Rems-Murr-Sport

Kampf um deutsche Meisterschaft: Schorndorf will spielen

badminton
Die Schorndorfer (rechts Teamchef Benjamin Wahl, links Leon Seiwald) würden in dieser Saison gerne noch einmal gegen Erstligisten antreten. Ob's klappt, ist sehr fraglich. © Ulrich Kolb

Wegen der Pandemie sind in der 1. Bundesliga nur zwei Partien ausgetragen worden. Nach dem Willen des Deutschen Badminton-Liga-Verbands soll dennoch im Juni der Meister gekürt werden. Acht Teams, darunter die SG Schorndorf, haben für die Turniere um den Einzug ins Final Four gemeldet. Ob sie stattfinden, steht in den Sternen. Sicher dagegen ist, dass die zweite Schorndorfer Mannschaft die Möglichkeit auf den Aufstieg in Liga zwei bekommen wird. Notfalls sogar ohne Spiel.

Warum müssen überhaupt Entscheidungen um jeden Preis herbeigeführt werden? Warum wird die Saison nicht einfach annulliert? Diese Fragen stellt sich auch Benjamin Wahl, Teamchef des Schorndorfer Erstligateams. Die Chance, dass Corona einen Spielbetrieb wieder zulässt, schwinde von Woche zu Woche. „Da wäre es besser gewesen, gleich alles zurück auf Los zu stellen.“

Trotzdem ist Wahl zwiegespalten. Schließlich ist er Sportler, und Sportler wollen spielen. Deshalb wertet er den Versuch des DBLV, zumindest eine Minirunde um die deutsche Meisterschaft zu organisieren, als positiv.

Qualifikation fürs Endturnier in zwei Gruppen

Die beiden Qualifikationsturniere mit jeweils vier Teams sind vom Verband aufs Wochenende, 12./13. Juni, terminiert worden. In Saarbrücken träte die SG Schorndorf im Modus jeder gegen jeden gegen Gastgeber 1. BC Bischmisheim sowie Union Lüdinghausen und BW Wittorf an.

Die beiden Besten sollen laut Plan am 19./20. Juni gegen den Erst- und Zweitplatzierten aus der Gruppe B (1. BC Wipperfeld, TV Refrath, TSV Trittau, SV Guts-Muths Jena; Spielort Nordrhein-Westfalen) in Cloppenburg um den Titel kämpfen.

Doch was wäre der wert? Kurzturniere können keine Saison ersetzen, die Leistungsstärke der Teams wäre nur eine Momentaufnahme. Zumal fast alle Vereine, darauf weist Benjamin Wahl hin, ein nicht gerade kleines Problem haben: Ob ausländische Spieler einreisen dürfen, hängt von den Corona-Fallzahlen vor Ort ab.

Lohnt es sich, ausländische Spieler kommen zu lassen?

Bei Schorndorf kommen wirtschaftliche Überlegungen hinzu. Das Team, erst in der Vorsaison aufgestiegen, würde selbst in Bestbesetzung als Außenseiter ins Rennen gehen. Wahl stellt die richtige Frage: „Lohnt sich das, Geld für die ausländischen Spieler auszugeben, wenn wir wohl nicht ins Final Four kommen?“

Auf der anderen Seite möchte sich die SG von ihrer besten Seite präsentieren. Doch zunächst heißt es abzuwarten, ob die Turniere überhaupt stattfinden.

SG Schorndorf II hofft auf den Aufstieg

Klarheit herrscht dafür inzwischen in der Regionalliga: Drei Teams werden in die 2. Bundesliga Süd klettern, die auf zwölf Teams aufgestockt wird. Zwei Aufsteiger kommen aus der Regionalligastaffel Südost. Beworben haben sich der TSV Freystadt, TSV Neuhausen-Nymphenburg II, BSV Eggenstein-Leopoldshafen – und die SG Schorndorf II.

In der Regionalliga sind wegen Corona ebenfalls kaum Spiele ausgetragen worden. Dass es nun dennoch – wie in Liga zwei – Aufsteiger geben wird und jedes Team, das will, dafür infrage kommt, ist völlig absurd. Analog zum Handball (Baden-Württemberg-Oberliga, wir haben berichtet) soll die Entscheidung zur Not sogar per Losentscheid herbeigeführt werden. Auch Benjamin Wahl hält das für sehr fragwürdig.

Für die Schorndorfer wäre es aber ideal, Teams in der ersten und zweiten Bundesliga zu haben. „Es ist eine tolle Chance, die Kluft zu verringern und den Jungen und Arrivierten Spiele auf höchstem Niveau zu ermöglichen.“

Dusel ersetzt wohl sportliche Entscheidung

Wahl wünscht sich eine sportliche Entscheidung. Vom Verband angedacht sind zwei Verfahren, um die Aufsteiger zu ermitteln. Entweder es finden Spiele jeder gegen jeden statt. Oder, dafür plädieren die Schorndorfer, es werden zwei Halbfinals ausgelost, und der jeweilige Sieger klettert in Liga zwei.

Allerdings wird es wohl auf schnöden Dusel am grünen Tisch hinauslaufen. Denn als letzter Termin für den sportlichen Kampf um die Aufstiegsplätze ist der 15. Mai festgelegt worden. Dass die Hallen bis dahin wieder offen sind, ist illusorisch.

Wegen der Pandemie sind in der 1. Bundesliga nur zwei Partien ausgetragen worden. Nach dem Willen des Deutschen Badminton-Liga-Verbands soll dennoch im Juni der Meister gekürt werden. Acht Teams, darunter die SG Schorndorf, haben für die Turniere um den Einzug ins Final Four gemeldet. Ob sie stattfinden, steht in den Sternen. Sicher dagegen ist, dass die zweite Schorndorfer Mannschaft die Möglichkeit auf den Aufstieg in Liga zwei bekommen wird. Notfalls sogar ohne Spiel.

Warum müssen

Alle Abos jederzeit kündbar:
ZVW+ MONATLICH
Erster Monat gratis, danach 6,99 €/mtl.
ZVW+ JÄHRLICH
Statt 83,88 € (Zwei Monate gratis)
ZVW+ JÄHRLICH mit ePaper
mit täglichem Zugriff zum ePaper