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Sarah Wachter: Erste WM mit 16 Jahren

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Sarah Wachter vom SC Korb ist eines der größten Talente im deutschen Frauen-Handball. © Jamuna Siehler

Deutscher Handball-Meister mit der weiblichen B-Jugend der SV Remshalden. Länderpokal-Sieger mit der württembergischen Auswahl der Jahrgänge 1999 und jünger und ins All-Star-Team gewählt. Schon mit 15 Jahren Torhüterin beim Drittligisten SC Korb: Sarah Wachter hat das Zeug zur großen Karriere. Jetzt wird sie mit der deutschen U 18 ihre erste WM bestreiten.

Inzwischen ist die Nachwuchshoffnung aus Remshalden-Grunbach 16 Jahre alt. Ein wenig macht sie den Eindruck, als könne sie ihre Erfolgsgeschichte selbst nicht ganz glauben. Und sie ist auch nicht so naiv zu denken, alles werde einfach so weitergehen. Wachter hat das Talent und mit ihren 1,82 Metern auch körperlich optimale Voraussetzungen für eine Spitzentorhüterin. Sie weiß aber auch, dass die Karriere ohne harte Arbeit stagnieren wird. „Schritt für Schritt machen“ ist eine ihrer Lieblingsformulierungen. Und ein bisschen Glück muss auch noch dazukommen. Bislang ist sie von Verletzungen verschont geblieben.

Bereits vor zwei Jahren trainierte Wachter bei den Korber Handballerinnen mit, die gerade in die Baden-Württemberg-Oberliga aufgestiegen waren. Der neue Trainer Jürgen Krause setzte wie von ihm gewohnt auf talentierten Nachwuchs und lotste Remshaldener Top-Jugendspielerinnen wie Vanessa Nagler, Vildana Halilovic und Lea Gruber zum SC. Wachter war noch zu jung, um schon bei den Frauen zu spielen, durfte aber erleben, wie ihre Kolleginnen mit der Korber Mannschaft den Durchmarsch in die 3. Liga schafften. Und dann, mit 15 Jahren, war auch Wachters Zeit gekommen. In der abgelaufenen Saison, die Korb als Team mit der besten Abwehr der Liga auf dem vierten Tabellenplatz abschloss, kam das Talent regelmäßig zum Einsatz.

„In Auswahlmannschaften kriegt man schon Mordsschüsse aufs Tor“

Wie ist das, in so jungen Jahren bei den Frauen zu spielen und das auch noch in der 3. Liga? Ihr fehle noch ein bisschen die Kraft, sagt Wachter. Die Umstellung sei trotzdem gar nicht so groß gewesen. „In den ganzen Jugend-Auswahlmannschaften kriegt man schon Mordsschüsse aufs Tor.“ Freilich aber sei das Spiel bei den Frauen schneller und außerdem von vielen Gegenstößen geprägt. „Wir Torhüter müssen den Ball deshalb schneller rausbringen und präzise Pässe spielen.“ Den Einstand in Korb sehr erleichtert hätten ihr die Teamkolleginnen. „Sie sind alle so nett und haben mir in die Mannschaft reingeholfen.“

Sicherheit gegeben habe ihr besonders die Zusammenarbeit mit den beiden anderen, wesentlich erfahreneren Torhüterinnen Stefanie Ege und Lena Idler. „Wir sind alle unterschiedliche Typen.“ Woran gegnerische Mannschaften oft zu knabbern haben. Besonders lobt Wachter den SC-Torwarttrainer Hartmut Hammer. Auch dank ihm habe sie einen Leistungssprung gemacht.

Sarah Wachters größte Erfolge sind der deutsche Meistertitel mit der B-Jugend der SV Remshalden und der Gewinn des deutschen Länderpokals mit der württembergischen Auswahl der Jahrgänge 1999 und jünger. Besonders gefreut hat sie sich darüber, ins All-Star-Team gewählt zu werden.

Jetzt steht die 16-Jährige vor ihrer größten Herausforderung. Vom 19. bis 31. Juli tritt sie mit der deutschen U 18 bei der Weltmeisterschaft in der Slowakei an. Am kommenden Montag geht’s zum letzten Vorbereitungslehrgang nach Berlin. Angst hat Wachter nicht vor dem Turnier, doch aufgeregt ist sie schon. „Das gehört dazu. Sonst wär’ irgendwas falsch.“ Zum deutschen Kader gehört auch Vildana Halilovic, die inzwischen nach Hessen zum Zweitligisten HSG Bensheim/Auerbach gewechselt ist. Was ist drin bei der WM? „Das Viertelfinale wäre schon gut“, sagt Wachter.

Danach wird sie sich mit Korb auf die Saison in der 3. Liga konzentrieren. „Klar wäre der Wunsch für alle der Aufstieg. Aber“, und da ist er wieder, der Satz, „wir müssen Schritt für Schritt machen.“ Persönliche Träume hat Sarah Wachter natürlich auch. Sie möchte irgendwann mal in der 1. Liga spielen und es vielleicht sogar in die A-Nationalmannschaft schaffen. „Aber das ist eher unrealistisch.“ Andererseits: Sarah Wachter ist es zuzutrauen.

Ausbildung und Jugend-Handball

Nach der Mittleren Reife wird Sarah Wachter im kommenden Jahr am Johann-Friedrich-Von-Cotta-Wirtschaftsgymnasium in Bad Cannstatt ihre schulische Ausbildung fortsetzen.

Bei der U-18-Weltmeisterschaft gemeinsam mit Wachter das Tor hüten wird die 17 Jahre alte Celina Meißner. Sie wechselt zur kommenden Saison vom SV Henstedt-Ulzburg (Schleswig-Holstein) zum Drittliga-Konkurrenten des SC Korb und VfL Waiblingen, SG BBM Bietigheim II.

Weil die SV Remshalden diese Möglichkeit nicht mehr bietet, wird Sarah Wachter künftig für den TV Nellingen in der Jugend-Bundesliga antreten.