Rems-Murr-Sport

Markus Kölz aus Winnenden: Fast querschnittsgelähmt, jetzt wieder im Sattel

Markus Kölz
Reiten ist die Leidenschaft von Markus Kölz. Doch fast wäre es damit vorbei gewesen. © Gabiel Habermann

Wenn es sein muss, isst Markus Kölz sogar im Sattel zu Mittag. Reiten und die Ausbildung von Pferden sind das Leben des Winnenders. Fast wäre es damit vorbei gewesen. Am 2. Mai stürzte er auf der familieneigenen Anlage auf dem Burkhardshof mit einem jungen Pferd und musste mit dem Hubschrauber zur Not-OP in die Klinik geflogen werden. Die Diagnose: Bruch eines Halswirbels.

„Die Zeit war sicherlich nicht einfach“, sagt der 43-Jährige. Eine sympathische Untertreibung: „Ich war kurz vor der Querschnittslähmung.“ Direkt nach dem Sturz, das Pferd war bei einer Übung gestrauchelt, die im Reittraining zum eigentlich ungefährlichen Standardrepertoire gehört, hatte Kölz zwar etwas Gefühl in den Beinen. Er konnte aber seine Arme fast nicht mehr bewegen.

So blieb es zunächst auch nach der Operation. Mit seinem analytischen Verstand spielte der Profireiter und -trainer die Ernstfälle durch. Was, wenn er sein Leben von nun an im Rollstuhl oder zumindest mit starken körperlichen Einschränkungen verbringen müsste?

Glück nach der OP: Der Körper erholt sich

Markus Kölz ist inzwischen so weit, über den Unfall lachen zu können. Eigentlich habe er sich vorgestellt, noch lange zu reiten und sich erst im höheren Alter, wenn sich die Zipperlein eingestellt hätten, nur noch der Ausbildung anderer zu widmen. „Aber wenn es nach dem Sturz gar nicht mehr gegangen wäre, wäre ich halt nur Trainer gewesen.“ Dazu ist es zum Glück nicht gekommen. Schon relativ bald nach der OP spürte Markus Kölz, dass sich sein Körper erholte.

Insgesamt sechs Wochen verbrachte der Winnender im Krankenhaus und in der Reha in Tübingen. Danach ging’s mit ambulanter Therapie weiter, die bis heute andauert. Ganz wieder hergestellt ist Kölz noch nicht. Nach wie vor sind seine Fingerspitzen ein bisschen taub, hinzu kommen immer mal wieder schmerzhafte Verspannungen. Doch diese leichten Einschränkungen nimmt der Reiter gerne in Kauf.

Endlich wieder auf dem Pferd

Denn er kann seiner großen Leidenschaft wieder nachgehen: Am 1. September saß Markus Kölz erstmals seit dem Unfall auf einem Pferd. Normalerweise arbeitet er mit vielen Tieren, zur Wiedereingliederung musste zunächst eines genügen. Aber egal – Hauptsache reiten. Inzwischen hat Kölz sein Pensum erhöht und wieder ein Stück mehr Normalität erreicht. Und auch von Corona lässt sich der Reitprofi die Laune nicht allzu sehr verhageln.

So wenig eine Querschnittslähmung die Burkhardshof-Familie in Existenznöte gebracht hätte, so wenig vermag das Stand jetzt auch die Pandemie. Denn geschäftlich ist die Reitanlage am Winnender Stadtrand breit aufgestellt.

Die Bereiche haben Markus Kölz und sein Bruder Christian unter sich aufgeteilt. Ersterer ist für Pferdeausbildung, Zucht, Verkauf und Reitunterricht, Letzterer vor allem für die Pensionspferdehaltung zuständig. Angestellt sind ein Bereiter und eine Pferdepflegerin. Trotz Corona geht die Arbeit nie aus.

Wegen Corona: Hohe Startgebühren und geringe Preisgelder

Derzeit werden auf dem Burkhardshof rund 75 Pferde versorgt. „Zwischen 15 und 20 habe ich unter meinen Fittichen für die Ausbildung“, erklärt Markus Kölz. Er trainiert sowohl Pferde aus eigener Zucht – manche werden anschließend verkauft – als auch Tiere von Kunden.

Ein wichtiger Bestandteil ist in normalen Jahren die Teilnahme an Turnieren, Springreiter Kölz startet oft gleich mit mehreren Tieren. Heuer allerdings ging wegen der Verletzung des Reiters und Corona nur wenig. „Die größeren Turniere für die älteren, schon besseren Pferde haben ein bisschen gefehlt.“ Und andere Veranstaltungen waren für die Teilnehmer teurer als gewohnt. „Es gab weitaus weniger Preisgeld, und aus organisatorischen Gründen waren die Startgelder deutlich höher.“

Wie es 2021 weitergeht, weiß Kölz nicht. Enttäuschend ist für ihn, dass die Baden Classics abgesagt worden sind. Das große internationale Hallenturnier in Offenburg hätte im Februar stattfinden sollen. Doch was sind die Erschwernisse durch Corona gegen das, was der Winnender durchgemacht hat? Markus Kölz weiß, was wirklich wichtig ist: „Ich kann laufen und die Arme bewegen.“

Wenn es sein muss, isst Markus Kölz sogar im Sattel zu Mittag. Reiten und die Ausbildung von Pferden sind das Leben des Winnenders. Fast wäre es damit vorbei gewesen. Am 2. Mai stürzte er auf der familieneigenen Anlage auf dem Burkhardshof mit einem jungen Pferd und musste mit dem Hubschrauber zur Not-OP in die Klinik geflogen werden. Die Diagnose: Bruch eines Halswirbels.

„Die Zeit war sicherlich nicht einfach“, sagt der 43-Jährige. Eine sympathische Untertreibung: „Ich war kurz vor

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