Leichtathletik Rems-Murr

WM-Quali für die Lorcher Sportakrobatinnen: "Wir werfen Leute durch die Luft"

dgs
Fliegende Mädchen – die DGs Lorch beim Bundesfinale 2019. © privat

Die Vorfreude war groß, der Schock ebenfalls. Im Februar begannen die DGs, die Dance and Gymnastics, Showakrobaten des TSV Lorch, ein neues Programm einzustudieren, da wurden sie von Corona gestoppt. Im Herbst wiederholte sich das Ganze, doch jetzt ist die Situation anders: Die 38 Mädchen und zwei Jungen haben ein großes Ziel vor Augen.

Portugal. Dort finden im Juli 2021 die Weltmeisterschaften der Show-Akrobaten statt - mit den DGs, so nennen sie sich in der Kurzform, aus Lorch. Wenn – ja wenn nicht das Coronavirus erneut eingreift.

Erst seit vier Jahren aktiv

Dass auch die WM abgesagt wird, hängt als Damokles-Schwert über den Athletinnen. Doch sie wollen sich davon nicht herunterziehen lassen, zu groß ist die Freude über den Erfolg: die Nominierung zu den Weltmeisterschaften durch den Deutschen Turnerbund. Dabei gibt es die Gruppe erst seit vier Jahren.

Am Anfang stand eine Sportgruppe, die sich traf, „damit man halt was macht“, wie es Lena Kißling ausdrückt. „Dann haben wir gesagt: Wir möchten ein Ziel haben, damit es Sinn macht, warum wir in die Halle kommen.“ Und weil Annika Hutter Erfahrung mit Show-Akrobatik hatte, versuchten sie eben das. Lena Kißling: „Das ist cool, ist auch nicht so bekannt. Das wollen wir mal probieren, und es hat funktioniert.“

Aus 15 Anfängern wurden 40 Akrobatinnen 

Lena Kißling und Annika Hutter sind zusammen mit Maren Hutter Trainerinnen. Aus einer Truppe mit 15 Leutchen wurde bald eine mit 40. Und es kommen ständig neue Anfragen.

Sieben bis 27 Jahre alt sind die 38 Mädchen und zwei Jungs. Sie waren schnell erfolgreich, zweimal gelang die Qualifikation zum Bundesfinale. Mit dem Erfolg kamen Auftritte bei Veranstaltungen, Galas und Ähnlichem, beispielsweise bei der Weltgymnaestrada 2019 in Österreich. Die Auftritte, so die Athletinnen, machten erstens viel Spaß – weil der Wettkampfdruck fehlt – und bringen auch ein wenig Geld, das die Truppe für die selbst entworfenen Kostüme und Reisekosten benötigt. Da komme schnell eine fünfstellige Summe zusammen, sagt Jörg Walter aus Urbach, dessen Tochter Marleen zum Team gehört.

Wir werfen Leute durch die Luft

Fünf Minuten etwa dauert ein Auftritt. „Wir verbinden Turnen, Tanz und Akrobatik“, sagt Annika Hutter. „Wir werfen Leute durch die Luft, machen Flick-Flacks und Saltos, wir tanzen, es geht um Ausdruck und Mimik.“ Und, ergänzt Lena Kißling, „es muss eine Show sein. Die Musik ist Sekunde für Sekunde auf die Elemente abgestimmt.“

Dafür trainieren sie zweimal in der Woche zwei bis zweieinhalb Stunden und oft noch am Wochenende. „Das kann dann fünf oder sechs Stunden dauern“, sagt Lena Kißling. Wenn sie trainieren dürfen.

Startschuss fürs neue Programm, dann kam Corona

Im Februar sollte das alte Programm (Die Eleganz Afrikas, „unser Erfolgsprogramm“) abgelöst werden durch „Skyscraper – The Steel High Rise“. Alle, so erzählen die Trainerinnen, seien hoch motiviert ins Training gekommen, wenige Wochen später beendete der Corona-Lockdown alles. Im Sommer schließlich nutzten sie erst die Möglichkeit im Freien auf dem Sportplatz, später in der Halle. Als alles so weit gediehen war, dass sie das Programm zumindest auf Video festhalten konnten, folgte der nächste Lockdown.

Seither wird online per Zoom-Video-Konferenz trainiert. Die Trainerinnen geben vor, die Akrobatinnen versuchen, sich zu Hause vor dem Computer fit zu halten. Denn irgendwann muss auch dieser Lockdown zu Ende gehen, dann wollen die DGs vorbereitet sein.

Vorbereiten für die WM der Hoffnung

Vorbereitet auf die World Gym for Life Challenge, die alle vier Jahre stattfindet und zu der die Mitgliedsländer jeweils ihre 15 besten Gruppen schicken. 2017 im norwegischen Vestfold holten die deutschen Vertreter vier Goldmedaillen und waren erfolgreichste Nation. Daran wollen im kommenden Jahr auch die DGs aus Lorch anknüpfen, wenn die Pandemie – hoffentlich – nicht mehr als Störenfried eingreift.

Insofern wird das Turnier in Portugal gleich in mehrfacher Hinsicht zur WM der Hoffnung.

Die Vorfreude war groß, der Schock ebenfalls. Im Februar begannen die DGs, die Dance and Gymnastics, Showakrobaten des TSV Lorch, ein neues Programm einzustudieren, da wurden sie von Corona gestoppt. Im Herbst wiederholte sich das Ganze, doch jetzt ist die Situation anders: Die 38 Mädchen und zwei Jungen haben ein großes Ziel vor Augen.

Portugal. Dort finden im Juli 2021 die Weltmeisterschaften der Show-Akrobaten statt - mit den DGs, so nennen sie sich in der Kurzform, aus Lorch. Wenn

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