Sieger wundert sich selbst über den Erfolg
Strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen und ein lautstark anfeuerndes Publikum: Bei besten Bedingungen gingen die Teilnehmer des 9. BDS-Altstadtlaufes in Schorndorf auf Zeitenjagd. Im Hauptlauf siegreich war dabei Markus Bauer. Bei den Frauen setzte sich Charlotte Espinosa durch.
Der Hauptlauf war in diesem Jahr ein besonders spannendes Rennen, da die Top-Athleten Marcel Fehr und Hanna Klein aus Trainingsgründen nicht teilnehmen konnten. Die Abwesenheit der Lokalmatadore nutzte Markus Bauer. In 26:57 Minuten setzte sich der Lehrer der Grafenbergschule Schorndorf vor Sven Kratochwil (27:13/ Deutsche Vermögensberatung) und Michael Fleischer (27:35/SG Schorndorf) durch.
Bauer selbst war überrascht von seinem Erfolg. „Ich hatte damit nicht gerechnet.“ Er wollte eigentlich nur vorne mitlaufen und „mal gucken, was dann geht“. Denn die acht Kilometer lange Strecke ist für den Trailrunner eigentlich viel zu kurz. „Im Normalfall nehme ich bei Rennen mit einer Länge von 40 bis 60 Kilometern teil“, erklärte er. Bauer freute sich im Ziel nicht nur über seinen Sieg, sondern auch über den Lauf an sich: „Es ist ein mega Publikum und eine super Strecke. Großer Applaus an die Schorndorfer.“
Der BDS-Vorsitzende Jürgen Linsenmaier freute sich über das tolle Wetter. Er stand schwer bewaffnet auf dem Startpodium. Linsenmaier hatte gleich zwei Pistolen bei sich. Ursache: Dem Unternehmen, das eigentlich die Waffen stellt, sind ebendiese gestohlen worden. Und es konnte kurzfristig keinen Ersatz auftreiben. Also sprang die SG Schorndorf ein. Problem: Die SG hatte keine Munition. Diese wiederum aber konnte das Unternehmen stellen. Wegen dieses Hin und Hers und der Unsicherheit, ob die Waffen funktionieren, ging man beim BDS lieber auf Nummer sicher – und Linsenmaier nahm zur Sicherheit beide Pistolen mit. Schließlich sollte der Hauptlauf pünktlich starten.
In diesem war bei den Frauen die Gesamt-27. Charlotte Espinosa aus Aspach in 32:23 die Schnellste - knapp vor Katharina Gmehling (32:37/Winnenden) und Andrea Bulling (32:47/TSF Welzheim). Im Jugendlauf über zwei Kilometer gewann Tim Dahlhaus (6:22/VfL Waiblingen). Beim Kinderlauf – ebenfalls über zwei Kilometer – siegte Luca Beutel (8:07/SG Weinstadt).
Auch die Startnummer 1 des Hauptlaufs, Adam Klosa, schlug sich mit Platz 36 (33:04) achtbar. Dass er mit der Eins starten durfte, hat er dem Urlaub von Schorndorfs Oberbürgermeister Matthias Klopfer zu verdanken, der sonst Träger der Nummer ist. Dieses Jahr wurde die Eins verlost - Klosa war der Gewinner.
Die größere Promi-Dichte gab es diesmal beim Sponsorenlauf: Sportpatin Monika Sozanska gab hier den Startschuss - mit etwas Verzögerung, da sich der Schuss nicht löste. „Ich muss das mal trainieren“, meinte die Weltklasse-Degenfechterin lachend. Auch Marcel Fehr und Hanna Klein waren wieder involviert: beim Sponsorenlauf als Trainer der „Flitzefüchse“, dem Team des Fuchshofkindergartens. Schließlich geht es auch um einen sehr guten Zweck. Der Erlös kommt wie in den Vorjahren dem Projekt „Kinderreich“ des Kinderschutzbundes Rems-Murr zugute.
Einer strahlte fast genauso wie die Sonne: Jürgen Dobler, Chef des Organisationskomitees: „Alles hat gepasst. Die Teilnehmerzahlen, der Erlös für einen guten Zweck, das Wetter. So macht es Spaß.“ Insgesamt sind am Sonntag mehr als 1500 Sportler durch die Schorndorfer Innenstadt gelaufen, davon 979 bei den sportlichen Läufen. Damit wurde die Vorjahreszahl um 200 überboten. Vielleicht lässt sich diese Marke im kommenden Jahr sogar noch weiter verbessern. Denn dann findet der BDS-Altstadtlauf bereits zum 10. Mal statt. Die Zeit rast eben noch schneller als so mancher Leichtathlet.
