Handball im Rems-Murr-Kreis

Trainer Zeitz glaubt an den Ligaverbleib der Waiblinger Handballerinnen

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Das Team des VfL Waiblingen in der ersten Bundesliga. Hintere Reihe von links: Trainer Thomas Zeitz, Vivien Jäger, Caren Hammer, Lara Eckhardt, Torwarttrainer Hartmut Hammer, Physiotherapeut Marvin Blankenhagen. Mittlere Reihe von links: Peter Müller (Vorstand Frauen), Julia Herbst, Kimberly Gisa, Celina Meißner, Svenja Wunsch, Branca Zec, Vivien David, Vanessa Nagler, Lena Klingler, Rainer Bay. Vordere Reihe von links: Athletiktrainer Maurice Meister, Sportkoordinator Fabian König, Emma Hertha, Leonie Henkel, Samira Brand, Rabea Pollakowski, Physiotherapeutin Anne Gehrung, Athletiktrainer Matthias Treiber. Nicht auf dem Foto: Magdalena Probst und Matilda Ehlert. Foto: Heiko Potthoff © Heiko Potthoff
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Der VfL-Trainer Thomas Zeitz sieht großes Potenzial in seinem Team. „Wir können den Ligaverbleib schaffen.“ Das Wichtigste sei, dass auch seine Spielerinnen daran glaubten. „Und wir müssen die Ruhe bewahren, wenn es vor allem zu Beginn nicht so laufen sollte.“ © Ralph Steinemann Pressefoto

Nach 38 Jahren Pause dürfen sich die Fans des VfL Waiblingen – und natürlich nicht nur die – auf erstklassigen Frauenhandball freuen. Verdienter Lohn nach einer fantastischen Saison 2021/22 waren die Zweitliga-Meisterschaft mit 53:7 Punkten und der direkte Aufstieg in die erste Liga. „Wir freuen uns riesig und können es kaum erwarten, dass es losgeht“, sagt Thomas Zeitz (48) vor der Premiere an diesem Samstag (17.30 Uhr) im Heimspiel gegen die Sport-Union Neckarsulm. „Das Team hat richtig Bock, sich in der ersten Liga zu beweisen“, sagt der Trainer, der die „Tigers“ im dritten Jahr betreut.

Ziel: Drittletzter Platz

Nach dem sechsten Platz unter 14 Mannschaften – mit 29:23 Punkten – in der Saison 2020/21 wollten sich die Waiblingerinnen in der vergangenen Spielzeit näher an die Spitze heranrobben und unter 20 Verlustpunkten bleiben. Dass der VfL dermaßen die Liga rocken würde, war eine riesige Überraschung. Der große Aufstiegsfavorit FA Göppingen musste sich, mit einem Punkt Rückstand, mit dem zweiten Platz begnügen und scheiterte in der Relegation am Bundesliga-Vorletzten BSV Sachsen Zwickau.

Künftig gehört der VfL also zu den besten 14 Mannschaften in Deutschland. Drittletzter muss er werden, um – ohne Nachsitzen – sein großes Ziel zu erreichen. Für Thomas Zeitz gibt es einige Gründe, optimistisch in die Saison zu starten. Die Vorbereitung lief gut, es gab kaum Ausfälle. Julia Herbst fehlte drei Wochen wegen einer Knieverletzung, ansonsten gab’s die üblichen Wehwehchen.

Reichlich Bewegung im Kader

Sehr zufrieden ist Zeitz mit seinem Kader, in dem es reichlich Bewegung gab. Sechs Spielerinnen haben den VfL Waiblingen verlassen, darunter Stammkräfte wie die wurfgewaltige Mariel Wulf (zum TuS Lintfort) und die Spielmacherin Sinah Hagen (zum Buxtehuder SV). „Wir haben Spielerinnen mit individueller Qualität verloren, die wir nicht eins zu eins ersetzen können“, so Zeitz. Dafür habe der VfL jetzt Spielerinnen mit anderen Qualitäten. „Wir müssen unser Spiel so strukturieren, dass wir von diesen Qualitäten das Maximale herausholen können.“

Unter den Neuzugängen ist kein „Kracher“, finanziell kann sich der VfL auch keine großen Sprünge leisten. „Wir stehen wirtschaftlich ordentlich da, es ist aber noch Luft nach oben“, sagt Vorstandsmitglied Peter Müller. In der vergangenen Saison war die Ausgeglichenheit der große Trumpf. „Das soll auch in der ersten Liga so bleiben“, sagt Zeitz. „Wir möchten von allen Positionen gefährlich sein.“

Neu im Team sind Julia Herbst (HL Buchholz 08 Rosengarten), Lara Eckhardt (Kurpfalz Bären), Emma Hertha (HSG Blomberg-Lippe), Kimberly Gisa (SV Allensbach) sowie Matilda Ehlert und Magdalena Probst. Die beiden Jugend-Nationalspielerinnen kommen von der SG BBM Bietigheim. Beim Deutschen Meister wären die beiden kaum zum Zug gekommen. Profitiert hat der VfL vom guten Kontakt, den Thomas Zeitz mit seinem Bietigheimer Trainerkollegen Markus Gaugisch pflegt.

An Körperlichkeit gewöhnen

„Wichtig wird sein, dass wir uns möglichst schnell an die Körperlichkeit und ans Tempo der ersten Liga gewöhnen“, sagt der erfahrene Zeitz, der die Liga sehr gut kennt. Nicht nur, weil seine Lebensgefährtin Sarah von Gulik beim Konkurrenten HSG Bensheim/Auerbach spielt und Zeitz so quasi Informationen aus erster Hand bekommt. Einen riesigen Vorteil sieht er darin aber nicht. Im digitalen Zeitalter könne nichts versteckt werden. „Es ist relativ selten der Fall, dass einer mit einem neuen taktischen Kniff um die Ecke kommt, den noch niemand vorher gesehen hat.“

So oder so: Der VfL dürfte ein paar Spiele brauchen zur Akklimatisation. Dabei kommt ihm die vierwöchige EM-Pause nach fünf Spieltagen entgegen. „Da haben wir Zeit, an ein paar Schräubchen zu drehen.“

Zwölf bis 15 Punkte, schätzt der Coach, werden vonnöten sein für den Ligaverbleib. Sollte der dem VfL Waiblingen gelingen, stünde für die zweite Saison jede Menge Arbeit an: Die Rundsporthalle muss erstligatauglich gemacht werden. Für zwei Spielzeiten hat der Verein eine Ausnahmegenehmigung bekommen. Gefordert wird unter anderem eine zweite Tribüne auf der gegenüberliegenden Seite. „Wir sind dran“, sagt Peter Müller. „Ich bin optimistisch, dass wir das hinkriegen.“ Der VfL hofft dabei auf finanzielle Unterstützung der Stadt Waiblingen. Mehr Geld bräuchten Müller & Co. in der zweiten Saison auf alle Fälle. Beispielsweise, um die talentierten und begehrten Spielerinnen an den Verein zu binden.

Nun indes gilt’s zunächst einmal, sich rasch an die raue Erstligaluft zu gewöhnen. „Wir sind überzeugt davon, dass wir den Ligaverbleib schaffen können“, sagt der Trainer. Wohl wissend, dass ein Liganeuling zwangsläufig als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt werde. „Es wäre schade, wenn wir wieder absteigen würden“, sagt Zeitz. „Aber es würde uns nicht wie ein Blitz aus heiterem Himmel treffen.“

Nach 38 Jahren Pause dürfen sich die Fans des VfL Waiblingen – und natürlich nicht nur die – auf erstklassigen Frauenhandball freuen. Verdienter Lohn nach einer fantastischen Saison 2021/22 waren die Zweitliga-Meisterschaft mit 53:7 Punkten und der direkte Aufstieg in die erste Liga. „Wir freuen uns riesig und können es kaum erwarten, dass es losgeht“, sagt Thomas Zeitz (48) vor der Premiere an diesem Samstag (17.30 Uhr) im Heimspiel gegen die Sport-Union Neckarsulm. „Das Team hat richtig

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