Fußball im Rems-Murr-Kreis

Fußball: Geht der Plan des SV Fellbach weiter auf?

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Kapitän Leon Braun (in Rot) ist eine der wichtigen Säulen im Mittelfeld des Verbandsligateams des SV Fellbach. © Ralph Steinemann Pressefoto

Die Zahlen sprechen für sich. 16 Punkte nach neun Spielen, Platz sechs in der Fußball-Verbandsliga. Doch für den SV Fellbach steht ein herausforderndes Programm an, die Favoriten der Liga, Calcio Leinfelden-Echterdingen und der TSV Ilshofen kommen erst noch.

Der SV Fellbach hat einen Plan. Und der geht bislang auf. „Wir haben ein Credo: Wir wollen Spieler mit Fellbacher Vergangenheit“, erklärt Frank Weinle. Der Sportdirektor zieht zusammen mit Markus Weiß und Timo Bernhard die Strippen im Hintergrund. Über 60 Prozent der Spieler der Verbandsligamannschaft haben eine Fellbacher Vergangenheit, in der Zweiten sind es sogar über 90. „Wer sich in der Bezirksliga beweist, hat gute Chancen, einen Fuß in den Verbandsligakader zu bekommen.“ So wie es bereits vier geschafft haben: Niklas Koroll, Niklas Hofmeister, Matteo Binner und Fabian Domic.

Kleinerer Verbandsligakader

„Wir haben den Verbandsligakader reduziert und den der Bezirksliga verbreitert“, sagt Weinle. Jugendspieler lernen in der Bezirksliga den Fußball aktiver Mannschaften kennen, sammeln Erfahrung auf dem Platz und können sich mit guten Leistungen fürs Verbandsligateam bewerben. Dessen Kader umfasst nicht mehr wie vorher knapp 30, sondern nur noch 22 Mann. Ein Schritt, der jungen Spielern in ihrer Entwicklung helfen soll und ein Schritt, der auch finanzielle Hintergründe hat. „Früher war es so, dass die Bezirksligamannschaft die Verbandsligamannschaft gebraucht hat. Heute ist es genau anders herum.“ Denn in der Verbandsliga plagen den SVF Verletzungssorgen. Erfahrene Akteure wie Jamie Miller, Nikola Jelic und Timo Marx werden noch lange verletzungsbedingt ausfallen. Hoffnung macht die Entwicklung von Niklas Weiß und Fabijan Domic, die beide nächste Woche wieder fit sein sollen.

Die Verknappung des Kaders durch die vielen Ausfälle stellte den SVF und das Trio der sportlichen Leitung schnell vor eine große Aufgabe. Recht kurzfristig stieß Patrick Fossi vom 1. FC Normannia Gmünd zum SVF.

Zweite Mannschaft steht nicht an zweiter Stelle

Der Kader ist zwar schmäler, steht aber qualitativ einheitlicher da. Tatsächlich gilt hier aber keineswegs, dass die zweite Mannschaft auch automatisch die zweite Geige spielt. Ziel ist klar der Klassenerhalt, um den Abstand zur ersten nicht größer werden zu lassen. „Und auch da stehen wir auf Rang sechs im Mittelfeld gut da.“ Da stehen als Vorbilder neben den vier Spielern, die es direkt aus der U23 in den Verbandsligakader geschafft haben, auch Trainer Mario Marinic und Neuzugang Niklas Pollex.

„An Niklas war Fellbach schon lange dran. Er ist mit seinen 25 Jahren ein wichtiger Pfeiler im Team“, weiß Weinle. Er beschreibt Pollex als einen Spieler, der mit Charalambos Parharidis und Leon Braun den Unterschied macht und als bodenständigen Typen, der hinter dem Plan des SVF steht. Und das wird quittiert. Neunmal stand er in der Startelf, sechsmal spielte er über die kompletten 90 Minuten, vier Tore gehen aufs Konto des Mittelfeldmanns sowie sechs Assists. Ihn zum SVF zu holen war Arbeit, die sich gelohnt hat.

Ziel: In der Verbandsliga gut dastehen

„Wir sind nicht unzufrieden mit dem Start in der Verbandsliga“, so der Sportdirektor. „Aber diese Liga ist eine enge Geschichte.“ Ein paar Verletzte mehr, und der Fellbacher Plan gerät ins Wanken. Das Ziel: eine gute Rolle spielen und schauen, was möglich ist. Auch wenn man den Eindruck gewinnen kann, dass im Plan weiteres Potenzial steckt, zögert Weinle mit den großen Worten und den übertriebenen Phrasen und übt sich in Zurückhaltung: „Ein paar Verletzungen mehr könnten unseren Plan zerschießen.“

Das Gerüst innerhalb des Vereins von der Esslinger Straße aber ist professionalisiert. Die sportliche Leitung im Team auf mehrere Schultern verteilt. Die Zugänge in der Verbandsliga stellten sich bislang als Volltreffer heraus. Nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz. Mario Marinic ist seit dieser Saison die Figur an der Seitenlinie. Der ehemalige TSG-Backnang-Torjäger und Trainer des Oberligateams trat beim SVF seine Stelle als Chefcoach an. Und auch er hat das, was beim SVF gefragt ist: eine Fellbacher Vergangenheit.

„Er ist hoch motiviert“, beschreibt Weinle, der selbst einst als Trainer mit dem SVF in die Verbandsliga aufstieg, Mario Marinic. Und weiter: „Er ist engagiert und ungeduldig, hat eine gute Art, die Mannschaft nach vorne zu treiben und bringt Veränderung - auch in den Verein.“

Der Fußball unter Marinic? Dynamisch, schnell. Was passieren muss, dass Fellbach beim Ersten, Calcio Leinfelden-Echterdingen gewinnt? „Wir müssen die Chancen, die wir uns rausspielen auch machen.“

Die Zahlen sprechen für sich. 16 Punkte nach neun Spielen, Platz sechs in der Fußball-Verbandsliga. Doch für den SV Fellbach steht ein herausforderndes Programm an, die Favoriten der Liga, Calcio Leinfelden-Echterdingen und der TSV Ilshofen kommen erst noch.

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Der SV Fellbach hat einen Plan. Und der geht bislang auf. „Wir haben ein Credo: Wir wollen Spieler mit Fellbacher Vergangenheit“, erklärt Frank Weinle. Der Sportdirektor zieht zusammen mit Markus Weiß und Timo Bernhard

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