baden-Württemberg soll trotz Lockdowns ab Mittwoch (16.12.) ermöglicht werden, Lieferdienste anzubieten und Waren an Privatpersonen auszuliefern, kündigten Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut bei der Landespressekonferenz am Dienstag (15.12.) an. Aber es mache keinen Sinn, Menschenansammlungen beim Einkaufen einfach nach draußen vor die Geschäfte zu verlagern. Deshalb sollen Privatpersonen nicht beim stationären Einzelhandel abholen dürfen. Also: Zum Beispiel als Hobby-Heimwerker wird man nicht beim "geschlossenen" Baumarkt Waren abholen dürfen. Ausnahme: Weihnachtsbaumverkauf, wenn er im Freien stattfindet. Der Baumarkt wird aber ausliefern dürfen und Gewerbetreibende dürfen beim Baumarkt abholen.

Dürfen Gewerbetreibende, etwa Handwerker, noch Waren abholen?

Lediglich Gewerbetreibenden soll erlaubt werden, Waren abzuholen. Zum Beispiel dürfen Handwerker bei Baumärkten abholen oder die Landwirtschaft bei ihren Genossenschaften, so Kretschmann bei der Landespressekonferenz am Dienstag (15.12.). 

Wie sieht's mit Imbissen und Restaurants aus, die Essen zur Abholung anbieten?

Gastronomiebetriebe, die Essen und Getränke zum Verzehr außer Haus anbieten, dürfen das weiterhin tun – allerdings untersagt die Bundesregierung ab dem 16. Dezember den Verzehr vor den Restaurants. Begründung: „Dort hatten sich in den vergangen Wochen häufig Menschentrauben gebildet.“

Was bedeutet die Ausgangssperre in Baden-Württemberg zwischen 20 und 5 Uhr für Ladeninhaber und Kundinnen und Kunden?

Seit diesem Mittwoch (16.12.) können wegen des Lockdowns nur noch die oben genannten öffnen. Gleichsam gilt in Baden-Württemberg tagtäglich am Abend ab 20 Uhr eine Ausgangssperre. Einkaufen ist kein triftiger Grund, um dann noch das Haus/die Wohnung zu verlassen. Geschäfte dürfen zwar weiterhin offen haben, aber Kunden ist es nicht gestattet, noch zu kommen. Etwas bestellen und sich nach Hause liefern lassen geht aber weiterhin.

Wer im Rems-Murr-Kreis reduziert wegen der abendlichen Ausgangssperre seine späten Öffnungszeiten?

„Faktisch dürfte es aber unwirtschaftlich sein, da es ab 20 Uhr keine Ausnahme von der Ausgangsbeschränkung zum Einkaufen gibt“, teilt das Landes-Sozialministerium mit. Denn: Einkaufengehen ist kein triftiger Ausnahmegrund, um während der nächtlichen Ausgangssperre (20 bis 5 Uhr) noch das Haus/die Wohnung zu verlassen. Beschäftigte des Einzelhandels dürfen zwar noch unterwegs sein, denn berufliche Tätigkeiten aller Art sind ein triftiger Ausnahmegrund, aber Kundinnen und Kunden dürfen nicht mehr kommen.

Im Rems-Murr-Kreis haben mehrere Handelsketten und Geschäfte deshalb bereits ihre Öffnungszeiten angepasst:

  • Rems-Park und Real: Die Verwaltung des Waiblinger Einkaufszentrums Rems-Park gab schon Samstagmittag auf Facebook bekannt: „Wichtige Mitteilung. Wegen der ab 12.12.2020 geltenden Ausgangsbeschränkungen hat unser Real-Markt seine Öffnungszeiten wie folgt angepasst: Mo – Sa: 7 – 19.30 Uhr. Wir danken für euer Verständnis!“
    (Hinweis: Von Mittwoch an werden wegen des Lockdowns viele Einzelläden im Rems-Park schließen müssen. Real wird wohl weiter offen bleiben dürfen, weil Lebensmittel verkauft werden. Möglicherweise muss Real aber bestimmte Verkaufsflächen für andere Waren sperren. Das steht noch nicht fest.)

  • Kaufland schließt fortan alle Filialen in Baden-Württemberg schon um 20 Uhr.

  • Rewe schließt fortan alle Filialen in Baden-Württemberg schon um 20 Uhr.

  • Lidl schließt in Winnenden, Waiblingen und Endersbach fortan um 20 Uhr.
    (Sehr wahrscheinlich schließen auch die anderen Lidl-Filialen im Rems-Murr-Kreis und Baden-Württemberg früher. Eine Bestätigung der Unternehmenszentrale unserer Zeitung gegenüber blieb bislang noch aus.)

  • Edeka in Großheppach schließt fortan um 19.30 Uhr, in Endersbach um 19.45 Uhr.
    Aktualisierung (15.12.): Edeka Süwest hat mit Zeitungs-Annoncen darauf aufmerksam gemacht, dass alle Märkte in  Baden-Württemberg nunmehr früher schließen, spätestens um 20 Uhr. Dafür aber eventuell früher öffnen. Also: Bitte lokale Aushänge in den Filialen beachten.)

  • Aldi in Waiblingen und Endersbach schließt fortan um 20 Uhr.
    (Aktualisierung: Auch die anderen Aldi-Filialen im Rems-Murr-Kreis und Baden-Württemberg schließen sehr wahrscheinlich nunmehr früher: "Die Regelungen in den Coronaschutzverordnungen der Bundesländer sowie kommunale Verfügungen sind selbstverständlich für uns als ALDI SÜD verbindlich", so Presse-Referentin Annika Büschken dieser Zeitung gegenüber. "Um den Anforderungen zu entsprechen, werden die Öffnungszeiten betroffener Filialen für die Dauer des Bestehens der Verfügung soweit notwendig angepasst." Anm. d. Red.: Es gibt jedoch keine Anordnung oder Verfügung zur Reduzierung der Öffnungszeiten, es dürfen bloß wegen der Ausgangssperre keine Kunden nach 20 Uhr mehr kommen.)

  • Norma in Großheppach schließt fortan um 20 Uhr.
    (Sehr wahrscheinlich schließen auch die anderen Norma-Filialen im Rems-Murr-Kreis und Baden-Württemberg früher. Eine Bestätigung der Unternehmenszentrale unserer Zeitung gegenüber blieb bislang noch aus.)

  • Netto: "In Baden-Württemberg haben unsere Filialen aufgrund der Ausgangsbeschränkungen nur noch bis 20 Uhr geöffnet", so eine Sprecherin der Unternehmenszentrale in Maxhütte-Haidhof.

Seit Mittwoch (16.12.) gilt der von Bund und Ländern beschlossene harte Lockdown. Dann müssen eine ganze Reihe von Geschäften schließen, mindestens bis 10. Januar, wahrscheinlich aber darüber hinaus. Viele reduzieren derweil aufgrund der in Baden-Württemberg geltenden Ausgangsbeschränkungen ihre abendlichen Öffnungszeiten, auch im Rems-Murr-Kreis. Ein Überblick mit vielen Beispielen.

Welche Läden, Geschäfte und Dienstleistungsanbieter dürfen trotz Lockdowns seit Mittwoch

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